Filmbesprechungen

Highway zur Hölle

Inhalt

Auf ihrem Weg zu ihrer heimlichen Hochzeit in Las Vegas, wird ein junges Paar auf einer abgelegenen Straße von einem merkwürdigen Polizisten angehalten. Dieser entführt die Dame und schlägt den Bräutigam nieder. Als dieser wieder zu sich kommt, spricht er mit einem nahegelegenen Wärter der Tankstelle und erfährt unglaubliches. Scheinbar befindet sich seine Geliebte auf dem Weg zur Hölle und nun macht er sich ebenfalls aus den Weg dorthin…

Fazit

“Highway zur Hölle” ist ein echter Kultfilm, bei dem man es nicht leicht mit Veröffentlichungen hatte. Nachdem ich jahrelang mit einer Fernsehaufnahme (VHS) und einem DVD-Bootleg auskommen musste, gab es vor einiger Zeit endlich einen offiziellen Release im Mediabook – der nun für vertretbares Geld eingesackt werden konnte und als Grundlage für dieses längst überfällige Review bildet.

Zunächst sei gesagt, dass die Bild- und Tonqualität sehr gut ausgefallen ist. Sicherlich haben die Aufnahmen mit leichten Unschärfen zu kämpfen und der Sound ertönt nur in Stereo (welches meine Soundbar trotzdem toll auf die Rear-Speaker ausweitet), doch irgendwie passt das ganz gut zur Art des Filmes.

“Highway zur Hölle” ist ein B-Movie und macht daraus auch kein Geheimnis. Alles wirkt etwas billig und unbeholfen, aber irgendwie in sich total stimmig und charmant. Da man sich selbst nie zu ernst nahm, kommt das krude Spektakel noch einmal eine Ecke lockerer rüber und wenn auch nicht jeder Gag zündet, war die Ausbeute an Kalauern hoch.

Die Darsteller haben Ihre Sache im gegeben (schrägen) Rahmen sehr gut gemacht – was übrigens nicht nur auf den Hauptcast, sondern auch auf den teils unerwartet prominent besetzten Rest (u.A. die Familie von Ben Stiller) zutraf. Es gab so viele unterschiedliche Charaktere, die man bei einer einzigen Sichtung gar nicht komplett auf dem Schirm haben konnte und so jedes Mal aufs Neue wieder ein paar Figuren aus der Geschichte und Popkultur erspäht werden können.

Wie bereits angedeutet, war die Handlung nicht unbedingt alltäglich und sogar bei der Logik gab es gewaltige Lücken, trotzdem stand dem Spaß nichts im Wege. Das Tempo war jederzeit angenehm hoch und es gab keinerlei Längen. Zurechtgebogene Storyelemente passten prima zum trashigen Rest und waren eigentlich nur eine logische Konsequenz – Normal war hier schließlich nichts.

Mit “Highway zur Hölle” hat Ate de Jong ein herrlich kaputtes Machwerk abgeliefert, welches zumindest bei mir instant einen Kultstatus erobern konnte. Hier passt einfach alles zusammen, angefangen bei der altbackenen Inszenierung mit händischen Effekten, bis zu tollen Darstellern oder einem zeitgemäßen Soundtrack. Das Ding ist eine Trash-Bombe erster Güte und punktet mit einem irrwitzigen Spaßfaktor, der nach all den Jahren nicht kleiner geworden ist.

8,5/10

Fotocopyright: Wicked Vision Distribution GmbH

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