House at the End of the Street
Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Um nach der Scheidung ein neues Leben zu beginnen, ziehen Elissa und ihre Mutter in ein recht preiswertes Häuschen in einer kleinen Stadt. Über den ungewöhnlich niedrigen Preis wundern sie sich zunächst, erfahren jedoch schnell den Grund dafür: In der Nachbarschaft wurden vor einigen Jahren zwei Menschen von ihrer geistig verwirrten Tochter ermordet.
Der überlebende Sohn lebt noch immer allein in dem Haus und wird von den übrigen Einwohnern gemieden. Einzig Elissa geht unvoreingenommen an die Sache heran und freundet sich mit dem seltsam schüchternen Jungen an …
Fazit
Nach ihrem endgültigen Durchbruch mit Die Tribute von Panem – The Hunger Games und dem Gewinn des Oscars ist Jennifer Lawrence derzeit gefragter denn je. Da ich die Schauspielerin durchaus sympathisch finde und bereits das Cover mein Interesse geweckt hatte, wollte ich mir diesen Titel unbedingt ansehen. Während ich zunächst einen Horrorfilm erwartet hatte, entpuppte sich das Ganze jedoch eher als Drama/Thriller – der leider vor allem durch Langeweile auffällt und nur selten richtig in Fahrt kommt.
Technisch gibt sich der Film sehr solide. Die Bilder besitzen durch diverse Filter und viele dunkle Einstellungen einen eigenen Stil, der unaufdringliche Soundtrack fügt sich gut ein, und in dieser Hinsicht gibt es wenig zu beanstanden. Die Handlung ist zumindest in ihren Grundzügen durchaus interessant, flacht jedoch bereits nach den ersten Minuten spürbar ab. Nach einem relativ furiosen und stimmigen Auftakt verliert das Geschehen zunehmend an Tempo, wird im weiteren Verlauf sogar recht langweilig und leider auch vorhersehbar. Es passiert schlicht zu wenig, um den Zuschauer dauerhaft zu fesseln.
Die Dialoge sind größtenteils austauschbar, einige Motivationen der Figuren bleiben nicht vollständig nachvollziehbar. Eine echte Bindung zu den Ereignissen entsteht kaum – gelegentlich schweift der Blick eher zur Zimmerdecke als auf die bezaubernde Lawrence, die hier den einzigen wirklichen Lichtblick darstellt. Sie spielt überzeugend und sorgt zumindest für ein paar Gänsehautmomente. Elisabeth Shue als ihre Mutter ist solide, der Rest des Casts agiert ordentlich, ohne besonders hervorzustechen. Insgesamt hat man aufgrund der Story häufiger mit der Glaubwürdigkeit zu kämpfen.
Wer einen Horrorfilm erwartet, ist hier falsch. Wer auf einen spannenden Thriller hofft, allerdings ebenfalls. „House at the End of the Street“ ist weder Fisch noch Fleisch und erweist sich im Großen und Ganzen als eher einschläfernde Angelegenheit. Fans von Jennifer Lawrence kommen auf ihre Kosten, der Film an sich ist jedoch nur bedingt empfehlenswert – durchschnittlich auf ganzer Linie und vermutlich schnell wieder vergessen.
5,5/10
Fotocopyright: LEONINE


