Filmbesprechungen

Wir waren Helden

Inhalt

Der Krieg in Vietnam hat begonnen und Commander Hal Moore soll die Truppen mit 400 Soldaten unterstützen. Sie landen in einem Hinterhalt und in der Heimat flattern täglich die Meldungen über Verluste herein…

Fazit

Über die deutsche Übersetzung (Wir waren Helden, statt Wir waren Soldaten) lässt sich streiten, an der Qualität dieses Streifens allerdings nichts. Schon bei seinem Release hat mir der Film recht gut gefallen und danach hat sich nach all den Jahren nicht wirklich etwas geändert. Natürlich ging es hier und da erwartungsgemäß pathetisch zur Sache, doch die Selbstbeweihräucherung blieb hier auf einem erträglichen Rahmen.

Das Werk schildert die Ereignisse in Vietnam und der so genannten Heimatfront recht treffend (sofern ich das beurteilen kann) und trug dabei nicht zu dick auf. Niemand (selbst die Hauptfigur in Form von Hal Moore) wird hier zum Helden stilisiert, die Darstellung blieb auf einem vernünftigen und glücklicherweise auch nachvollziehbarem Niveau.

Das Erzähltempo war genau richtig gewählt, die Mischung aus ruhigeren Momenten und Kriegseinsätzen sehr ausgewogen. Ansonsten folgte man üblichen Pfaden (die Handlung vor dem Krieg, die Handlung währenddessen und danach), wobei der Schwenk auf die Sicht der Daheimgebliebenen äußerst interessant erschien. Meist kommt deren Perspektive etwas zu kurz, hier entfaltete sich noch ein gefühlvolle Nebenhandlung mit einer hervorragend agierenden Madeleine Stowe.

Besonders die Gefechte wurden hart und trocken serviert, betrieben keine Schönmalerei oder irgendwelche künstlichen Heldentaten. Die hohe Altersfreigabe war vollkommen gerechtfertigt, die schonungslosen Bilder allerdings nicht der unnötigen Effekthascherei wegen vorhanden.

Ein stimmiger Soundtrack, kernige Gefechte, ein toller Gibson und viel Gefühl. “Wir waren Helden” definierte das Genre sicherlich nicht neu und erzählte streng genommen auch keine neue Geschichte, ist unterm Strich aber dennoch ein sehenswertes Spektakel, welches geeigneten Zuschauer wärmstens empfohlen sei. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken zum Thema “Vietnam” ist man hier als nicht-amerikanischer Zuschauer sehr gut beraten.

8/10

Fotocopyright: Concorde

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