Filmbesprechungen

DNA – Die Insel des Dr. Moreau

Inhalt

Nach einem Flugzeugabsturz strandet der Engländer Edward Douglas über Umwege auf einer geheimnisvollen Insel, auf der ein Wissenschaftler namens Dr. Moreau eine zentrale Rolle einnimmt. Schnell wird dem neuen Besucher klar, dass hier abscheuliche Experimente stattfinden und der wahnsinnige Moreau seltsame Wesen um sich scharrt…

Fazit

Geschichten von H. G. Wells (u.A. Die Zeitmaschine) gehen eigentlich immer und so dachte man sich das wohl auch bei der dritten Umsetzung seines Stoffes um Dr. Moreau und seine wilden Kreaturen. Der Cast war auf dem Papier bereits beachtlich, die chaotische Umsetzung mit wechselnden Regisseuren und Streitereien am Set wohl weniger ruhmreich. Tatsächlich ist am Ende auch ein gar nicht mal so guter Film herausgekommen, doch einen gewissen Unterhaltungswert vermag ich diesem kruden Treiben gar nicht absprechen wollen.

Die Handlung war nachwievor recht interessant, obgleich sie hier ein bisschen sperrig erzählt wurde. Man hätte einige Dinge vereinfachen, das Hinkommen problemloser gestalten können. Nichtsdestotrotz gefiel aber der prominente Cast und dieser gab schauspielerisch keinen Grund zur Klage. Während Val Kilmer in einer äußerst wandlungsfähigen Rolle in Erscheinung trat, überzeugte Urgestein Brando mit diabolischer Art.

Eigentliches Highlight waren hier aber definitiv die Kostümen die von keinem geringeren als Stan Winston (u.A. Jurassic Park) designt wurden. Die Kreaturen wirkten zwar zuweilen wie aus den alten “Planet der Affen”-Filmen entsprungen, aber das hatte einen gewissen Charme. Mir waren die menschlichen Auftritte jedenfalls lieber, als komplette Kreationen aus dem Computer – deren Technik mittlerweile bestimmt ordentlich Staub angesetzt hätten.

Das Tempo war angenehm hoch und Längen kaum zu verzeichnen. Sicherlich hätte es hier und da ein wenig zügiger zur Sache gehen können, trotzdem blieb man gespannt am Ball und verlor nie den roten Faden. Das Setting war spannend und man wollte unbedingt deren Ausgang erleben, so vorherschaubar manch Passage auch war. Es waren mitunter auch die ungewöhnlichen Figuren, die die Neugier stets befeuerten und für eine knisternde Atmosphäre sorgten.

Das Werk besaß einige Unzulänglichkeiten in Form von Dialog – und für den ein oder anderen sicherlich auch bei der Technik – und hinterließ ein paar Fragezeichen, trotzdem war die Kurzweil eigentlich durchwegs gegeben. Man wurde zwar nie supergut, aber dennoch jederzeit ordentlich bei Laune gehalten und das zählt am Ende recht viel. Freunde ungewöhnlicher (vielleicht auch leicht strittiger) Filme kommen hier jedenfalls auf Ihre Kosten und dürfen dem seltsamen Streifen gerne mal eine Chance geben.

6,5/10

Fotocopyright: Warner Home Video

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