Filmbesprechungen

Der Astronaut – Project Hail Mary

Inhalt

Der Erde droht eine neue Eiszeit und die Hoffnung liegt auf den Forschungsabreiten eines Wissenschaftlers, der zur Untersuchung der bedrohlichen Phänomene ins All geschickt wird. Dort trifft er unverhofft auf ein außerirdisches Wesen, welches vor exakt vor der gleichen Aufgabe steht und seine Heimat retten muss…

Fazit

Das Buch wurde gelobt und die Umsetzung aus Hollywood bereits als einer der Filme des Jahres gehandelt. “Der Astronaut” warf große Schatten voraus, doch das Ergebnis war für mich relativ ernüchternd. Ansprechend und ungewöhnlich war das Werk schon, doch mein Nerv hat dieser Mix aus Wissenschaftspräsentation und Slapstik-Comedy nicht so ganz getroffen.

Am Anfang war ich noch guter Dinge. Der Streifen begann zunächst etwas verwirrend (vor allem wenn man im Vorfeld keine Inhaltsangabe studiert hat) und warf viele Fragen auf. Die Erzählweise mit vielen Rückblenden ging soweit in Ordnung, da man dem Geschehen trotz der Perspektivenwechsel stets gut folgen konnte. Irgendwann war die Sache dann aber soweit verstanden und dann schlichen sich auch schon die ersten Längen ein.

Der Film plätscherte über weite Teile vor sich hin und bot vergleichsweise wenig Inhalt. Zu Beginn aufgrund der kleinen Reizüberflutung noch ganz interessant, doch dann hielt man sich mit Innovationen und Fortschritt bedeckt. Dazu gesellte sich ein Humor, der mich nicht vollends erreichen konnte und nur selten für kleinere Schmutzler sorgte. Das Niveau war hierbei überraschend flach und nicht so recht zu den trocknen Formeln und komplexen Theorien passend.

Über die Besetzung von Ryan Gosling kann man hervorragend streiten, denn für mich war er hier ziemlich deplatziert oder einfach im Rahmen des Drehbuchs nicht richtig gefordert. Konnte er in der Vergangenheit in tollen Charakterrollen begeistern (“The Place Beyond the Pines“) blieb er hier ziemlich schwach – was übrigens auch für Kollegin Sandra Hüller zutraf. Die eigentliche Funktion ihrer Figur wurde wenig beleuchtet, der Aufbau einer gewissen Sympathie beinahe unmöglich.

Man muss nicht immer unbedingt viel erklären – aber manchmal helfen kleinere Informationen schon. Ich hatte einen launigen Sci-Fi Tripp erwartet, bekam aber eine seltsame Mischung aus Wissenschaft und Comedy – die obendrein noch viele Fragen offen ließ und vor allem mit ihren eigenwilligen Gags für zusätzliches Kopfschütteln sorgte. Richtig schlecht war das Ergebnis zwar nicht, aber eine echte Empfehlung fällt mir schwer. Man kann halt nicht alles mögen und das ist auch gut so.

6/10

Fotocopyright: Amazon MGM Studios

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