A Better Tomorrow 2K12
Inhalt
Einst floh Kim Hyeok aus Nordkorea, um sich im Süden ein neues Leben aufzubauen. Mittlerweile hat er sich in einem Verbrechersyndikat nach Oben gearbeitet und versucht seinen im Stich gelassenen Bruder wieder zu finden. Es dauert nicht lange und die Ereignisse überschlagen sich…
Fazit
Nachdem es lange Spekulationen über ein Remake des Klassikers gab, nahm John Woo bei “A Better Tomorrow 2K12” im Jahre 2010 die Zügel nun selbst in die Hand. Die Erwartungen waren entsprechend hoch – die Ernüchterung über das Ergebnis leider auch. Woo hat zwar eine solide Neuinterpretation seines Kultobjektes geschaffen, dabei aber nur selten die alte Seele durchblitzen lassen.
Während sich die Handlung zumindest recht grob am Original orientiert und soweit in Ordnung geht, tat man sich mit der Modernisierung keinen wirklichen Gefallen. Die runderneute Optik wirkte austauschbar und langweilig. Zwar durchaus am Puls der (damaligen) Zeit, dennoch unspektakulär und trist. Hinzu kam ein geminderter Härtegrad, der den Titel zu Gunsten von blutigen Choreografien wohl für ein bereiteres Publikum öffnet – um seine Kosten international besser einfahren zu können.
Grade die perfekt inszenierten Shoot-Outs waren immer ein Markenzeicheichen des Regisseurs und hier gab es diesbezüglich nur wenig zu vermelden. Schießereien standen weder im Vordergrund, noch wurden sie so aufwändig wie einst zelebriert. Man beschränkte sich auf das Nötigste, stampfte auch deren Screentime gehörig ein. Grundsätzlich wäre dagegen auch nichts zu sagen gewesen, hätte der Rest eben nur ein bisschen besser bei Laune gehalten.
Über weite Teile plätscherte das Geschehen vor sich hin und kam nie so recht in die Gänge. Seine zuweilen etwas gewöhnungsbedürftige Erzählweise sorgte überdies für Unübersichtlichkeit, stellenweise hatte ich das Interesse am Gezeigten fast völlig verloren. Im letzten Drittel nahm das Konstrukt dann wieder verständliche Gestalt an und fand zum Glück zu einem versöhnlichen Finale – trotzdem fühlte sich das “Dranbleiben” fast wie Arbeit an.
Nicht nur die hammerharte Action, auch Chow Yun-fat und Konsorten fehlen bitterlich. Klar konnte man in der Neuauflage neuen Gesichtern eine Chance geben, doch mit verminderten Gefechten und stockend erzählter Handlung brauchte man auch diese nicht zum Strahlen. Für mich bleibts am Ende bei den guten Ansätzen und einem halbwegs unterhaltsamen Filmabend, doch eine echte Empfehlung (grade für Freunde des Originals) kann ich beim besten Willen nicht aussprechen. Der Film für sich genommen ist okay, doch im Vergleich zum Klassiker zieht er überall den Kürzeren.
6,5/10
Fotocopyright: Ascot Elite Home Entertainment GmbH


