Filmbesprechungen

Restart the Earth

Inhalt

In naher Zukunft haben sich die Menschen selbst in Bedrängnis gebracht. Eigentlich wollte man nur ein vermehrtes Wachstum in Wüstenregionen erzwingen, doch stattdessen haben sich Pflanzen auf der ganzen Welt ausgebreitet, an Intelligenz gewonnen und quasi die Herrschaft über den Planten übernommen. Eine Truppe von Soldaten versucht diesen Prozess rückgängig zu machen, doch die nächste Evolutionsstufe der grünen Flut steht bereits vor der Tür…

Fazit

Mit nur einen kurzen Intro werfen uns die Chinesen hier direkt ins Geschehen – und das war auch gut so. “Restart the Earth” konnte bei einigen Effekten nicht ganz von sich überzeugen, gefiel aber mit einem durchwegs hohen Erzähltempo und ließ uns während seiner kompakten 1,5 Stunden kaum durchschnaufen.

Besonders gut gefiel mir sein eigenwilliger Look, der stets zwischen Hochglanz und Edel-Trash schwankte, tatsächlich irgendwo sein eigenes Ding machte und sich hierdurch aus der breiten Masse abgehoben hat. Die teils ruckeligen Animationen waren anfangs befremdlich, entpuppten sich aber als nettes Stilmittel und sorgten für Authentizität. Manchmal sah der Streifen nach höchster Hollywood-Ware aus, manchmal wie eine Zwischensequenz aus einem alten Videospiel – trotzdem immer ganz interessant und ein toller Hingucker.

Die Handlung war grundsätzlich nicht schlecht und bot einen spannenden Rahmen, jedoch war die Erzählung durch den “Mittendrin-Einstieg” zunächst etwas holprig. Man wurde schnell vor vollendete Tatsachen gesetzt, benötigte zunächst aber ein paar Orientierungspunkte. Ansonsten wurde – abgesehen von den optischen Schauwerten – erstaunlich wenig innerhalb der Spielzeit an “Futter” geboten. Die Geschichte verlief seicht, wurde nur mit ein paar groben Eckpunkten innerhalb einiger Dialoge ausgebaut – doch ansonsten stand dann eher die Action im Vordergrund.

Diese war gut gemacht, technisch halt ein wenig dem gewöhnungsbedürftigen Look unterworfen. Ich fand sie hübsch choreografiert und teils wirklich packend inszeniert. Auch hier gab es ein paar außergewöhnliche Ideen – und irgendwie auch ein paar auffällige Parallelen zum Videospiel “The Last of Us”, bei dem die Macher offenbar mehrmals abgeschaut haben.

“Restart the Earth” war ein feiner Fantasy-Tripp, der mit ein wenig mehr Feinschliff ein echter Kracher in bester Blockbuster-Manier hätte werden können. Er besaß einen tollen Look, sehenswerte Action und ein solides Pacing – im Gegenzug aber einen zähen Einstieg und ein paar nervige Dialoge. Unterm Strich aber ein schönes Actionkino mit interessanter Prämisse und relativ unverbrauchtem Szenario. Eine Empfehlung geht raus.

7/10

Fotocopyright: Nameless

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