Filmbesprechungen

Scarlet

Inhalt

Nach dem Tod ihres Vaters hat Prinzessin Scarlet Rache geschworen, wird bei ihrem Feldzug jedoch schwer verletzt. Als sie wieder zu sich kommt trifft sie auf einen jungen Mann, der scheinbar aus einer anderen Zeitlinie stammt und über eine völlig andere Zukunft berichtet…

Fazit

Für Freunde audiovisueller Erlebnis ist “Scarlet” ein wahres Highlight. Schon nach wenigen Sekunden wurde man hier mit berauschenden Bildern und ungemein räumlichen Klängen in den Bann gezogen, so dass man fast die Außenwelt vergessen hätte. Selten zuvor hat mich ein Anime so mit seinen Reizen auf sich aufmerksam gemacht und konnte auf Dauer zum Glück auch beim Rest uneingeschränkt überzeugen.

Die Geschichte orientierte sich zwar grob an Shakespeares “Hamlet”, bot aber genügend eigene Ideen um rasch von eventuellen Ähnlichkeiten abzulenken. Der Twist mit den verschiedenen Zeitzonen hat überraschend gut funktioniert und wurde noch umso überraschender optisch von den Machern in Szene gesetzt. Man wechselte gekonnt zwischen verschiedenen Animationsstilen hin und her, brachte damit wunderbar die Gefühlslage der Hauptfigur zum Ausdruck.

Ebenfalls gelungen war die Verquickung traditioneller Zeichnungen und der Integration von 3D-Elementen. Was oftmals wie ein Fremdkörper wirkte, erschien hier wie aus einem Guss und absolut beeindruckend. Sicherlich war das bunte Treiben auch hierdurch ein wenig überfrachtet, aber man fühlt sich inmitten des prächtigen Reigens nie überlastet. Die gut ausgelotete Erzählweise bot neben actionreichen Szenen auch immer mal wieder Raum zum Durchatmen, neben vielen Weisheiten ebenfalls Momente zum Lachen.

Dinge wie Moral standen aus gegebenen Anlass hier oft zur Debatte und stets gelang der Spagat aus nachdenklichen Momenten und dennoch kurzweiliger Unterhaltung. Die knappen zwei Stunden wurden also nicht nur inszenatorisch gut befüllt, sondern in Sachen Storytelling, Abwechslung und Tiefgang hervorragend belegt.

Mit “Scarlet” schuf Mamoru Hosoda (u.A. “Das Mädchen, das durch die Zeit sprang”, “Belle”) einen vielschichtigen, vor allem aber technisch heraussagenden Anime, der selbst Verweigerern von gezeichneten Filmen zu einem Blick über den Tellerrand verleiten sollte. Klar mochte das Geschehen an einigen Stellen dann doch nicht so originell wirken, die fantastische Präsentation überspielte dies mit Leichtigkeit und am Ende bleibt ein sehenswertes Kunstwerk mit unbedingter Weiterempfehlung.

8,5/10

Dieses Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von PLAION PICTURES zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank!

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Filmen findet Ihr auf der Webseite des Labels: https://plaionpictures.com

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