Filmbesprechungen

Wardriver

Inhalt

Cole ist Hacker mit Leib und Seele. Nachts fährt er umher, dringt in fremde WLANs ein und zwackt mit kleinen Tricks etwas Kohle ab. Er achtet stets darauf, keine Privatpersonen zu bestehlen und konnte dies gut mit seinem Gewissen vereinbaren. Eines Tages wird er jedoch bei einer seiner Diebestouren erwischt und wird gezwungen einen größeren Beitrag für seinen neuen Auftraggeber zu erbeuten…

Fazit

Obwohl ich Dane DeHaan (u.A. “Valerian“, “A Cure for Wellness“) für einen coolen Schauspieler halte und einige seiner Filme wirklich liebe, hatte ich im Anbetracht des zunächst wenig aussagekräftigen Covers keine hohen Erwartungen. Der Titel erschien mehr oder weniger beiläufig, ging zwischen den größeren Werken in den letzten Wochen fast unter. Glücklicherweise fand sich trotzdem Zeit für eine Sichtung und am Ende kann ich viele positive Worte über diesen Streifen verlieren.

Die Geschichte war ein auf und ab der Gefühle – allerdings nicht nur beim Hauptdarsteller, auch beim Zuschauer. Die Handlung war im Grunde recht spannend gemacht, litt aber unter offenkundigen Logikfehlern, die uns problemlos ins Gesicht sprangen und nicht erst bei genaueren Überlegen offen lagen. Zumindest auch größere Teile des Finales ließen sich weit im Voraus erahnen – vielleicht haben die Autoren gewollt ihre Karten früh auf den Tisch gelegt.

Ansonsten gab es eine durchwegs kurzweilige Inszenierung, die keinerlei Längen aufkeimen ließ. Auf dem Schirm war immer was los und einige vereinfacht dargestellte Dinge (z.B. das Hacken) trugen nur zur zum angenehmen Tempo bei. Man verzettelte sich nicht in unnötigen Details, gab vor allem aber auch den Darstellern ordentlich Raum zum glänzen.

Dane DeHaan hat seine Sache richtig gut gemacht, verkörperte seine Rolle als Hacker mit Moral einwandfrei. Man nahm ihm seine Figur vollends ab, obgleich man ihm am liebsten wegen seiner Naivität in den Schwitzkasten nehmen wollte. Der restliche Cast trug ebenfalls zum Gelingen bei, Jeffrey Donovan (u.A. “Burn Notice”) war wieder einmal besonders cool mit seiner fiesen Art.

Trotz einiger erzählerischer Schwächen und kleinerer dramaturgischer Ungereimtheiten gelingt es „Wardriver“, über weite Strecken zu fesseln und eine dichte, moderne Thriller-Atmosphäre aufzubauen. Für Genrefans bleibt es daher bei einer Empfehlung, obgleich ein paar offenkundige Makel nicht zu verleugnen waren.

7,5/10

Fotocopyright: Leonine

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