Serienbesprechungen

Stranger Things – Staffel 1 – 5 (Gesamtreview)

Inhalt

In der kleinen unscheinbaren Gemeinde Hawkings geht es nicht mit rechten Dingen zu und ausgerechnet eine Gruppe von Jugendlichen kommt diesem Treiben auf die Spur. Zunächst begann alles mit einem vermissten Freund und dann taucht ein mysteriöses Mädchen mit übernatürlichen Kräften auf…

Fazit

Der Hype um die fünfte und finale Staffel war dermaßen groß, dass ich noch einmal alle vorherigen Episoden (bis dato kannte ich auch nur Staffel 1 bis 3) gesichtet und mich nun zu einem kleinen Gesamtreview überwunden habe.

Ich mochte schon immer das 80iger Jahre Retro-Szenario, doch gerade bei der ersten Staffel war mir die Darstellung noch ein wenig ungelenk. Man stieß den Zuschauer in jeder Szene auf die dargestellte Epoche hin, holte für meinen Geschmack zu oft den Holzhammer heraus. Immerhin war die Geschichte hier noch relativ originell und spannend präsentiert, die Vorstellung aller Charaktere ging ebenfalls schön über die Bühne.

Bereits ab der zweiten Staffel machte sich das stagnierende Storytelling bemerkbar – denn hier wurde im Prinzip das gleiche Konzept wie in den vorherigen Episoden abgefrühstückt. Selbst die dritte Staffel unterschied sich hierbei kaum. Abgesehen von ein paar neuen Charakteren lief alles wieder auf einen unausweichlichen Kampf mit dem Bösen heraus und das Ende war so gestaltet, dass die Serie zur Not auch hier hätte beendet werden können (natürlich mit vielen offenen Fragen).

Erst Staffel vier brachte dann optisch und inhaltlich etwas Abwechslung ins Programm, obwohl bekannte Muster (eine vormals verschwundene Person taucht wieder, neues Ungemach ist im Anmarsch) erneut aufgegriffen wurde. Erstmals fühlte sich das Gezeigte aber gereifter und wesentlich komplexer an – was neue Vor- und Nachteile mit sich brachte.

Die Macher wollten jedem Charakter auf Biegen und Brechen eine wichtige Rolle zuteilen (inklusive der umfangreichen Neuzugänge) und alles wirkte überfrachtet und schwieriger zu durchschauen. Man erkannte zwar mit Müh und Not auch weiterhin einen roten Faden, doch inmitten spektakulärer Effekte und Episoden mit enormer Überlänge litt der Unterhaltungswert trotz frischen Anstrich gewaltig.

Die finale Staffel ging nahtlos mit der Vierten überein. Abermals wurden die einzelnen Folgen länger und abermals litt das Treiben unter seiner immensen Überlastung an vielen Dingen. An allen Fronten ging es gleichzeitig zur Sache, jede Figur musste wieder eine zentrale Rolle übernehmen und nach Logik hat schon lange keine mehr gefragt. Erneut wurden Gerätschaften mit seltsamen Namen kreiert und jeder noch so junge Akteur glich einem Genie – was schon längst an Immersion und Glaubwürdigkeit gerüttelt hat.

“Stranger Things” hat mir insgesamt recht passabel gefallen, doch dem großen Aufschrei konnte ich nie ganz teilen. Trotz tollem Szenario, liebenswerter Figuren und schicken Design, sprang der Funke nie ganz über und “Dark” war für mich stets die bessere Mystery-Serie bei Netflix. Sicherlich ebenfalls verschachtelt, aber wesentlich eleganter, schlüssiger und weniger verkompliziert zu Ende gebracht und auch nicht so an Effekten überladen und immer weiter von seinem Ausgang entfernt. Empfehlen kann man diese “Zugpferd”-Serie für interessierte Zuschauer auf jeden Fall, doch ein weites Mal würde ich dieses Projekt nicht in Angriff nehmen wollen.

Staffel 1
7/10

Staffel 2
6,5/10

Staffel 3
6,5/10

Staffel 4
7/10

Staffel 5
6,5/10

Fotocopyright: Netflix

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