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Ghost of Tsushima (Playstation 4, Playstation 5, PC)

Inhalt

Die Mongolen sind auf dem Vormarsch nach Japan und besetzten die Insel Tsushima. Die Regierenden werden gefangen genommen, viele Zivilisten getötet. Inmitten dieser Unruhen übernimmt der Spieler die Rolle von Samurai Jin, der alles unternimmt um den Wahnsinn zu beenden…

Gameplay

„Ghost of Tsushima“ ist ein klassisches „Open-World“-Spiel, welches sich am einfachsten mit der „Assassins Creed“-Reihe oder beispielsweise „The Witcher 3“ vergleichen lässt. Gesteuert wird die Hauptfigur aus der Third-Person-Perspektive und abgeklappert werden diverse Ziele auf der großen Karte.

Wie bei den meisten Konkurrenten können wir uns auch hier entscheiden, ob wir strikt die Hauptstory verfolgen oder uns mit kleineren Nebenmissionen die Zeit verdulden möchten. Statt eines „Navigationssystems“ am Bildschirmrand, leiten uns diesmal Winde zum nächsten Ziel. Das klappt meistens irgendwie ganz gut, trotzdem musste ich öfters auf die weiterhin integrierte Karte schauen.

Mit Abschluss von Missionen oder dem observieren oder töten von Mongolen-Anführern verdienen wir uns Punkte, mit denen wir unsere Kampftechniken (die wir nach und nach freischalten) verbessern. Am Anfang werden uns grundlegende Kampftaktiken per Rückblenden-Tutorial beigebracht und so sorgt die recht die umfangreiche Controllerbelegung auch keinen größeren Stress.

Ansonsten waren die Aufgaben zwar nie sonderlich abwechslungsreich (meist „töte alle Mongolen“), aber deren Inszenierung war filmreif und hierdurch sehr packend gestaltet. Zumindest der Hauptstrang fühlte sich nur selten nach Fleißarbeit an und die Geschichte blieb klar im Fokus.

Negativ ist mir eigentlich nur die KI der Gegner und leider auch der eigenen Gefolgsleute in Erinnerung geblieben. Für die Mongolen blieb unser Samurai trotz etlicher Meuchelleien oft unerkannt und man konnte in aller Ruhe Einen nach dem Anderen beseitigen, die eigenen Mistreiter hingegen liefen gerne in brennende Pfeile und lagen ständig am Boden. Hier fühlte sich deren häufige Reanimation (unter Zeitdruck!) ein wenig nach Arbeit an.

Spielzeit

Für die Haupt-Kampagne habe ich zirka 15 Stunden benötigt.

Präsentation

Seinen ursprünglichem Release auf der Playstation 4 sieht man dem Titel durchaus an, trotzdem macht die Grafik auch heute noch einen guten Eindruck und überzeugt vor allem mit herausragender Performance. Auf meinem „Legion Go“-Handheld konnte ich das Spiel in 720p mit hohen Details superflüssig zocken und es sah echt toll aus.

Die Landschaften waren abwechslungsreich gestaltet und haben mit ihren Felder, Flüssen und eisigen Gebieten einen hohen Wiedererkennungswert. Die Figuren waren hübsch animiert und überzeugten mit ihrer glaubwürdigen Mimik während der cineastisch inszenierten Zwischensequenzen.

Die komplett eingedeutschten Dialoge waren professionell und gaben keine Grund zur Klage. Es ertönten ein paar bekannte Sprecher, die ihre Sache allesamt sehr gut machten und für eine perfekte Immersion sorgten. Abseits dessen dürfte man ein paar echten Ohrwürmern lauschen.

Positiv

  • unverbrauchtes Setting
  • tolle Präsentation
  • schöne Geschichte
  • gut geschriebene Charaktere
  • packender Spielverlauf mit Suchtfaktor
  • vielfältiges Kampfsystem

Neutral

  • „Wind“-Navigation mit immer optimal
  • teils längere Laufwege
  • manche Kämpfe ziehen sich etwas in die Länge

Negativ

  • Gegner-KI nicht immer die Schlauste
  • die KI der eigenen Mitstreiter leider auch nicht
  • fummelige Steuerung beim Springen & Klettern

Fazit

Nach all den Jahren ist „Ghost of Tsushima“ noch immer ein großartiges Spiel. Nachdem ich es zuerst auf der Playstation 5 gespielt und mangels Zeitgründen irgendwann abgebrochen habe, hat es mich auf dem PC direkt wieder gepackt und dank mobilen „Legion Go“ war keine Zugfahrt und keine Mittagspause sicher vor dem Geist.

Das Spiel baute einen unglaublichen Sog auf und hielt mit einer kinoreif erzählten Story durchwegs bei Laune. Man konnte sich unerwartet gut in den Kopf unserer Hauptfigur hineindenken und seine teils ungestümen Handlungen vollends verstehen – und natürlich auch gerne mit eigenen Händen am Pad erleben.

Lob an die ursprünglichen Programmierer und an die Portierungsexperten von Nixxes. Nach dem zweiten Teil von „Horizon“ wurde auch hier wieder ein sehenswertes und vor allem sehr performantes Produkt abgeliefert und die Hoffnung auf weitere Umsetzungen bekannter Playstation-Hits angeheizt. Im Moment dürfen sich PC-Spieler jedenfalls über diesen Titel und zu einem heißen Kandidat zum Spiel des Jahres freuen.

Fotocopyright: Sucker Punch Productions

Final Fantasy 7: Rebirth (Playstation 5)

Inhalt

Die Geschichte knüpft am Ende der Ereignisse von „Final Fantasy 7 Remake“ an. Cloud und seine Gefährten gelten weiterhin als dringend Tatverdächtig im Bezug auf ein Attentat auf einen Atomreaktor und werden noch immer vom mächtigen Shinra-Konzern verfolgt. Es gilt den zwielichtigen Sepiroth zu finden und die eigene Unschuld zu beweisen…

Gameplay

„Rebirth“ spiel sich im Grunde genau wie sein direkter Vorgänger. Erneut steuert ihr einen Charakter euerer Heldentruppe aus der Third-Person-Perspektive durch wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaften, zettelt in Echtzeit ablaufende Gefechte an und könnt dabei auf stetig erweiternde Spezialfähigkeiten und Kombos zugreifen.

Normalen Standard-Kämpfen kann großenteils ausgewichen werden, jedoch sind deren Belohnungen (Tränke, Erfahrungspunkte, etc.) in höheren Schwierigkeitsstufen nicht unabdingbar. Ansonsten münden die einzelnen Kapitel immer in aufregenden Bossfights, die durchaus unterschiedliche Taktiken erfordern. Hier gilt es besonders mit den Magiekräften (u.A. Blitz, Feuer, Wasser) zu experimentieren und die jeweiligen Schwächen herauszufinden.

Ansonsten haben es wieder jede Menge an Minispielen in das RPG geschafft – deren Erfüllen für das Voranschreiten der Hauptquest jedoch teilweise zwingend erforderlich ist und sich manchmal wie eine kleine Fleißaufgabe anfühlt. So müssen beispielsweise Wettrennen in bester „Mario Kart“-Manier absolviert, bestimmte Spots ala „Pokemon Snap“ fotografiert oder Kisten mühevoll in Maschinen geworfen werden.

Spielzeit

Allein für die Hauptgeschichte habe ich knapp 31 Stunden in das Spiel investiert und hatte dabei (abgesehen von einem extrem nervigen Geschicklichkeitstest) praktisch keinerlei Leerläufe erlebt.

Präsentation

Optisch war das erste Epos (gespielt auf der Playstation 4) schon eine Wucht, doch „Rebirth“ legt überall noch einmal eine kleine Schippe drauf. Zwar stören auch hier niedrig aufgelöste Texturen und kleinere Clipping-Fehler hin und wieder die Immersion, aber zum Glück blieben dies Ausnahmen. Besonders die Figuren waren extrem detailreich modelliert und die Umgebungen wunderhübsch gestaltet.

Leider hat der „Optik-Modus“ bei mir teilweise unschön geruckelt (grade in den Zwischensequenzen), so dass ich nahezu das komplette Spiel nur im Performance-Modus erleben durfte. Dieser schaut zwar weiterhin sehr beachtlich aus, weißt nur eine gewisse Unschärfe (durch die niedrigere Auflösung) auf – an die man sich zum Glück schnell gewöhnen konnte.

Positiv

  • herausragende Präsentation
  • interessante Geschichte
  • abwechslungsreiche Gebiete
  • liebenswerte Charaktere
  • angenehme Spielzeit & fast keinerlei Leerläufe
  • schnelles und spaßiges Kampfsystem
  • launige Boss-Kämpfe
  • gutes Quest-Navigationssystem
  • originelle Mini-Spielchen mit überwiegend guter Spielbarkeit

Neutral

  • ein paar weniger tolle Minispielchen, die zwangsweise absolviert werden müssen (Stichwort: Kistenwerfen)
  • Handlung fühlt sich hin und wieder leicht gestreckt an
  • manchmal ein paar niedrig aufgelöste Texturen

Negativ

  • bei mir nur im Performance-Modus flüßig spielbar
  • gegen Ende extrem dialoglastig

Fazit

Der erste Teil der aufwändig arrangierten Remake-Reihe war schon sehr beeindruckend und „Rebirth“ knüpft daran nahtlos an. Auch nach etwas längerer Pause kam man schnell wieder ins Geschehen hinein und das Kampfsystem ging nach wenigen Runden wieder angenehm flüssig von der Hand. Die Präsentation hat sich dank der Power der aktuellen Konsolengeneration optisch nochmals einen Ticken verbessert, obwohl das Game bei mir nur im Performance-Modus einigermaßen ruckelfrei spielbar war.

Wer Rollenspiele liebt und eine Playstation 5 sein Eigen nennt, wird um diesen Titel nicht herumkommen. Hier wirkte fast alles angenehm rund und von hoher Produktqualität – wirklich zu Mäkeln gab es tatsächlich nicht viel.

Einige Mini-Spielchen haben mir nicht unbedingt gefallen, aber gemessen an der Gesamtspielzeit hielt sich dieser Frust zum Glück in überschaubaren Grenzen und war spätestens bei der nächsten spektakulären Zwischensequenz wieder vergessen. Das Spiel war schlichtweg fantastisch gemacht und bereits jetzt schon eines meiner Spiele des Jahres. Hoffen wir, dass das nächste Kapitel nicht allzu lang (Gerüchte besagen zum Beginn der Playstation 6) auf sich warten lässt!

Fotocopyright: Sqaure Enix

The Callisto Protocol (PC/Playstation 5)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Jacob, dessen Frachtschiff nach einer feindlichen Übernahme auf einem fremden Planeten notlanden musste. Hier werden wir allerdings erst mal in den Knast gesteckt, doch eine unschöne Revolte nutzen wir für unsere Flucht…

Gameplay

„The Callisto Protocol“ lässt sich am ehesten mit dem Klassiker „Dead Space“ vergleichen. Auch hier findet das Geschehen in einem düsteren Sci-Fi-Setting statt und wir steuern unsere manchmal etwas träge Hauptfigur aus der Third-Person Perspektive.

Der Fokus liegt klar auf dem Gruselaspekt und ein paar deftigen Actioneinlagen, der Rätselanteil ist eher gering und beschränkt sich auf das Suchen von Zugangscodes oder passenden Türsicherungen – die sich allesamt stets in greifbarer Nähe befinden und keine großen Laufwege erfordern.

Die Steuerung erwies sich manchmal als etwas zickig und gepaart mit einigen Trial & Error Abschnitten kam immer mal wieder kurzer Frust auf. So musste man einige (zum Glück recht kurze) Passagen auswendig lernen und dabei einfach probieren, welche Gabelung nicht zum Tode führt. Die Steuerung reagierte dabei nicht immer so rasch wie gewünscht und gelegentlich konnte unsere Figur nicht einmal rennen, obwohl man die entsprechende Taste bis zum Anschlag gedrückt hielt.

Spielzeit

Wieder einmal habe ich die Zeit nicht genau gestoppt, würde meine Spielzeit auf einfachen Schwierigkeitsgrad (der dennoch ein paar knackige Passagen enthielt) auf zirka 7 bis 8 Stunden einschätzen.

Präsentation

Optisch ist „The Callisto Protocol“ ein echtes Brett. Figuren und Landschaften wurden sehr detailliert gezeichnet, Licht- und Nebeleffekte schufen mit der immersiven Soundkulisse (am besten mit Kopfhörern) eine tolle Atmosphäre. Den Machern gelang sogar ordentlich Abwechslung (Gefängnistrakt, Labore, stürmische Planetenoberfläche, Höhlen, etc.) in das eher trist angelegte Setting zu bringen und nicht alle Ecken identisch ausschauen zu lassen. Da fand ich das letzte „Dead Space“ eher etwas langweilig dagegen.

Die deutsche Vertonung war nicht überragend, aber immerhin noch recht gut. Die Stimmen gefielen und die Betonung der Dialoge war in Ordnung.

Positiv

  • hochwertige audiovisuelle Präsentation
  • hübscher Artsytle
  • durchwegs unheilvolle Atmosphäre
  • abwechslungsreiche Kulissen
  • griffige und spannende Gefechte
  • gute Vertonung
  • ein paar gelungene Jumpscares

Neutral

  • insgesamt sehr gradlinig
  • überschaubare Spielzeit
  • austauschbare Handlung
  • Teils etwas schwammige Steuerung

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • wenige unterschiedliche Gegnertypen
  • Finale wohl ohne DLC noch nicht ganz abgeschlossen

Fazit

Auch hier war es nicht unbedingt die Liebe auf den ersten Blick. Ich habe diesen Titel zu Release auf der Playstation 5 angefangen und dann irgendwann mangels Interesse wieder auf die Seite gelegt – um ihm nun als günstigen Steam-Titel doch noch einmal eine Chance auf dem PC zu geben.

War Anfangs noch von Mikrorucklern und schlechter Performance die Rede, konnte ich mich nach aktuellen Patchstand gar nicht beklagen und diesen Titel ohne größere Frameeinbrüche in 4K und vollen Details genießen. Die tolle Grafik hat mich dann auch dementsprechend schnell in ihren Bann gezogen und beim Gameplay hat es dann auch endlich besser gefunkt.

„The Callisto Protocol“ erzählt keine bahnrechend neue Geschichte, bedient sich ungeniert an seinen Vorbildern und ist manchmal sogar etwas schlecht zu steuern – konnte aber trotzdem für ein paar kurzweilige Stunden vorzüglich bei Laune halten und mit schöner Atmosphäre punkten. Das Spiel zockte sich locker weg, sorgte für ein paar kleinere Schrecksekunden und gefiel mit kernigen Kämpfen, auch wenn diese manchmal unter der schwammigen Steuerung (träges Bewegen, Rennen ging nicht immer) litten.

Da der Kaufpreis (sowohl auf Steam, als auch bei den Konsolen) mittlerweile bei 10-15 Euro angelangt ist, steht für Genrefreunde sogar einem Parallelerwerb zum Remake von „Dead Space“ eigentlich nichts mehr im Wege. Mit den passenden Erwartungen geht dieser Titel vollkommen in Ordnung, auch wenn man eventuell noch einen DLC für den runderen Ausgang der Story mit einberechnen sollte (so wie ich das an anderer Stelle las).

Fotocopyright: KRAFTON

Tales of Arise (PS5/PC)

Inhalt

Die beiden Welten Rena und Dahna liegen dicht beieinander, doch es herrscht große Ungleichheit. Die Bewohner von Dahna werden versklavt und ausgebeutet, stehen den großen Fürsten ihrer benachbarten Reiche demütig gegenüber. Der Spieler schlüpft nun in die Rolle eines Bergbauarbeiters, der zwar sein Gedächtnis, jedoch nicht seine eiserne Maske verloren hat und mit ein paar neuen Freunden den Kampf gegen die Ungerechtigkeit aufnimmt…

Gameplay

„Tales of Arise“ ist ein Rollenspiel in bester (Tales-)Serientradition. Ihr steuert die Hauptfigur durch 3D-Landschaften und könnt Konfrontationen mit sichtbaren Gegnern weitestgehend ausweichen. Kommt es dann aber zum Gefecht, wird in eine spezielle Kampfansicht geschaltet und in Echtzeit geht es ins Getümmel.

Entweder können wir hier wild auf dem Gamepad herumkloppen oder mit etwas Taktik die passende Ausrüstung wählen und hübsche Kombinationen mit unseren Partnern hinlegen. Das Handling ist hierbei dank Tasteneinblendungen und ausführlichen (Zwangs-)Tutorials recht einfach und bringt selbst große Bosse mit ein klein wenig Einarbeitung locker zum erliegen.

Ansonsten folgt ihr entweder strikt der Hauptquest oder nehmt kleinere Nebenaufgaben an. Eine Schnellreisefunktion (die leider nicht immer verfügbar ist) hilft euch beim Verkürzen von langen Laufwegen, wobei die verfügbare Karte bei der allgemeinen Orientierung leider nicht immer hilfreich ist. Oft bin ich ohne Plan herumgelaufen, bis ich endlich mal wieder eine Quest-Markierung gefunden habe. Speichern könnt ihr immerhin jederzeit.

Spielzeit

Rund 20 Stunden habe ich mit der Hauptkampagne verbracht und mich dabei nicht großartig gelangweilt. Dank unzähliger Nebenaufgaben und Sammelbeschäftigungen hätte sich die Spielzeit sicherlich fast verdoppelt.

Präsentation

Optisch gab sich der Titel mit seinem „Cell-Shading“-Look eher einfach, aber stimmig und vor allem performant. Ich habe das Spiel auf der Playstation 5 und auf dem „Legion Go“ gezockt, mit dem ich bei Full-HD und hohen Details ein erfreulich flüssiges Spielerlebnis in meinen Mittagspausen gehabt habe.

Die englische Sprachausgabe war recht gut, die deutschen Untertitel weitestgehend frei von Fehlern. Erwähnenswert wären auf jeden Fall noch die qualitativ hochwertigen Anime-Zwischenszenen mit tollen „Japano-„Soundtrack und hübschen Zeichenstil.

Positiv

  • stimmige audiovisuelle Präsentation
  • interessante Charaktere
  • spannende Handlung
  • tolle Anime-Zwischensequenzen
  • launige Gefechte mit leichtgängigen Kombos
  • ordentliche Spielzeit

Neutral

  • Story benötigt etwas um in die Gänge zu kommen
  • etwas Einarbeitung bei den unterschiedlichen Charakteren erforderlich

Negativ

  • Schnellreise nicht immer verfügbar
  • Orientierungsprobleme trotz Karte
  • manche Kämpfe dauern arg lang
  • häufige Gameplay-Unterbrechungen wegen Zwischensequenzen
  • Design der Dungeons manchmal etwas langweilig

Fazit

Schon ewig liebe ich die „Tales“-Reihe und habe auch sehr viele Ableger davon auf unterschiedlichen Plattformen gezockt. „Arise“ mag sicherlich der optisch leckerste Teil darstellen und sich auch spielerisch keine Blöße leisten, doch meine Favoriten bleiben „Zestiria“ und „Berseria“, bei denen ich einfach etwas besser in die jeweilige Geschichte gekommen bin und für mich einen höheren Spannungsbogen herausgezogen habe.

Nichtsdestotrotz bekommen Genrefreunde hier ein rundes Gesamtpaket, welches sich keine gravierenden Patzer leistete und durchwegs einen guten Eindruck hinterließ. Die „JRPG-Checkliste“ wurde sorgfältig abgezeichnet und in allen relevanten Bereichen mit gelungenen Mechaniken bestückt. Das Spiel funktioniert in sich einfach prima und das spricht für die Erfahrung seiner Programmierer.

Wer aktuell ein entsprechendes Rollenspiel mit zeitgemäßer Technik sucht, kann bei „Tales of Arise“ jedenfalls bedenkenlos zugreifen und sich auf die unterhaltsame Reise mit den liebenswerten Figuren begeben. Sicherlich muss man ein Faible für das Japano-Setting haben, doch dann klappt das Abtauchen erst recht sehr gut.

Fotocopyright: BANDAI NAMCO

Call of Duty: Modern Warfare III (PlayStation 5)

Kurzreview zur Singleplayer-Kampange

Was lange währt, wird endlich mit einem knappen Review abgestraft. Dem eher nativen Klang anderer Reviewer möchte ich mich hier in Kurzform anschließen und vom Kauf des aktuellen „Call of Duty“ abraten. Auch hier habe ich mich nur mit der Singleplayer-Kampagne beschäftigt, doch statt gewohnt hollywoodreifer Unterhaltung gab es zumeist nur Frust und Gefluche.

Die Präsentation war erneut über jeden Zweifel erhaben und gab keinen Grund zur Klage. Optisch sah das Spiel verdammt gut aus, gefiel mit hübschen Charaktermodellen und zuweilen auch eindrucksvollen Kulissen mit Weitsicht. Gepaart mit einem brachialen Sound war die Immersion eigentlich perfekt, bis das Gameplay dem verheißungsvollen Treiben einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

„Call of Duty“ stand eigentlich immer für Schlauchlevels und kaschierte dieses Manko mit einer atemberaubenden Inszenierung, kinoreifen Scriptszenen und viel Krawum. „Modern Warfare III “ setzt jedoch auf ein paar offenere Abschnitte und krankt gehörig an dieser Neuerung. Während die normalen Level tatsächlich wie ein Film erschienen, fühlten sich die offenen Gebiete wie ein Multiplayer-Shooter mit Orientierungsproblemen und nervigen Fleißaufgaben an. Das brach bei besagter Immersion, aber auch aus spielerischer Sicht. So schienen die Gegnerhorden nahezu unendlich und zu oft machte sich unschöne Hektik breit. Der Spannungsbogen wich wildem Herumgerenne, man fühlte sich nicht mehr bei der Hand genommen (besonders was den roten Faden der Handlung betraf).

Auch die Balance zwischen den unterschiedlichen Aufgaben war schlecht verteilt. Während man einige Passagen durchaus noch hätte länger spielen können, zogen sich andere Missionen wie Kaugummi. Man muss wohl nicht zusätzlich erwähnen, dass die vielen Charaktere und der direkte Einstieg ins Geschehen (ohne große Rückblenden) für Serien-Unkundige sowieso zu hefigen Verwirrungen führen könnten. Selbst als Veteran muss man sich erst einmal wieder alle Figuren und deren Funktion ins Gedächtnis rufen.

Für mich war „Call of Duty“ eigentlich immer eine sichere Bank. Jedes Jahr bekam man eine kurzweilige Kampagne mit hohen Schauwerten und spaßiger Action geliefert, doch 2023 blieb mir diese Freude verwehrt. Während die Präsentation weiterhin gefiel, wurde ich mit den Neuerungen nicht warm und selbst eine kurze Spielzeit von rund 4 bis 5 Stunden wären bei fantastischen Gameplay noch locker zu verschmerzen gewesen. So bleibt „Modern Warfare III“ ein Tiefpunkt einer renommierten Reihe und wird hoffentlich durch einen besseren Nachfolger ganz aus dem Gedächtnis verdrängt.

Positiv

  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • sehenswerte Charaktermodelle
  • stellenweise altvertraute Atmopshäre
  • ein paar kurzweilige Abschnitte

Neutral

  • kurze Spielzeit (rund 4 bis 5 Stunden)

Negativ

  • knappe Zeitlimits
  • schier unendliche Gegnerhorden
  • unfaire Passagen
  • offen gestaltete Missionen arg misslungen
  • benötigt viel Platz auf der Festplatte
  • Kontopflicht

Fotocopyright: Activision

Star Trek: Resurgence (Playstation 5)

Inhalt

Die USS Resoulte trifft sich mit Botschafter Spock, um an Friedensverhandlungen zwischen zwei streitenden Parteien teilzunehmen. Kaum haben die Gespräche begonnen, droht eine neue Macht das Ende der Galaxie herbeizuführen…

Gameplay

Da das Team aus ehemaligen Entwicklern von Telltale Games bestand, konnte man sich die Marschrichtung bereits im Vorfeld vorstellen. Ich würde „Resurgence“ aus Mischung aus „Life is strange“ und den bekannten Telltale-Spielen (u.A. „Tales of Borderlands, Batman: A Telltale Game, etc.) beschreiben.

Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen von Jara Rydek und Carter Diaz, steuert seine Figuren aus der Third-Person-Perspektive und muss zumeist kleinere Fleißaufgaben in Form vom richtigen Drücken von Tastenkombinationen (teilweise auch als Quicktime-Event) oder dem Zusammenpuzzeln von Frequenzen, etc. erledigen.

Das ist meist nicht sehr anspruchsvoll, führt aber stets die Handlung ohne größere Hänger fort. Ist eine Disziplin zu schwer (oder deren Mechanik nicht auf den ersten Blick ersichtlich), so greift uns auf Wunsch eine „Storyfunktion“ unter die Arme und lässt uns die Herausforderung entspannter überwinden. Sie agiert beispielsweise in Baller-Szenen als „God-Mode“ und wir können nicht mehr sterben. Der Fokus liegt also klar auf Storytelling und entspannten Zocken, denn auf Stress und das Hirn zu verrenken.

Bei den Dialogen gab es unterschiedliche Antwortmöglichkeiten, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. So können wir uns mit Fraktionen verbünden oder mehr oder weniger elegant den Krieg erklären. Vor allem aber konnte man die Beziehungen zu einzelnen Charakteren spürbar beeinflussen.

Spielzeit

Die Spielzeit betrug etwa 8 bis 9 Stunden. Genau gestoppt habe ich dies nicht und das Geschehen meist in kleinen Dosen (Episoden) immer mal wieder Zwischendurch weitergezockt.

Präsentation

Audiovisuell reißt der Titel keine Bäume aus, war aber auch nicht so übel wie aufgrund mancher fast schon vernichtender Kritiken erwartet. Ja, die Figuren waren nicht sonderlich hübsch und deren Animationen meist nicht übermäßig elegant, doch nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran und konzentrierte dann sich umso mehr auf die Story. Außerdem hatte der eigenwillige Look schon einen besonderen Charme. Ich fand das Geschehen sogar stellenweise (vor allem gegen Ende auf dem fremden Planeten) recht ansehnlich gestaltet.

Die ausschließlich englische Sprachausgabe verpasste dem Treiben zusätzlich Kontur und wirkte stimmig. Kleinere Rechtschreibe- oder inhaltliche Fehler bei den deutschen Untertiteln waren zu verschmerzen. Der Sound kam auf der großen Heimkinoanlage stellenweise echt brachial rüber – grade bei den Passagen, in denen sich Schiffe im All bekämpften

Positiv

  • gelungene Star Treak Atmopshäre
  • spannende Handlung (nach etwas Anlaufzeit)
  • gut geschriebene Dialoge
  • interessante Charaktere
  • prominente Gastauftritte
  • „Storymodus“ zum problemlosen Durchspielen

Neutral

  • simples & gradliniges Gameplay
  • nur englische Sprachausgabe
  • Untertitel teilweise mittelprächtig übersetzt
  • Geschichte braucht eine Weile, um richtig in Fahrt zu kommen

Negativ

  • technisch veraltet
  • Interaktion geht in manchen Kapiteln gegen Null
  • manchmal unverständliche Mini-Aufgaben
  • Steuerung grade in den Shooter-Passagen etwas hakelig
  • Stealth-Abschnitte nicht der Rede wert

Fazit

Ich gehöre eher zur „Star Wars“-Fraktion, schaue aber immer mal wieder gerne ins Trekkie-Lager herüber und interessiere mich neben Filmen und Serien da natürlich auch für Videospiele. Die Presse war mit „Resurgence“ zwar nicht unbedingt gnädig, aber die Stimmen der Spieler haben mich schon eher überzeugt und letztlich zu einem Kauf im Angebot (< 30 EUR) bewogen.

Die Macher lieferten ein Programm, welches sämtliche (eher geringen) Erwartungen erfüllte und mir trotz technischer Mankos eine gute Zeit bereitete. „Resurgence“ ist kein forderndes Spiel und sticht vom Gameplay nirgendwo hervor, dennoch gelang die Immersion und man fühlte sich als Fan der Materie sofort heimisch. Andere Reviewer haben das Werk als die Betrachtung von mehreren überdurchschnittlichen TNG-Folgen bezeichnet – und genau dies würde ich so unterschreiben. Die Handlung braucht fast schon zu lang um in Fahrt zu kommen, packt dann aber richtig und dann möchte man unbedingt deren Ausgang erleben.

Wer nach einem harten Arbeitstag abschalten will und das Hauptaugenmerk klar auf Storytelling legt, wird hier auch mit angestaubter Optik prima bei Laune gehalten. Klar fühlt sich das Ding (für Außenstehende) manchmal ein wenig langatmig und „nerdy“ an, doch vielleicht ist es genau das, was Fans des Franchise aber auch so lieben. „Star Trek: Resurgence“ ist vielleicht ein hässliches Entchen, doch im Kern ein grundsolider interaktiver Film im „Star Trek“-Universum.

Fotocopyright Dramatic Labs

Greyhill Incident (Playstation 5)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Haut von Ryan Baker, der gemeinsam mit der Nachbarschaft zum Zeuge einer Alien-Invasion wird. Bewaffnet mit Baseballschläger und Revolver gilt es wieder Ordnung in der Gegend zu schaffen…

Gameplay

Auch wenn sich die kurze Inhaltsangabe danach anhört, „Greyhill Incident“ ist kein reiner Shooter. Das Spiel findet zwar in der First-Person-Perspektive statt, doch Schleichen, Verstecken und Gegenstände aufsuchen gehören neben dem gelegentlichen Ballern ebenfalls zum Repertoire der Hauptfigur.

Spielzeit

Obwohl eine Kritiken von einer Spielzeit von lediglich 1-2 Stunden sprachen, konnte ich mich etwa 3 bis 4 Stunden mit dem Titel beschäftigen.

Präsentation

Optisch war das Spiel gar nicht mal schlecht. Das Figurendesign (sowohl der Menschen, als auch der Aliens) war hübsch und die allgemeine Optik wirkte recht realistisch. Zwar ging es immer nur im Dunklen zur Sache, doch immerhin stachen auch hier ein paar nette Lichteffekte ins Auge.

Der Soundtrack hielt sich größtenteils im Hintergrund, war zur richtigen Zeit aber richtig gelungen. Einzelne Tracks konnte man sogar im Hauptmenü noch einmal abhören. Sprachausgabe und Geräusche entsprachen den üblichen Standards.

Positiv

  • nettes Settings
  • Akte X-Vibes
  • ordentliche Präsentation
  • ein paar witzige Momente

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • hin und wieder hakelige Steuerung
  • nur englische Vertonung

Negativ

  • langsames Fortbewegen / lange Laufwege
  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • gradliniges Gameplay
  • insgesamt wenig innovativ

Fazit

In seinen starken Momenten sorgt „Greyhill Incident“ für wohlige Schauer ala „Akte X“, aber Abseits dessen ist höchstens die stimmige Präsentation eine besondere Erwähnung wert. Bei dem Spiel handelte es sich um einen kurzen und zumeist eher langatmigen Stealth-Shooter, bei dem grundlegende Mechaniken (Nahkampf, Ballern, Verstecken) nicht immer gut funktionierten. Als reiner Walking-Simulator mit kurzweiliger erzählter Geschichte wäre das Produkt wohl eher mein Ding gewesen – so bleibts selbst zum Sparpreis nur ein mittelprächtiger Zeitvertreib. Schade um die gute Technik.

Fotocopyright: Refugium Games/Perp Games/Perpetual Europe

Armored Core VI Fires of Rubicon (PC/Playstation 5)

Inhalt

Vor einem halben Jahrhundert wurde ein Planet durch eine seltsame Substanz fast vollständig zerstört. Eigentlich sollte sie zur alternativen Energiegewinnung dienen, hat aber eine große Katastrophe angerichtet. Nun ist das Zeug jedenfalls wieder aufgetaucht und der Kampf der Großkonzerne darum entbrannt. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Söldners, der mit seinem flinken Mech lukrative Aufträge für verschiedene Fraktionen absolviert…

Gameplay

„Armored Core VI Fires of Rubicon“ ist ein typischer Vertreter der langjährigen „Armored Core“-Reihe und – entgegen vieler Erwartungen – kein „Soulslike“, wie man es von den Programmieren vielleicht insgeheim erhofft hätte.

Gespielt wird mit einem gigantischen Mech-Roboter aus der Third-Person-Perspektive und die intuitive Steuerung geht dabei gut von der Hand. Der Koloss bewegt sich überraschend flott und hat einige Aktionen wie Ballern, Zuschlagen oder gar Fliegen drauf.

In mehr oder weniger kurzen Missionen kann sich der Spieler das nötige Kleingeld zur Aufrüstung seines Titanen verdienen und nach Wunsch daran herumschrauben. Entweder halten wir uns hier an die eigentlichen Story-Marker oder nehmen Abseits dessen kleinere Nebenaufgaben oder Arena-Kämpfe an.

Die Individualisierung hat dann nicht nur optische, sondern vor allem taktische Auswirkungen. Entweder bleibt unser Recke so flink wie zu Beginn oder er wird beispielsweise langsamer, dafür aber besser gepanzert. Es lohnt sich diesbezüglich ein wenig zu jonglieren und sich so vor allem die härteren Bosskämpfe erträglicher zu gestalten.

Wie Eingangs erwähnt, ist „Armored Core VI“ kein ultraharter Brocken, aber zumindest einige Endgegner konnten in minutenlangen Duellen schon einmal den Puls etwas in die Höhe treiben. Meist hilft hier zwar einfach draufhalten, doch sollte man um die Effizienz zu steigern dabei schon auf deren Schwachstellen achten. Ein missglücktes Ausweichmanöver führt aber nicht gleich zum direkten „Game Over“ und der Frustlevel ist moderat.

Das durchwachsene Missionsdesign an sich ist dem Spielprinzip geschuldet. In erster Linie wird halt alles zerstört, was vor die Flinte kommt und viel Tiefgang oder Abwechslung ist nicht drin. Zwar variieren die Ziele leicht von „zerstöre den Konvoi“ über „zerstöre die Abwehranlage“ bis „okay, schleich Dich hier mal an den Überwachungsdrohnen vorbei, um einen feindlichen Mech dahinter zu vernichten“, aber wenigstens kommt man immer schnell ins Thema rein und muss sich nicht mit komplizierten Sachverhalten auseinandersetzen. Mag eintönig klingen, konnte sich aber geschickt über die veranschlagte Spielzeit behaupten.

Spielzeit

Aufgrund aktueller Zeitknappheit habe ich mich ausschließlich auf die Hauptmissionen beschränkt und keinerlei Nebenaufgaben absolviert. Überrascht war ich von manch extrem kurzen Leveln (gefühlt nur 1 bis 2 Minuten), doch angetan von der ordentlichen Anzahl der Aufträge. Der Abspann war nach ungefähr 10 bis 11 Stunden über den Schirm geflackert.

Präsentation

Das Netz war über die moderaten Hardwareanforderungen erfreut und ging (aufgrund der vorherigen Titel der Programmierer) von eher mauer technischer Kost aus. Auf meinem aktuellen System (Ryzen7/RX6750 XT 12GB OC/32GB) konnte ich das Spiel in 4k mit hohen Details und sogar maximalen Raytracing genießen – und war mit der Optik mehr als zufrieden.

Zwar wirkten einige Locations etwas trist (passte aber zum Szenario), doch Andere wiederrum beeindruckend und hübsch. Vor allem die tollen (Licht-) Effekte beim Ballern, die herumfliegenden Partikel und die teils gigantischen Gegner und Bauwerke sorgten für Begeisterung. Überhaupt mochte ich den technischen, klinischen Look sehr.

Der Soundtrack hielt sich meist im Hintergrund, gab den brachialen Baller-Geräuschen den Vorzug. Enttäuschend höchstens die lieblos präsentierten Missionsbesprechungen und sich häufig wiederholende Phrasen während der Kommunikation per Funk. Es hätten gerne ein paar Zwischensequenzen (in Spieloptik) mehr sein dürfen.

Positiv

  • hübsche Optik, gute Performance
  • schnelles und unkompliziertes Gameplay
  • gute Steuerung, tolles „Mech-Gefühl“
  • wenige Frustmomente
  • viele kurze Missionen – ideal für Zwischendurch

Neutral

  • Menüs und Missionsbesprechungen eher trist & bieder präsentiert
  • wenige Zwischensequenzen zum Ausbau der Story

Negativ

  • einige Mission extrem kurz
  • insgesamt arg repetetiv/gleichförmige Missionen
  • Story insgesamt eher belanglos

Fazit

„Armored Core VI Fires of Rubicon“ mag die Gemeinschaft ein wenig spalten – und das haben sich die uniformierten Spieler selbst zu verdanken. „Fromsoft“ hat hier kein weiteres „Dark Souls“, sondern ein buntes Action-Event mit furiosen, aber rein gar nicht „Souls“-mäßigen Kämpfen abgeliefert und der lockere Spielspaß stand klar im Vordergrund.

Das Herumfliegen und wilde Ballern hat echt Laune gemacht und das eigentlich so simple und repetitive Spielsystem hat sich während der überschaubaren Spielzeit glücklicherweise nicht abgenutzt. Wäre der Titel länger ausgefallen (oder hätte ich vielleicht noch mehr Nebenmissionen absolviert) hätte die Sache vielleicht schon anders ausgesehen. Zwar war ich von manch extrem kurzen Einsatz arg überrascht, doch die Anzahl der Aufträge konnte dies gut abfedern.

Unterm Strich hat mir das aktuelle „Armored Core“ sehr gut gefallen und ich gebe Actionfreunden gerne eine heiße Empfehlung raus. Ich habe mir nicht allzu viel von dem Titel erwartet und wurde am Ende doch äußerst angenehm überrascht. Die renomierten Entwickler haben ein unterhaltsames Spektakel mit Suchtfaktor abgeliefert, welches vor wirklich umfangreichen Werken wie „Starfield“ grade richtig kam und wie ein schmackhafter Snack verschlungen wurde. Für mich sogar bisher eines der besten Spiele des Jahres.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Bandai Namco

Dead Island 2 (Playstation 5 / PC)

Inhalt

Da Spiel startet in den Überresten eines abgestürzten Flugzeugs und alsbald befindet man sich nicht nur im Kampfs mit den Trümmern, sondern stet zudem einigen Untoten gegenüber. Eine Seuche ist ausgebrochen und nun gilt es am Leben zu bleiben und idealerweise auch ein paar Verbündete zu finden…

Gameplay

„Dead Island 2“ ist ein First-Person-Shooter mit kleineren Rätseleinlagen. Das Spiel gibt sich zwar auf den ersten Blick recht „weitreich“, kann aber beim besten Willen nicht als „Open World“-Titel bezeichnet werden. Markierungen geben uns klare Ziele vor und wir hangeln uns von Schauplatz zu Schauplatz. Nerviges „Backtracking“ wird später aber immerhin durch eine Schnellreise-Funktion ersetzt.

Meist ballern und metzeln wir uns durch Zombiehorden und das eigentliche Gameplay schaut dabei immer gleich aus. Entweder müssen wir passende Schlüssel finden, eine Batterie von A nach B bringen, Kabel verfolgen oder schlichtweg alle angreifenden Gegner beseitigen. Das ist grade zu Beginn noch aufregend, doch spätestens mit dem gefühlt zehnten „Töte sie alle“-Aufruf kommt etwas Ernüchterung in die teils äußerst fordernden Gefechte.

Einen kleinen taktischen Aspekt bringen Fähigkeiten, die in Form von gefundenen Karten auf unserem persönlichen Kartendeck im Inventar platziert werden können – aber auch das Abnutzen oder Aufrüsten der Waffen, ähnlich wie beispielsweise bei „Zelda: Breath of the Wild“. Man muss also immer nach Schrott Ausschau halten und den „Lebensbalken“ unserer Baseballschläger oder Macheten im Auge behalten.

Spielzeit

Ich habe mich rein auf die Hauptgeschichte konzentriert (hier gab es schon genügend Botengängige und stupide Aufgaben) und bin am Ende bei zirka 15 Stunden Spielzeit gelandet. Das war für mich okay, da das Gameplay schon recht eintönig erschien und die Story keineswegs einen Nobelpreis für überraschende Wendungen oder sonstige dramatischen Momente verdient hätte.

Präsentation & Technik

Optisch ist „Dead Island 2“ kein Überflieger, aber vollkommen okay. Die Umgebungen schauen manchmal langweilig aus (Villenviertel zu Beginn), andererseits aber extrem stimmig (Abwasserkanäle) und dann wieder wunderschön (Riesenrad am Strand). Die Figuren sind gelungen und deren Animation meist recht hübsch. Leider wiederholen sich die Gegnertypen zuweilen sehr oft – grade in den selben Arealen.

Die englische Sprachausgabe wurde professionell vorgetragen und der Soundtrack besaß ein paar ziemlich gute Stücke.

Während das Spiel auf der Playstation 5 jederzeit flüssig lief und mit kurzen Wartezeiten aufwartete, hinterließ die PC-Version (die ich mir ebenfalls angeschaut habe) zunächst gemischte Gefühle. Egal in welcher Auflösung oder mit welcher Detailstufe – das Spiel war eine extreme Ruckelorgie. Erst nach (ich glaub dem dritten Start) lief es dann – selbst in 4K bei maximalen Details – ohne einen einzigen Hänger. Anscheinend wurden hier Shader kompiliert (oder was auch immer) – es wäre jedoch nett gewesen, den Spieler zumindest mit einer dauerhaften Einblendung während des Vorgangs darauf hinzuweisen oder wie bei „The Last of Us“ uns einfach mal ein wenig vor Spielstart warten zu lassen. Ich habe schon einen Defekt meiner neuen Grafikkarte befürchtet, bis die Performance dann endlich gepasst hat.

Positiv

  • stimmige Präsentation
  • flottes Gameplay
  • lockerer Umgangston (nimmt sich selbst nicht zu ernst)
  • stellenweise recht stimmige Abschnitte

Neutral

  • simple Rätseleinlagen
  • anfängliches Backtracking
  • sehr gradlinig konzipiert
  • überschaubare Anzahl unterschiedlicher Gegnertypen
  • mittelprächtige Geschichte mit eher schwachen Wendungen

Negativ

  • häufig wiederholende Mechanismen
  • keine richtig neuen Ideen
  • zu Beginn technische Probleme bei der PC-Version

Fazit

Vor Schwergewichten wie „Baldurs Gate 3“ kommt ein Titel wie „Dead Island 2“ gerade recht. Hier muss man nicht viel denken und kann sich beim Schnetzeln von Untoten so richtig austoben. Das funktionierte soweit recht gut, doch irgendwann sehnte man sich den Abspann herbei.

„Dead Island 2“ spielte sich zwar locker-leicht und flott weg, war aber oftmals stupide monoton und nervte mit den immergleichen Aufgaben inmitten der immergleichen Gegnertypen. Die zuweilen arg schwierigen Gefechte hielten zwar in Atem, dennoch sank die allgemeine Motivation dabei immer wieder ein kleines Stückchen. Die berechenbare und ebenfalls linear erzählte Handlung brachte da keine Besserung.

Nichtsdestotrotz. Wer eine launige Zombiehatz erwartet und sich dabei nicht mit einer tiefgreifenden Geschichte oder komplizierten Rätseln abgeben will, liegt hier goldrichtig. Bevor sich das überschaubare Gameplay völlig abnutzt, flackerte schon der Abspann über den Schirm und es gab ein verhaltenes Grinsen im Gesicht. „Dead Island 2“ definiert das Genre nicht neu und mag nach all den Jahren seiner Entwicklungszeit vielleicht den Ein oder Anderen etwas enttäuscht haben – für mich ists jedenfalls ein launiger Zeitvertreib und keine Geldverschwendung (war kurz nach dem Release bereits günstig in Frankreich erhältlich) gewesen. Irgendwann war ich so im „Flow“ und wollte mich dann unbedingt zum Finale vorkämpfen, habe in der Zwischenzeit dann kaum etwas anderes gezockt.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Deep Silver / Dambuster Studios

Final Fantasy XVI (Playstation 5)

Inhalt

Das Land Valisthea wird von einer geheimnisvollen Seuche überzeugen und die Königreiche rücken zusammen. Leider jedoch nicht in friedlicher Absicht, vielmehr fordern schlimme Kriege stets weitere Opfer und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Spieler übernimmt in diesen wirren Zeiten die Rolle von Clive, der versucht die Dinge zu kitten…

Gameplay

Der nunmehr sechzehnte offizielle Teil der Final Fantasy-Reihe geht eigene Wege und orientiert sich nicht mehr bei seinen klassischen Vorgängern. Das allgemeine Gameplay wurde sehr stark vereinfacht, Assistenten helfen auf Knopfdruck bei der Wahl der bestmöglichen Ausrüstung oder dem automatischen Vergeben von Fähigkeitspunkten.

Gespielt wird zwar – wie beim Remake von Teil 7 – aus der Third-Person Perspektive, aber die Aufgaben sind nun noch klarer definiert, bzw. das nächste Ziel stets klar vorgeben. Auf der übersichtlichen virtuellen Karte wandert man von einer Markierung zur Nächsten und das gut funktionierende „Navigationssystem“ zeigt uns stets den richtigen Weg. Das fühlt sich zwar sehr gradlinig, nahezu schlauchförmig an, verhindert aber Leerläufe – die dank des durchwachsenen Missionsdesigns dennoch aufkeimen.

Viele Aufgaben bestehen aus Fleißaufgaben und müssen für den Fortschritt aber unbedingt erfüllt werden. So klappen wir markierte Dorfbewohner für langatmigere Dialoge ab oder verbringen Gegenstände von A nach B. Glücklicherweise hält uns die leicht verworrene Geschichte trotzdem am Ball und das Kampfsystem macht fortwährend Laune.

Das Kampfsystem

Wie gesagt, die Macher rückten von alten Prinzipien ab und so musste auch das rundenbasierende Kampfsystem weichen. Die Gefechte laufen in Echtzeit ab und gehen erstaunlich gut von der Hand. Man kann den Gegner auf unterschiedliche Art (Nah oder Fern) angreifen und im richtigen Moment Ausweichen oder gar Parieren. Dies füllt dann wiederrum eine Energieleiste, die uns für eine kurze Zeit noch mächtiger attackieren lässt. Hat man das System verinnerlicht, gehen die Bosskämpfe zwar nicht schneller vonstatten (sie dauern teilweise mehrere Minuten), aber dennoch motiviert der Drang nach Perfektionismus. In vielen Kämpfen erleidet man so überhaupt keinen Schaden und freut sich über seine persönliche Optimierung – so ging es mir zuletzt bei großartigen „Guardians of the Galaxy„, wo mir der Endgegner keinerlei Kratzer mehr zugefügt hat und meiner Machtpräsentation zuschauen musste.

Präsentation

Auf den ersten Blick hat mich die Optik des neusten Final Fantasy nicht wirklich umgehen, doch auf den zweiten Blick ergaben sich viele kleine Details, die mich versöhnlich stimmten. Die Figuren waren hübsch animiert und die Effekte in den Kämpfen zuweilen atemberaubend – obgleich es auch gehörig auf die Übersicht ging. Die einzelnen Locations waren abwechslungsreich gestaltet und zuweilen atemberaubend in ihrer Architektur umgesetzt.

Der Soundtrack ging in Ordnung, schlich sich allerdings nicht so ins Ohr wie bei den vorherigen Teilen. Es gab keine einprägsame Titelmelodie oder Hymnen mit größeren Widererkennungswert. Die deutsche Synchro war gut, auch wenn nicht alle Stimmen die notwendige Betonung an den Tag gelegt haben. Nerviger die mangelnde Lippen-Synchronisation, unter der bei mir beispielsweise fast der komplette Anfangspart des Spieles litt und die auch Zwischendurch immer mal wieder aus der Immersion riss. Kann ja noch gepatcht werden.

Spielzeit

Da es im Spiel keinen Zähler gab und ich auch nicht mit der Stoppuhr vorm Fernseher gesessen habe, muss man sich auf die ungefähren Angaben aus dem Internet verlassen. Da ich nur die Hauptgeschichte und keinerlei Nebenaufgaben erledigt habe, sind die laut diversen Reviews veranschlagten 30 Stunden durchaus realistisch.

Positiv

  • packende Handlung
  • flottes und schnell erlernbares Kampfsystem
  • tolle optische Präsentation
  • ordentliche Spielzeit (Hauptmissionen)
  • schön gestaltete Schauplätze
  • große Gegngervielfalt
  • viele Hilfen (z.B. automatisches Ausrüsten oder Erlenen von Skills)

Neutral

  • Story manchmal etwas unübersichtlich
  • Kämpfe manchmal etwas unübersichtlich
  • recht gradlinig vom Spielablauf
  • keine Rätsel
  • viele Anleihen von beispielsweise „Game of Thrones“

Negativ

  • Kämpfe ziehen sich gelegentlich in die Länge
  • Quicktime-Events bei Boss-Fights
  • selbst bei den Hauptmissionen sind viele Fleißaufgaben enthalten
  • Sprachausgabe nicht immer synchron

Fazit

Vielerorts musste man hören, dass „Final Fantasy 16“ kein echtes „Final Fantasy“ mehr ist und diese Meinung konnte ich schon früh im Spielverlauf teilen. Das Werk fühlt sich mehr wie ein spielbares „Game of Thrones“, denn ein klassisches „Final Fantasy“-Erlebnis an, aber so richtig schlecht war das Resultat auf keinen Fall. Handlung und vor allem das flotte Kampfsystem generierten einen gewissen Suchtfaktor und man wollte das Ding dann auch rasch zu Ende zocken. Verwirrende Handlung oder teils unübersichtliche Schlachten hin oder her.

Zum Spiel des Jahres reicht es für mich aber nicht ganz. Auch wenn viele Faktoren extrem motivierend ausfielen, so nüchtern denke ich über manche Momente im Nachhinein nach. Die Geschichte war dann doch nicht so genial, manche Botengänge lächerlich-schnarchig und die Anleihen beim eisernen Thron doch enorm dreist – und dann doch wieder nicht konsequent genug. So hielten sich Wendungen, Gewalt oder Freizügigkeit gegenüber dem vermeintlichen Vorbild doch arg in Grenzen und alles wirkte etwas harmlos und weniger genial gescriptet.

„Final Fantasy 16“ geht neue Wege und verlor zum Glück den Spielspaß nicht. Über weite Teile wurde ich prima bei Laune gehalten und kann letztlich nur eine Empfehlung aussprechen. Das Ding ist vielleicht nicht so überragend, wie es dann teils noch knapp vorm Release gehypt wurde, aber unterm Strich ist ein sehr gutes „Action-Adventure“ herausgekommen. Bewusst verwende ich allerdings diese Bezeichnung, da der Begriff eines herkömmlichen Rollenspiels hier nicht ganz zutrifft. Die Vereinfachung vieler Elemente dürfte manchem Hardcore-Zocker zwar negativ aufstoßen, aber ich fand die Hilfefunktion durchaus hilfreich und dem Spielfluss zuträglich. Der Auftakt des 7er Remakes hat mir besser gefallen, doch als Überbrückung für die Wartezeit zum nächsten Part, eignet sich dieses Spiel hervorragend.

Grafik: 8,5/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Square

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