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Schlagwort: Marvel (Seite 1 von 3)

Madame Web

Inhalt

Cassandra Webb ist Rettungssanitäterin und seit einem Unfall mit einer sonderbaren Gabe bestückt. Scheinbar kann sie in die Zukunft blicken und großes Unheil erkennen. Zufälligerweise laufen ihr drei junge Damen über den Weg, die sie vor einem Bösewicht retten und von ihren Visionen überzeugen kann. Gemeinsam wollen sie nun das tragische Schicksal abwenden…

Fazit

Es gibt gute und weniger geglückte Comicverfilmungen und „Madame Web“ zählt für mich definitiv zu den Letzteren. Die Geschichte musste das Rad nicht neu erfinden, hätte mangelnde Innovation aber gerne mehr Kurzweil oder zumindest ein paar erinnerungswürdigen Momenten kompensieren müssen.

Über weite Teile plätscherte der Streifen vor sich hin und verlieh dem Genre keinerlei neuen Impulse oder zumindest ein paar interessante Highlights. Alles lief nach bewährten Muster ab, wich nicht von allseits bekannten Pfaden und überraschte uns natürlich auch nicht mit einem unerwarteten Ausgang.

Die eigentlich recht symphytische Dakota Johnson wirkte fortwährend deplatziert und passte mit ihrer gesamten Mimik und Gestik irgendwie nicht ins Gesamtbild hinein. Sie war weder als Rettungssanitäterin, noch als Superheldin überzeugend, verkaufte uns ihre Visionen und Charakterwendungen nicht überzeugend. Gleiches traf dann leider auch auf ihre Mitstreiterinnen zu – die weder als nervige Teenies, noch als plötzlich überzeugte Helferinnen mit lachhaften Kostümen für Begeisterung sorgten konnten.

Immerhin technisch konnte das Werk ein paar Pluspunkte einheimsen. Der Look war hochwertig und reihte sich problemlos in die Riege der großen Marvel-/DC-Kinoproduktionen ein. Die Effekte waren hübsch anzuschauen und die akustische Seite sorgte gerade in actionreichen Passagen für eine angenehme Immersion. Ansonsten erweis sich beim Thema Optik das bereits erwähnte Kostümdesign als eher suboptimal und zerrte ein wenig am passablen Gesamteindruck.

„Madame Web“ ist zwar kein richtiger Totalausfall, aber auch kein sonderlich guter Film. Es besaß zwar stellenweise einen ordentlichen (und von Fremdschämen geprägten) Unterhaltungswert, stach aber nirgendwo sonderlich hervor. Im Grunde hätte man sich dieses neue Superheldenkapitel schenken und dafür interessantere Reihen fortsetzen können. Ich bliebe lieber beim originalen Spider-Men und verzichte auf die hier gebotene Frauen-Power.

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

The Marvels

Inhalt

Der Heimatplanet der Kree liegt im Sterben und deren Armee hat dafür Rache an Captain Marvel geschworen. Unter ihrer Anführerin Dar-Benn bricht ein intergalaktischer Krieg vom Zaun, bei dem unsere Heldin aber glücklicherweise tatkräftige Unterstützung aus parallelen Universen erhält…

Fazit

Mit ihrem Spielfilm-Einstand (Link) konnte mich Captain Marvel noch nicht so recht von sich überzeugen und von daher lagen die Erwartungen bei „The Marvels“ relativ weit unten. Wie sich bereits nach wenigen Minuten herausstellte war dies auch genau richtig – denn große Filmkunst schaut doch irgendwie anders aus.

Bei diesem Streifen lag so Einiges im Argen, angefangen bei einer hanebüchenen und zudem überkomplex erzählten Handlung, bis hin zu nervigen Gesangspassagen oder qualitativ stark schwankende Effekte.

Mal sah das Geschehen wie ein hochwertiger Kinofilm mit ansprechender Optik aus, mal glaubte man eine vergleichsweise günstig produzierte Fernsehserie mit bestenfalls durchschnittlichen Aufnahmen vor sich zu haben. Mal waren die Schlachten episch und soundgewaltig in Szene gesetzt, mal fühlten sich die Zweikämpfe wie ein Herumgehampel im Stil der alten „Power Rangers“ auf schlichtem TV-Niveau an.

Die Geschichte an sich zwar okay, doch deren Erzählweise völlig holprig und unnötig verschachtelt. Im Kern war das Ganze simpel, doch Sprünge zwischen Universen, Figuren und Schauplätzen machten das Folgen nicht immer einfach. Bereits nach kurzer Zeit habe ich innerlich total abgeschaltet und das Werk nur noch als schwer rekonstruierbare Aneinanderreihung verschiedener Szenen gesehen und gar nicht mehr nach einem roten Faden Ausschau gehalten.

Die Darsteller waren symphytisch und das Treiben zumindest um ein paar witzige Ideen bemüht und dennoch kam irgendwie kein brauchbarer Flow dabei herum. „The Marvel“ war eine bunte, aber leider auch recht unausgegorene Mischung, bei der es nicht leicht war die Aufmerksamkeit fortwährend zu halten. Hatten andere Marvel-Filme bereits ähnliche Pacing-Probleme (z.B. zu lange Final-Schlachten), gab es hier noch mehr Baustellen. Langsam sollten die Verantwortlichen wirklichen ihren quantitativen Output zurückschrauben und stattdessen wieder wenigere, aber rundere Werke auf die Leinwand zaubern.

Fotocopyright: Disney

Marvel’s Spider-Man 2 (Playstation 5)

Inhalt

Kaum hat Peter Parker einen Job als Lehrer an der Schule seines Schützlings Miles Morales angenommen, kreuzt eine neue Gefahr für die Stadt auf. Ein Stamm verlässt seinen Territorium und hat es auf New York und dessen Helden und Superschurken als neues Jagdtziel abgesehen…

Gameplay

Am grundlegenden Gameplay hat sich gegenüber den Vorgängern nichts gravierend verändert. Man steuert den originalen Spidy oder dessen Gehilfen Miles aus der Third-Person-Perspektive, schwingt durch die Stadt oder verprügelt böse Schergen. Erneut gibt es dabei eine gut erzählte Hauptgeschichte und viele Nebenmissionen, die an den Schirm fesseln. Ab und zu übernehmen wir sogar die Rolle von MJ, bei deren Passagen eher schleichen und vorsichtiges Vorgehen gefragt ist.

Die Steuerung ist zunächst etwas komplex, doch wer die alten Titel gespielt hat, kommt auch schnell wieder rein – alle Neulinge sowieso. Das Kampfsystem erinnert an die letzten Batman-Teile, ist im Kern recht simpel und intuitiv, nutzt sich jedoch über die gesamte Spielzeit überhaupt nicht ab und bietet ein paar hübsche Kombinationen – und dank erlernbarer Fähigkeiten immer wieder neue Variationen. Das Ganze fühlt sich dann auch richtig gut an und lässt unsere Recken mit weiterem Verlauf auch tatsächlich mächtiger auftreten.

Jeder Akteur hat eine ordentliche Palette an Moves drauf und im Laufe der Spielzeit kommen auch immer mal wieder kleinere Gadgets (hilfreiche Drohnen, etc.) dazu. Das Schwingen durch die Häuserschluchten macht Laune und lässt die nunmehr vorhandene Schnellreise-Funktion fast überflüssig werden. Mit dem neuen Gleit-Anzug setzten die Macher eine coole Neuerung obendrauf – allerdings muss man sich auch hier mit der Steuerung anfreunden.

Die Missionen sind halbwegs abwechslungsreich, vor allem aber gut inszeniert. So machen auch inhaltlich schlicht konzipierte Aufgaben durchaus Spaß und man verliert nie die Motivation. Eine Stärke ist halt hierbei die bereits erwähnte dichte Erzählweise, die uns immer am Ball bleiben und keine Langeweile aufkommen ließ. Wer die Comics kennt, wird zwar wenig echte Überraschungen erleben – ich als eher halbwegs mit der Materie Vertrauter hatte mit einigen Wendungen allerdings echt nicht schlecht gestaunt.

Spielzeit

Für die Hauptkampagne habe ich zirka 20 Stunden benötigt. Nebenquests bzw. Sammelaufgaben habe ich dabei zum Teil eher unbewusst mit erledigt, den Fokus aber voll auf die Geschichte gelegt. Man muss aber erwähnen, dass ich viele kleine Überfälle und Beobachtungsposten so nebenbei eigentlich immer ausgehoben habe und so durchaus abseits der Hauptfade mit kleinen Abweichungen unterwegs war.

Präsentation

Optisch war „Miles Morales“ schon ein Brett und „Spiderman 2“ legt hier und da ein behutsames Schippchen drauf. Die Figuren sind fantastisch animiert, die lebendige Stadt detailreich gestaltet und die Weitsicht enorm. Man kann bis zum Horizont schauen und alle Gebäude glasklar erkennen. Stellenweise sind sogar Menschen innerhalb der Häuser auszumachen und man fühlt sich wirklich wie in einer echten Stadt. Ruckler gab es selten, Ladezeiten so gut wie keine.

Selbst auf Konsole kann man zwischen verschiedenen Modi wählen, welche entweder den Fokus auf Bildqualität oder Leistung legen. Ich bin bei der Voreinstellung geblieben, welche aus beiden Welten einen guten Kompromiss bot (und meine Hardware sowieso keine 120 Hz unterstützt).

Die deutsche Vertonung war vorbildlich und trug ihren Teil zur Inversion bei. Die Stimmen waren passend gefühlt, die Sprüche flott und der Soundtrack in den richtigen Momenten angenehm wahrnehmbar.

Positiv

  • tolle Präsentation
  • filmreife Zwischensequenzen in Spielgrafik
  • große Spielwelt
  • gutes Missionsdesign
  • flüssiges Gameplay
  • gut austarierte Spielzeit
  • viele konfigurierbaren Hilfen (automatische Quicktime-Events, Unterstützung beim Lösen von Rätseln, Zielhilfen, etc.)
  • Venom

Neutral

  • im Vergleich zu den Vorängern wenig Neues
  • oft unrealistische große Gegnerhorden

Negativ

  • seltene Kameraprobleme
  • manchmal scheinbar keine Reaktion auf Tasteneingaben bei den hektischen Kämpfen

Fazit

„Spiderman“ ist zurück und hat mit seinem diesjährigen Auftritt keineswegs enttäuscht. Nach den mehr als gelungenen Vorgängern war die Erwartungshaltung hoch und die Macher konnten sie in allen Bereichen erfüllen. Zwar hätte ich mir bei der Grafik im ersten Moment noch ein Quäntchen mehr Opulenz gewünscht, doch auf den zweiten Blick konnten die gebotenen Details durchaus begeistern – und spätestens bei Sonnenuntergang oder Nacht klappte stellenweise die Kinnlade fast herunter.

Das Gameplay war flott, die Steuerung ging gut von der Hand und die nette Grundgeschichte war cineastisch erzählt. Die Spielzeit stand in der Kritik, war für mich jedoch vollkommen in Ordnung und keineswegs zu kurz. Die rund 20 Stunden waren stets kurzweilig und frei von Längen erzählt – was man auch erstmal schaffen muss.

Erneut stellt „Spiderman“ einen Lichtblick in Sachen Videospielumsetzung von Comicvorlagen dar und erneut hat Sony damit ein heißes Eisen im (derzeit noch Playstation 5-exklusiven) Feuer. Für mich gehört der Titel zweifelsohne zu den besten Spielen des Jahres und eine Empfehlung geht selbstredend raus. Dem allgemeinen Tenor darf man sich hier anschließen und dieses Spiel gerne in die Sammlung aufnehmen.

Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

Spider-Man: Across the Spider-Verse

Inhalt

Zusammen mit seiner Freundin Gwen reist Miles Morales durch die einzelnen Multiversen und lernt seine entsprechenden Gegenstücke in anderen Ebenen kennen. Durch einen folgeschweren Fehler jedoch bringt er das Gleichgewicht der Welten ins Schwanken und landet selbst auf der Abschlussliste seiner Mitstreiter…

Fazit

Für mich war „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ in vielerlei Hinsicht eine komplizierte und dennoch sehr fesselnde Angelegenheit. Zum Einen sind die unterschiedlichen Zeichenstile, laute Musik und schnelle Schnitte sehr gewöhnungsbedürftig zum Anderen wurde hier quasi nur ein halber Film abgeliefert. Mitten im Geschehen (und das nach merklich über zwei Stunden!) lief plötzlich der Abspann über den Schirm und der Ausgang blieb komplett offen. Dies wusste ich vorher nicht.

Wie dem aber auch sei, die Macher präsentieren uns hier dennoch eine kunterbunte und vor allem sehr vergnügliche Angelegenheit, die sich nicht vor ihren ebenso gelungenen realen Ablegern verstecken muss. Die einzelnen Kurzgeschichten waren allesamt unterhaltsam und wurden sprichwörtlich gekonnt miteinander verwebt. Das Tempo war zuweilen sehr hoch und dennoch konnte man gut den Überblick bewahren, wusste stets die Lage trotz gewisser Hektik einzuordnen.

Die Story war in Ordnung, aber nichts weltbewegendes. Die Idee mit den Multiversen war nicht neu, wurde jedoch ganz passabel und konsequent umgesetzt. Endlich konnte man wieder in die umfangreiche Marvel-Trickkiste greifen und so manch bisher unbekannten (oder gar neuen?) Charakter präsentieren – der sich entsprechend der Handlung mit seinen Fähigkeiten einbringen konnte. Die Gestaltung der Figuren war gelungen und die Harmonie untereinander gegeben.

Optisch und Akustisch war vor allem die 4k Variante äußerst beeindruckend. Sicherlich waren die grade die wechselnden Animationsstile für den eigenen Kopf eine Sache für sich, aber technisch waren sie einwandfrei umgesetzt. Der Streifen wirkte durchwegs hochwertig und große Kunst ist wohl ein hierfür angebrachter Begriff. Der Sound dröhnte schon in den ersten Sekunden aus allen Lautsprechern und schuf eine krasse Inversion. Stimmen aus verschiedenen Ecken sorgten immer mal wieder für ein echtes Mittendrin-Gefühl, machten wirklich Laune.

Fans von schrillen Animationsfilmen werden sich bei „Across the Spider-Verse“ fortwährend die Hände reiben. Nach kurzer Orientierung hat der Look absolut überzeugt und man konnte sich gut im Geschehen fallen. Aufgrund eines offenen Finales und trotz Überlänge nur halber Handlung, bleibt eine noch höhere Wertung für das bunte Spektakel verwehrt.

7,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Guardians of the Galaxy Vol. 3

Inhalt

Nach einem Attentat auf Rocket, ist das komplette Team der „Guardians“ in Sorge. Sie machen sich auf, um ein Heilmittel ausfindig zu machen und treffen dabei auf die Typen, die ihren Waschbär-Kumpel zu dem gemacht haben, der er heute ist…

Fazit

Weniger ist manchmal mehr – und im Falle von „Guardians 3“ trifft diese Phrase leider vollends zu. Versteht mich dabei nicht falsch: ich hatte durchaus meinen Spaß an dem Streifen und konnte stellenweise herzhaft lachen – dennoch wäre eine halbe Stunde weniger Laufzeit sicherlich kein Beinbruch gewesen.

Der Film fängt da an, wo seine Vorgänger (oder besser gesagt die handlungstechnischen Anleihen bei den Avengers-Filmen) aufgehört haben und trotz mangelnder erneuter Sichtung gelingt der Einstieg ohne Hürden. Schnell ist man im Geschehen drin und ebenso schnell schätzt man wieder den eigenwilligen Humor – so flach er auch manchmal ist.

Die Geschichte war mehr eine „Rocket Origin-Story“, statt großartiger Erweiterung des Marvel-Universums, aber für mich ging das absolut in Ordnung. Seine Figur ist cool und seine Hintergründe durchaus einen Kinofilm wert – zumal er mit teils grandiosen und süßen Figuren ausgeschmückt wurde.

Wie Eingangs erwähnt, hätte dem Treiben eine Straffung allerdings sehr gut getan. Besonders gegen Ende hin, fühlt sich alles unnötig in die Länge gezogen an und gerne hätte man mittendrin etwas mehr Kurzweil an den Tag legen können. Die derben Sprüche und lustigen Momente kaschieren zwar viel, aber eben auch nicht sämtliche Durchhänger.

Die Effekte waren erwartungsgemäß grandios und der Sound schepperte an den richtigen Stellen ordentlich. Die Macher kombinierten abermals eher oldschoolige Charthits mit aufwühlenden Actionpassagen und erweckten das vertraute Feeling der Reihe. Zum Glück waren auch alle bekannten Charaktere wieder mit an Board und deren Chemie hat gepasst. Groot wurde gefühlt etwas zurückgefahren, bekam aber seine Glanzauftritte.

Wer die „Guardians“ mag, kommt auch mit Teil 3 wieder auf seine Kosten. Man wurde größtenteils echt prima bei Laune gehalten und die vielen vertrauten Elemente sorgten schnell für entspanntes Ankommen. Die Überlänge wäre in meinen Augen zwar nicht notwendig gewesen, dennoch gebe ich eine Empfehlung ab. Der erste Serieneintrag bleibt ungeschlagen, doch so für sich ist Volume 3 ein mehr als solider Eintrag unter all den mittlerweile unüberschaubaren Comic-Adaptionen.

7/10

Fotocopyright: Disney

LEGO(R) Sanctum Sanctorum

Zu Weihnachten habe ich mir das Sanctum Sanctorum gegönnt und hatte rund drei Nachmittage richtig Spaß mit dem Bau. Das Set schaut nicht nur äußerlich sehr schön aus, sondern steckt auch voller witziger Details und kommt mit vielen Figuren daher. Schade hingegen, dass etliche Steine ziemlich verkratzt waren und überall Angusspunkte auszumachen sind.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

LEGO ist eine eingetragene Marke.

Thor: Love and Thunder

Inhalt

Nachdem die Bewohner von Asgard ihren Anführer Odin und ihre geliebte Heimat verloren haben, gründeten sie eine neue Siedlung auf der Erde. Thor hat sich mittlerweile den Guardians angeschlossen und erlebt mit ihnen ein wildes Abenteuer nach dem Anderen. Ein Auftrag führt ihn jedoch wieder zu seinem Volk – denn ein über Schurke hat es mit einem besonderen Schwert auf das Abschlachten von Göttern abgesehen…

Fazit

Die „Thor“-Filme gehörten für mich schon immer zu den besseren Comic-Adaptionen, doch „Love and Thunder“ hat mich schon nach wenigen Minuten sprachlos gemacht und ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Was hier geboten wurde, lässt sich mit simplen Worten kaum umschreiben und muss eigentlich selbst erlebt werden. Taika Waititi bricht mit vielen Konventionen, überspannt den Bogen maßlos und liefert ein Füllhorn der guten Laune. Selten haben Gags so gelungen gezündet und selten haben Referenzen auf andere Werke so hervorragend funktioniert wie hier.

Die Macher haben eigentlich alles richtig gemacht. Das Tempo war durchwegs hoch, die Action perfekt dosiert und der Humor stets auf den Punkt. Viele Sprüche sind direkt im Kopf geblieben und der rockige Soundtrack durchstreift noch immer das Hirn. Wenn sich unser Held zu markanten Songs durch die Gegner schnetzelt und dabei ein wildes Chaos hinterlässt, bleibt kein Auge trocken. Es fühlt sich in oftmals so an, dass viele Dinge endlich zusammen kommen – die schon lange zusammen gehören und man sich fragt, warum man nicht schon vorher auf manche absurd-geniale Idee gekommen ist.

Neben einer fantastischen Akustik werden die Sinne nicht nur durch hübsche Hauptdarsteller, sondern auch mit teils atemberaubenden CGI-Effekten verwöhnt. Alles wirkt aus einem Guss und die unterschiedlich designten Locations in sich total stimmig. Es macht Spaß hier abzutauchen und die vielen bunten Eindrücke auf sich wirken zu lassen – ohne von zu viel Action oder anderen Dingen abgelenkt zu werden.

„Love and Thunder“ ist Spaßkino in reinster Form und für mich eine Referenz in seinem Genre. Hier passt einfach alles zusammen, auch wenn der Mittelteil kurzzeitig nicht ganz mit dem Niveau von Anfang und Ende halten kann. Unterm Strich lieferte Waititi allerdings ein extrem rundes und unterhaltsames Gesamtergebnis, welches durchaus Potential zum häufigeren Anschauen bietet – und somit eine echte Empfehlung verdient. Wer auf bunten Quatsch steht, bekommt hier sensationellen Edel-Trash mit Kult-Eigenschaften und einem schönen Finale, bei dem man Lust auf Mehr bekommt!

9/10

Fotocopyright: Disney

Samaritan

Inhalt

Einst kämpften zwei Brüder mit gewaltigen Kräften gegeneinander. Während der Eine Rache für den Flammentod der Eltern ausüben möchte, hat sich der Andere dem Guten verschworen. Nachdem die Beiden in einer verehrenden Schlacht starben, hat die Menschheit schnell vergessen. Jahre später glaubt ein kleiner Junge, in seinem Nachbar den ehemaligen Streiter für die Gerechtigkeit gefunden zu haben…

Fazit

Erwartet habe ich eigentlich nichts – und bekommen habe ich einen ungewöhnlichen Superheldenfilm, der mich von Anfang bis Ende richtig gut bei Laune gehalten hat. Zwar gab die Story nicht allzu viel her und vor allem war der die Wendung in der Charakterzeichnung sehr vorherschaubar, aber trotzdem hat dies der Unterhaltung keinen Abbruch getan.

„Samaritan“ setzt den Fokus weniger auf Action, vielmehr auf die Zeichnung seiner Figuren. Diese war im gegebenen Rahmen bzw. der zu Grunde liegenden kompakten Spielzeit zwar ebenfalls eher rudimentär, schlimm war dies aber nicht. Man konnte sich schnell in die Gegebenheiten hineindenken und musste sich nicht mit übertrieben komplexen Handlungssträngen herumärgern.

Stallone wirkte alt und „langsam“, was aber prima zu seiner Rolle passt und somit als Pluspunkt zu verzeichnen war. Sein junger Kollege war aufgeweckt, aber niemals nervig – während sein Antagonist (Pilou Asbæk) richtig schön fies daher kam und Spaß brachte. Klar fühlte er sich ein wenig nach einem „Bane-Verschnitt“ an, doch gejuckt hats mich nicht.

Ein bisschen Zweigespalten war ich beim Überlegen, für welches Zielpublikum das Werk nun sei. Es ging überwiegend harmlos und kindgerecht daher, dennoch wiesen die unblutigen Kämpfe schon ein paar heftige Einlagen auf. Für 12jährige vielleicht zu hart – für ältere wohl insgesamt zu zahm. Überhaupt für Manche vom Pacing vielleicht auch ein wenig zu lahm – was mir allerdings gut gefiel und für Pluspunkte sorgte.

Ich kann es nur betonen, dass „Samaritan“ mir außerordentlich gut gefallen hat, auch wenn er so seine Schwächen und wenig innovativen Momente hatte. Im Gegensatz zu den großen „Marvel“-Filmen war die Action hier wesentlich angenehmer dosiert und der Grundton trotz schräger Figuren ebenfalls angenehm ernst. Es wurde nie langweilig und der simple Plot stieß nie sauer auf. Für mich ein durchaus ordentlicher Streaming-Tipp, sofern man die „Prime-Mitgliedschaft“ sowieso schon sein Eigen nennt und nicht extra Geld für diesen Titel in die Hand nehmen muss.

7,5/10

Fotocopyright: Amazon Prime

Spider-Man (PC)

Inhalt

Ein großer Bösewicht ist gefasst, doch die Stadt kommt nicht zur Ruhe. Überall tauchen maskierte Schergen auf und liefern sich Gefechte mit Polizei und Anhängern des Inhaftierten. Spiderman hat nun alle Hände voll zu tun…

Gameplay

„Spider-Man“ ist ein Open World Abenteuer, welches mit Genrevertretern wie „Assassins Creed“ oder „Batman: Arkham City“ oder „Batman: Dark Knight“ vergleichbar ist. Der Spieler steuert den Superhelden aus der Third-Person Perspektive durch eine gigantische und detailreich gestaltete Stadt, kann stringent der Hauptmission folgen oder sich in vielen Nebenquestes austoben.

Das Erobern, pardon >hacken< von Türmen schaltet nach und nach eine Karte frei und ermöglicht auf später eine Schnellreisefunktion zu nutzen. „Spidy“ ist durch seine grazilen Netzschwinger zwar schnell unterwegs, doch manchmal schadet dieser Komfort wahrlich nicht.

Das Kampfsystem erinnert ebenfalls an die Konkurrenz und ist so eingängig, wie effektiv. Es gibt Tasten für Angriffe, Auszeichen oder dem Einsatz von Gadgets – wie beispielsweise Drohnen oder Spinnennetze. Trotz Doppelbelegung gehen die Moves gut von der Hand und schnell entstehen elegante Kombos.

Spielzeit

Da ich das Spiel seinerzeit bereits auf Konsole gespielt habe, lag der Fokus beim erneuten Durchspielen klar auf der Hauptkampagne – für die ich etwa 12-13 Stunden gebraucht und dabei lediglich eine knapp 70% Komplettierung vorzuweisen habe. Für Sammler und Trophäenjäger ist hier sicherlich noch viel mehr drin.

Präsentation

Schon auf der Konsole hat „Spider-Man“ eine gute Figur gemacht und auch auf dem PC gibt es nichts zu Meckern. Die Weitsicht ist enorm, die Figuren hübsch animiert und die Details zuweilen atemberaubend. Man kann in viele Gebäude hineinschauen, toll gestaltete Bauwerke genießen oder einfach zwischen dutzenden Menschen auf den Straßen flanieren. Die Stadt wirkt lebendig und glaubwürdig – im Gegensatz zu den eher trist gestalteten „Batman“-Titeln.

Der Soundtrack war überwiegend unauffällig, spielte sich aber an den passenden Stellen angenehm in den Vordergrund. Die deutsche Sprachausgabe gab keinen Grund zur Klage, jedoch waren „Nebengeräusche“ oftmals auf englisch.

Positiv

  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • schöne Atmosphäre
  • lebendige Stadt
  • geschmeidiges Schwingen in Häuserschluchten
  • launiges Kampfsystem
  • Quicktime-Events & kleinere Knobelaufgaben überspringbar
  • brauchbare Handlung
  • viele Nebenaufgaben
  • abwechslungsreiche Aufgaben
  • viele bekannte Charaktere gut umgesetzt

Neutral

  • Steuerung hin und wieder hakelig
  • ein paar nervige Schleich-Einlagen
  • kleinere Grafikfehler
  • kleinere Tonfehler

Negativ

  • immer gleiche Gegnertypen
  • nur Stadt-Setting

Fazit

Nach „Horizon Zero Dawn“ und „God of War“ haut Sony den nächsten Hit heraus und glänzt neben dem guten Inhalt auch mit einer hochwertigen Technik. Auch auf dem PC ist „Spider-Man“ ein kurzweiliger Spaß, der den hoch gelobten Fledermaus-Spielen in Nichts nachsteht.

Es gab kaum Leerläufe und das Pacing war sehr gut. Mit dem Sammel-Aspekt wurde es vielleicht etwas übertrieben, aber hierfür gibt es eben auch Fans und somit hatte ich damit keine Probleme. Das waghalsige Schwingen durch die Stadt litt manchmal unter der hakeligen Steuerung, was der ausgezeichnete Rest locker wieder kaschieren konnte.

Die „Miles Morales„-Auskoppelung war für mich einen kleinen Ticken runder, doch zunächst können sich PC-Spieler sorglos auf dieses Abenteuer einlassen und wieder einen bis dato verpassten Konsolentitel auf ihrer Wunschliste abhaken. Erneut hat sich das Warten gelohnt!

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

Moon Knight – Staffel 1

Inhalt

Museumsmitarbeiter Steven wird von seltsamen Visionen geplagt und muss sich während der Nacht sogar an sein Bett fesseln. Er erwacht regelmäßig an den unterschiedlichste Orten und hat keinerlei Erinnerung an seine seltsamen Reisen. Eines Tages jedoch, wird er mit der erstaunlichen Wahrheit konfrontiert…

Fazit

„Moon Kinght“ war wieder so eine Serie, bei der sich viele Kritiken völlig überschlugen und sie als heiligen Gral anpriesen. Entsprechend hoch waren dann meine Erwartungen, die ich nach den ersten Vorschaubildern eigentlich gar nicht so heftig nach Oben schrauben wollte.

Disney präsentierte uns hier eine Produktion, die für mich in erster Linie durch ihren frischen und unverbrauchten „Superhelden“ punkten konnte. „Moon Knight“ war durch seine verschiedenen Persönlichkeiten ein Charakter mit Kontur und wesentlich unberechenbarer als das übliche Genre-Klientel. Die witzigen inneren Konversation sorgten immer wieder für kleine Schmutzler und hoben das tolle Spiel von Oscar Isaac umso höher empor.

Überhaupt bekamen wir hier eine originelle Prämisse, die sich lobenswerterweise von den üblichen Verdächtigen abhob. Natürlich waren auch hier Gut und Böse klar in ihren Rollen getrennt, doch die Geschichte drumherum war interessant und mit vielen kleinen Details ausgearbeitet. Es gab auch mal so eben Nebenbei einen kleinen Unterricht in ägyptischer Mythologie und so fühlte man seinen gewissen Abendteuer-Drang stets gut befriedigt – immerhin wurde die Produktion auch mit Anleihen aus „Indiana Jones“ beworben.

Zwar umfasst die erste Staffel lediglich 6 Episoden, doch deren Balance war meist genau auf den Punkt und traf immer wieder den richtigen Nerv. Es gab nur selten kleinere Durchhänger, überwiegend ging es dafür flott und spaßig zur Sache. Ruhigere und actionreiche Ereignisse wechselten sich im passenden Rahmen ab und gaben dem Betrachter stets die Zeit zum Durchatmen.

Optisch wurden ein paar echt sehenswerte Schmankerl geboten, wobei man das stellenweise eher durchschnittliche CGI auch nicht unerwähnt lassen sollte. In jüngster Vergangenheit haben wir technisch definitiv bessere Werke gesehen, doch unterm Strich ging das hier Präsentierte schon in Ordnung. Neben ein paar merkwürdig konstruierten Figuren gab es nämlich ein paar echt hübsche Kulissen zu bestaunen und die Atmosphäre war eigentlich immer richtig klasse.

Mit seinen vielen frischen Elementen hebt sich „Moon Knight“ angenehm aus der Serienflut der letzten Monate hervor und liefert uns einen kurzen, aber weitestgehend spaßigen Tripp mit skurrilen Typen durch ferne Länder. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen in weiteren Filmen oder gar neuen Episoden der Serie – den unser neuer Held hat durchaus Potential zu weiteren unterhaltsamen Auftritten.

8/10

Fotocopyright: Disney

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