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Das Versprechen

Inhalt

Ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag und zu den Feierlichkeiten seiner Pension macht die Nachricht über ein totes Kind die Runde und schnell reist Jerry zum Tatort. Obwohl er den Fall eigentlich abgeben könnte, verspricht der der Familie eine schnelle Aufklärung. Ein möglicher Täter ist zwar schnell gefunden, doch irgendwas scheint Faul an der Sache zu sein…

Fazit

Sean Penns Das Versprechen orientiert sich zwar an Albrecht Dürrenmatts Vorlage, geht dabei aber in vielen Punkten seinen ganz eigenen Weg. Herausgekommen ist ein ruhiger, atmosphärischer Thriller, der mehr Wert auf seine Figuren und deren psychologische Entwicklung legt als auf klassische Spannung. Das Ergebnis ist durchaus gelungen, wirkt in meinen Augen jedoch stellenweise etwas zu langatmig.

Die Geschichte erfindet das Rad zwar nicht neu und auch ihre Kernaussage zeichnet sich relativ früh ab. Dennoch wird das bekannte Grundgerüst durch einen hervorragend aufgelegten Cast deutlich aufgewertet. Allen voran überzeugt Jack Nicholson, der den Film über weite Strecken nahezu im Alleingang trägt und seiner Figur eine beeindruckende Tiefe verleiht.

Nicholson spielt den ehemaligen Polizisten mit großer Hingabe und bemerkenswerter Glaubwürdigkeit. Seine zunehmende Besessenheit, das gegebene Versprechen einzulösen, ist jederzeit nachvollziehbar. Man kann sich gut in seine Gedankenwelt hineinversetzen und seine innere Zerrissenheit regelrecht spüren. Gerade in den letzten Szenen verleiht er seiner Figur eine erschütternde Fassungslosigkeit, die dem ohnehin bitteren Ende zusätzliches Gewicht verleiht.

Wie bereits erwähnt, nimmt sich der Film allerdings sehr viel Zeit. Lange Landschaftsaufnahmen, ruhige Einstellungen und immer wieder minutenlange Passagen mit nur wenigen Dialogen sorgen zwar für eine dichte, melancholische Atmosphäre und entschleunigen das Geschehen spürbar, lassen den Film aber auch das eine oder andere Mal etwas zäh wirken. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem ungewöhnlichen Thriller belohnt, der weniger auf große Überraschungen als auf seine Figuren und deren Schicksal setzt.

7/10

Fotocopyright: NSM Records

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