Veröffentlicht in

Barbarian

Inhalt

Tess reist nach Detroit, um für einige Tage in einem gemieteten Haus zu übernachten. Als sie dort spät am Abend ankommt, muss sie allerdings feststellen, dass das Haus bereits von einem fremden Mann bewohnt wird. Keith erklärt ihr, dass er das Haus ebenfalls über eine Buchungsplattform gemietet hat und selbst nicht weiß, wie es zu dieser merkwürdigen Doppelbuchung kommen konnte…

Fazit

„Barbarian“ ist für mich wieder so ein Film, bei dem ich zunächst gar nicht genau wusste, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Gerade das hat mir aber ziemlich gut gefallen. Der Film beginnt relativ ruhig und baut zunächst eine unangenehme Spannung auf, ohne direkt alle Karten auf den Tisch zu legen. Man fragt sich ständig, was in diesem Haus eigentlich vor sich geht und ob Tess ihrem Gegenüber wirklich trauen kann.

Besonders die erste Hälfte fand ich richtig stark. Die Atmosphäre ist schön beklemmend und aus einer eigentlich ganz alltäglichen Situation wird nach und nach etwas immer Unheimlicheres. Dazu kommen einige Szenen, bei denen man durchaus kurz zusammenzuckt. „Barbarian“ schafft es dabei erfreulicherweise, nicht einfach nur auf billige Jumpscares zu setzen, sondern die Spannung vor allem über die Umgebung und die ständig wachsende Unsicherheit aufzubauen.

Auch die Idee hinter der Geschichte hat mir gefallen. Der Film nimmt immer wieder eine neue Richtung und überrascht dadurch an einigen Stellen. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir nicht alle dieser Wendungen gleich gut gefallen haben. Gerade im weiteren Verlauf wird die Geschichte teilweise etwas überdreht und verliert ein wenig von der Atmosphäre, die zu Beginn noch so hervorragend funktioniert hat.

Überhaupt ist „Barbarian“ für mich ein Film, bei dem die erste Hälfte deutlich stärker ist als die zweite. Während man anfangs noch gebannt vor dem Bildschirm sitzt und unbedingt herausfinden möchte, was hinter den merkwürdigen Ereignissen steckt, wird es später zunehmend grotesker und teilweise auch etwas konstruierter. Einige Entscheidungen der Figuren darf man ebenfalls nicht allzu sehr hinterfragen, denn sonst dürfte man sich relativ schnell über die eine oder andere Dummheit ärgern.

Trotzdem hatte ich mit dem Film meinen Spaß. Er ist spannend, stellenweise richtig unangenehm und vor allem deutlich unberechenbarer, als man zunächst erwartet. Dazu kommt eine ordentliche Portion schwarzer Humor, die das Ganze immer wieder etwas auflockert, ohne die düstere Grundstimmung komplett zu zerstören.

Kein perfekter Horrorfilm, dafür gibt es mir im späteren Verlauf einfach ein paar zu viele Brüche und die Geschichte wird mir stellenweise etwas zu abgedreht. Die starke erste Hälfte, die gute Atmosphäre und einige wirklich gelungene Überraschungen sorgen aber dafür, dass „Barbarian“ insgesamt trotzdem deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Für einen Horrorabend ist der Film auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Man sollte möglichst wenig über die Handlung wissen und sich einfach überraschen lassen – denn genau davon lebt „Barbarian“ am meisten.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Betreiber von hard-boiled-movies.de

Filmfreak und Gamer - Nerd aus Leidenschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert