Inhalt
Daisy arbeitet in einer Abteilung, die problematische Videos innerhalb des Firmennetzwerkes überprüft und gegebenenfalls auch entfernt. Dabei bekommt sie täglich mitunter schreckliche Aufnahmen zu Gesicht, die sie irgendwann auch nach Feierabend nicht mehr loslassen. Als sie sich schließlich verpflichtet fühlt, den Urheber eines ganz bestimmten Clips ausfindig zu machen, gerät sie dabei selbst in eine gefährliche Falle…
Fazit
Die Thematik von „American Sweatshop“ ist definitiv nicht ohne und gleichzeitig durchaus nachvollziehbar. Gerade die Arbeit der sogenannten Content-Moderatoren, die täglich mit den schlimmsten Bildern und Videos konfrontiert werden, bietet eigentlich genügend Stoff für einen beklemmenden Thriller. Die Inszenierung hätte für meinen Geschmack allerdings stellenweise etwas geschmeidiger ausfallen dürfen, weshalb am Ende ein eher durchwachsener Eindruck zurückblieb.
Hauptdarstellerin Lili Reinhart macht ihre Sache dabei wirklich gut und muss das Geschehen über weite Strecken praktisch im Alleingang tragen. Sie agiert weitestgehend glaubwürdig und auch die zunehmende Veränderung ihrer Figur ist jederzeit nachvollziehbar. Gerade hier schafft es der Film, die psychische Belastung ihrer Arbeit zumindest ansatzweise greifbar zu machen.
Leider konzentriert sich das Geschehen sehr stark auf Schreibtischarbeit, stur vorm Bildschirm hocken und jede Menge Dialog. Das passt zwar grundsätzlich zur Thematik, sorgt aber immer wieder für kleinere Längen und ließ meine Aufmerksamkeit zwischendurch doch etwas abschweifen. Auf dem Bildschirm ist über längere Strecken schlicht nicht allzu viel los. Gleichzeitig hätte man die Handlung an der einen oder anderen Stelle durchaus etwas straffen können, ohne dass die Zusammenhänge darunter gelitten hätten.
Optisch besitzt der Streifen durchaus einen hochwertigen Look und wirkt insgesamt sauber produziert. Trotzdem erinnerte mich die Inszenierung stellenweise eher an eine bessere TV-Produktion, die mittlerweile allerdings durchaus mit größeren Kinoproduktionen mithalten kann. Atmosphärisch wäre meiner Meinung nach trotzdem noch etwas mehr drin gewesen.
Unterm Strich bleibt damit ein durchaus interessanter Thriller, der sich einer unangenehmen und aktuellen Thematik widmet, aus seinen Möglichkeiten aber leider nicht immer das Maximum herausholt. Lili Reinhart überzeugt in ihrer Rolle und hält den Film über weite Strecken zusammen, während die eher ruhige Erzählweise und die vielen Dialogpassagen immer wieder für kleinere Durchhänger sorgen. Kein schlechter Streifen, aber eben auch keiner, der mir nach dem Abspann noch besonders lange im Gedächtnis bleiben wird.
6/10
Fotocopyright: Plaion Pictures
