Filmbesprechungen

Der große Bellheim (TV-Vierteiler)

Inhalt

Eigentlich befindet sich Peter Bellheim längst im wohlverdienten Ruhestand in Spanien, doch ungute Neuigkeiten aus Deutschland zwingen den Unternehmer zur Rückkehr. Seine erfolgreiche Kaufhauskette gerät ins Schwanken, seine allererste Filiale scheint von der Schließung bedroht…

Fazit

Der kürzliche Tod von Mario Adorf hat mich noch einmal zur Sichtung einiger Klassiker – darunter eben auch “Der große Bellheim” – bewogen und natürlich auch wieder von dessen schauspielerischen Fähigkeiten überzeugen können.

Der Film (bzw. der Vierteiler) lebt von der Präsenz der allgegenwärtigen Ikone und scheinbar jede noch so kleine Szene dreht sich um seine zentrale Figur. Adorf verkörperte den gewieften und dennoch symphytischen Geschäftsmann mit Hingabe, Glaubwürdigkeit und einer gewissen Eleganz, die alle anderen durchaus hochwertigen Akteure in den Schatten stellt.

Die Geschichte wirkte aus dem Leben gegriffen und bekam durch ihren “TV-Look” zusätzliche Glaubwürdigkeit verpasst. Stellenweise erinnerte das Gebotene fast an eine Reportage, was sicherlich auch so gewollt war. Gestört hat mich dabei allerdings die teils arge Vereinfachung von komplexeren Themen (insbesondere bei den Szenen am Computer), aber auf eine breite Verständlichkeit musste geachtet werden.

Trotz relativ langer Laufzeit gab es keine nennenswerten Längen – sofern man auch seinen Gefallen an vielen Dialogen “alter Männer” hat, von denen es reichlich gab. Hier werden vor allem Themen wie Freundschaft in den Fokus gerückt, auch mal für ein paar Minuten vom schnöden Mammon und der Rettung der Kaufhauskette abgewichen. In diesen Momenten empfand ich das Epos als besonders stark und herzlich.

Ob nun Regisseur Wedel bei Hollywood (insbesondere bei “Wall Street”) abgeschaut hat oder nicht. “Der große Bellheim” war trotz einiger äußerst ähnlicher Passagen dennoch ein gelungenes Event – was nicht zuletzt an seinen grandiosen Darstellern lag. Das intensive Spiel von Adorf ist auch heute noch sehenswert, lässt locker über manch konstruierte (oder eben abgekupferte) Szene hinwegschauen. Sicherlich handelt es sich auch hier um ein “Kind seiner Zeit”, doch das Flair der 90iger kam super rüber und die Kurzweil war stets gegeben.

8/10

Fotocopyright: Studio Hamburg Enterprises

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