Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War
Inhalt
Die Übergabe von Geheimdienstinformationen in Dubai gerät zu einem Desaster und der Bote wird eliminiert. Jack Ryan, der extra aus seinem Ruhestand für diesen Deal angereist ist, lässt dies natürlich keine Ruhe und so möchte er den Dingen genauer auf den Grund gehen. Er stößt dabei allerdings auf unliebsame Dinge aus der Vergangenheit seines ehemaligen Vorgesetzten…
Fazit
Um die Serienableger aus dem Tom Clancy Universe-Kosmos habe ich bislang eher einen Bogen gemacht, bei den Videospielen und diversen Kinofilmen war ich dagegen durchaus im Thema. „Ghost War“ weckte dann aber doch mein Interesse – vor allem aufgrund seiner vergleichsweise kompakten Laufzeit. Dabei wurde allerdings schnell klar, dass die Produktion ihre Wurzeln im Serienformat nie wirklich verbergen wollte.
Trotz des insgesamt hochwertigen Looks und der sichtbar ordentlichen Produktionswerte wirkte das Gezeigte oftmals eher wie eine aufwendig produzierte Doppelfolge einer TV-Serie als wie ein eigenständiger Action-Thriller mit großem Kinoformat. Gerade bei den Action- und Spannungsmomenten fehlte häufig das letzte Quäntchen Intensität. Viele Szenen bleiben bewusst zurückhaltend inszeniert und verzichten auf größere Eskalationen oder spektakuläre Highlights. Das muss zwar nicht zwangsläufig negativ sein, sorgte hier aber stellenweise dafür, dass der Funke nie vollständig übersprang.
Auch die Handlung selbst bewegt sich weitgehend auf vertrautem Terrain. Die Story greift zahlreiche bekannte Genreversatzstücke auf und entwickelt daraus nur wenig Eigenständiges. Selbst ohne tiefere Vorkenntnisse im Franchise lassen sich viele Entwicklungen und Motivationen der Figuren früh durchschauen. Gerade die Charaktere bleiben überraschend eindimensional gezeichnet und echte Überraschungen oder clever aufgebaute Wendungen sucht man größtenteils vergebens. Die Versuche, das Publikum mit kleineren Irreführungen zu überraschen, verlieren ihre Wirkung meist schon im Ansatz.
Dennoch schafft es „Ghost War“ durchaus, über weite Strecken solide zu unterhalten. Das liegt vor allem an den sympathischen Darstellern und dem gelungenen Mix aus klassischer Agentenarbeit, Überwachungseinsätzen und kleineren Verfolgungsjagden. Besonders gegen Ende zieht das Tempo spürbar an. Die Infiltration des feindlichen Serverraums sorgte dann sogar für ein wenig Gänsehaut und erinnerte angenehm an Spielereihen wie Tom Clancy’s Splinter Cell. In diesen Momenten funktionierte die Mischung aus Taktik, Spannung und technischer Spionage plötzlich richtig gut und ließ die zuvor etwas schleppendere Erzählweise schnell vergessen.
Letztlich bietet „Ghost War“ einige durchaus interessante Ansätze und vereinzelte starke Momente, reiht sich insgesamt aber eher in die Kategorie solider Fernsehproduktionen ein. Wirklich schlecht ist das Ganze keineswegs – dafür stimmt die technische Umsetzung zu sehr und auch die Grundatmosphäre passt. Gleichzeitig fehlt es dem Film jedoch an Eigenständigkeit, Dynamik und echten Höhepunkten, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Gut anschaubar ist das Ergebnis definitiv, stellenweise aber eben auch etwas zu vorhersehbar und uninspiriert.
6,5/10
Fotocopyright: MGM/Amazon


