Filmbesprechungen

Extrawurst

Inhalt

Im örtlichen Tennisverein läuft die alljährliche Versammlung es eigentlich wie immer ab – wäre da nicht eine Diskussion über die Nutzung des neues Grills entfacht. Plötzlich möchte man darauf nur noch deutsche Würste zubereiten und dem türkischstämmigen Mitglied des Vereins ein paar Vorschläge zum Kompromissen unterbreiten…

Fazit

Bis dato fand ich die Filme mit Hape Kerkeling eigentlich immer ziemlich unterhaltsam, doch „Extrawurst“ konnte meine Aufmerksamkeit leider nur selten dauerhaft halten. Statt lockerem Klamauk und pointierter Comedy setzt der Film überwiegend auf lange Dialoge und theaterähnliche Wortgefechte. Das erinnert stark an moderne Kammerspiele wie Der Vorname und dessen Nachfolger – allerdings ohne dabei dieselbe Schärfe oder Dynamik zu entwickeln.

Die Anzahl der Schauplätze und Figuren bleibt bewusst überschaubar, was grundsätzlich gut zum Konzept passt. Die Darsteller harmonieren sichtbar miteinander und spielen sich die Dialoge routiniert und glaubwürdig zu. Dennoch zünden viele der humorvollen Spitzen nur bedingt. Zwar gibt es immer wieder gelungene Wortwechsel und einige bissige Kommentare, doch über weite Strecken plätschert das Geschehen eher gemächlich vor sich hin. Gerade die gesellschaftskritischen Ansätze wirken oftmals etwas zu vorsichtig und verlieren dadurch im eher harmlosen Gesamtkontext an Schlagkraft.

Überhaupt wirkt manche Diskussion mittlerweile fast ein wenig überholt. Bei einigen Themen hat sich die gesellschaftliche Debatte gefühlt längst weiterentwickelt, weshalb der Film mit seinen Konflikten stellenweise etwas hinterherhinkt. Natürlich wollte man den lockeren Ton des Films nicht komplett aufgeben, dennoch hätte etwas mehr Mut zur Tiefe oder zur echten Eskalation dem Ganzen vermutlich gutgetan.

Schauspielerisch gibt es dagegen wenig zu meckern. Vor allem Hape Kerkeling trägt den Film mit sichtbarer Spielfreude und sorgt mit seinen trockenen Kommentaren noch am ehesten für echte Lacher. Er stiehlt selbst erfahrenen Kollegen wie Christoph Maria Herbst mehrfach die Show. Auch Fahri Yardım liefert eine starke und sympathische Performance ab. Umso bedauerlicher ist es letztlich, dass das durchaus hochkarätige Ensemble von der eher zurückhaltenden Handlung etwas ausgebremst wird.

Am Ende blieb bei mir vor allem ein einzelner Kerkeling-Witz wirklich hängen, während vieles andere schon kurz nach dem Abspann wieder verblasste. Wer dialoglastige Kammerspiele mag und sich vom Trailer angesprochen fühlt, kann dem Film durchaus eine Chance geben. Ich selbst wollte „Extrawurst“ vor allem wegen seines starken Casts unbedingt mögen, blieb am Ende aber eher enttäuscht zurück. Da greife ich persönlich doch lieber wieder zu “Kein Pardon”, der mich auch nach vielen Sichtungen noch deutlich besser unterhält.

5/10

Fotocopyright: Studiocanal (Plaion Pictures)

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