Albino Alligator
Inhalt
Nach einem missglückten Coup landen drei Gauner in einer Bar und nehmen die anwesenden Gäste als Geiseln. Während das Polizeiaufgebot vor dem Gebäude immer größer wird, werden sowohl Gangster, als auch die Besucher der Kneipe immer nervöser…
Fazit
Mit einem namhaften Cast und einem durchaus interessanten Grundszenario startete „Albino Alligator“ zunächst vielversprechend. Das Regiedebüt von Kevin Spacey baut zu Beginn eine angenehme Spannung auf und erzeugt durch das begrenzte Setting eine dichte Atmosphäre. Leider gelingt es dem Film nur bedingt, dieses Niveau über die gesamte Laufzeit hinweg zu halten.
Über weite Strecken entwickelt sich das Geschehen zu einem eher durchschnittlichen Kammerspiel, das nur selten wirklich neue Akzente setzt. Vieles wirkt vertraut und erinnert an zahlreiche ähnliche Geisel- oder Gangsterfilme der 90er-Jahre. Die eingebauten Wendungen sorgen zwar gelegentlich für frischen Wind, erreichen jedoch nicht immer die gewünschte Wirkung und bleiben teilweise vorhersehbar.
Dennoch besitzt der Film einen gewissen Unterhaltungswert, nicht zuletzt durch seine starke Besetzung. Faye Dunaway, Matt Dillon, Gary Sinise, William Fichtner und Skeet Ulrich liefern allesamt überzeugende Leistungen ab und tragen den Film problemlos über seine schwächeren Momente hinweg. Schade ist allerdings die teils unglücklich geratene deutsche Synchronisation, die mit ungewohnten Stimmen und teilweise merkwürdiger Betonung spürbar an der Atmosphäre kratzt.
Optisch ist „Albino Alligator“ solide inszeniert und verfügt über einige starke Momente, doch zwischendurch schleichen sich immer wieder kleinere Längen ein. Trotz eines ordentlich aufgebauten Spannungsbogens verliert die Handlung stellenweise an Intensität und wirkt nicht immer konsequent genug ausgearbeitet. Figuren und Handlung wirken beliebig, deren Schicksaale irgendwann nicht mehr wirklich wichtig.
Ein guter Cast macht noch keinen guten Film. Obwohl man hier jede Menge bekannte Persönlichkeiten vereinen konnte, wirkte der Rest zu bemüht und austauschbar. Schlecht war das Ergebnis sicherlich nicht, doch meine Aufmerksamkeit konnte nicht durchwegs gehalten werden. Schade um das verschwendete Potential der sehenswerten Darsteller.
6/10
Fotocopyright: Plaion Pictures


