The Mandalorian and Grogu
Inhalt
Der Mandalorianer und sein kleiner Begleiter Grogu werden auf die Suche nach dem Kind von Jabba dem Hutten geschickt und stoßen bei ihren Ermittlungen zunächst auf verängstigte Bürger. Als sie den Sprössling schließlich ausfindig machen, tischt dieser den Kopfgeldjägern jedoch eine ganz andere Geschichte auf. Die vermeintlichen Retter geraten dadurch ins Grübeln und beginnen, ihre Mission und deren Hintergründe noch einmal zu hinterfragen.
Fazit
Die ersten Kritiken fielen eher verhalten aus und entsprechend gemischt war auch meine Erwartungshaltung. Von den zahlreichen – und zum Teil noch nicht einmal gesichteten – Serien aus dem „Star Wars“-Universum gefiel mir „The Mandalorian“ zwar immer noch am besten, doch spätestens mit der letzten Staffel hatte sich auch hier eine gewisse Ermüdung eingestellt. Ein Abschlussfilm (sofern es denn tatsächlich einer sein sollte) klang daher grundsätzlich interessant, die Geschichte jedoch auf die große Kinoleinwand zu bringen, erschien zunächst als durchaus mutiger Schritt…
Vorweg sei gesagt: Ich hatte es mir deutlich schlimmer vorgestellt. Sicher erinnerten Optik, Figuren und der vergleichsweise kleine dargestellte Kosmos stark an das Serienformat, dennoch funktionierte das Ganze als Film überraschend gut. Es wirkte nicht wie eine hastig zusammengeschnittene Staffel, die zwanghaft ins Kinoformat gepresst wurde, auch wenn die Handlung klar erkennbare Abschnitte besitzt – etwas, das man allerdings auch aus vielen anderen Filmen kennt.
Die Geschichte selbst ist recht simpel und spätestens ab einem gewissen Punkt auch vorhersehbar, dennoch wird durchgehend solide Unterhaltung geboten. Grogu brilliert erneut als Sympathieträger, auch wenn einige seiner niedlichen und kindlichen Einlagen mittlerweile etwas berechenbar wirken. Mit seiner charmanten Art und seinen mutigen Hilfsaktionen sorgt er jedoch immer wieder für unterhaltsame Momente und lockert die Handlung angenehm auf.
Ganz frei von Logiklücken ist das Geschehen leider nicht. Einige davon fallen sogar recht deutlich ins Auge. Warum die Hightech-Rüstung des Mandalorianers beispielsweise offenbar noch immer keine Filter gegen bestimmte Gase besitzt, wurde meines Wissens bereits in früheren Produktionen thematisiert. Und das war längst nicht das einzige Fragezeichen, das sich im Verlauf der Handlung auftat.
Neben den zahlreichen, qualitativ wechselhaften CGI-Effekten bleiben die menschlichen Darsteller etwas blass. Mando (Pedro Pascal) steckt naturgemäß die meiste Zeit in seiner Rüstung, während der Auftritt von Sigourney Weaver eher einem kurzen Gastspiel gleicht. Zudem fehlt ein wirklich charismatischer menschlicher Gegenspieler wie einst Moff Gideon, was ich persönlich etwas vermisst habe. Vermutlich hätte eine ausführlichere Ausarbeitung eines solchen Antagonisten jedoch den zeitlichen Rahmen des Films gesprengt.
Die bereits aus dem Trailer bekannte Schlacht mit den AT-ATs ist optisch beeindruckend inszeniert. Der restliche Film bewegt sich dagegen eher auf gehobenem Serienniveau und bietet nicht unbedingt das visuelle Feuerwerk, das man von den großen „Star Wars“-Kinofilmen gewohnt ist. Mich persönlich hat das nicht gestört, allerdings verstärkt es den Eindruck, eher eine TV-Produktion als einen klassischen Kinofilm zu sehen. Gerade bei Figuren wie den Hutten wirkte die technische Umsetzung teilweise etwas durchwachsen und hätte mit einem noch größeren Budget vermutlich stärker überzeugt.
Ich war früher ein großer „Star Wars“-Fan und habe mir lange eine Serienadaption des Franchise gewünscht. Nachdem Disney das Universum jedoch mit einer Vielzahl an Produktionen erweitert hat, stellte sich bei mir eine gewisse Übersättigung ein. Umso überraschender war es, dass ich mich trotz der eher durchwachsenen Stimmen letztlich doch zu „The Mandalorian and Grogu“ überwinden konnte – und den durchaus unterhaltsamen Kinoabend keineswegs bereut habe.
Das Gebotene ist sicherlich kein großes Highlight und wird auch nicht als Meilenstein der Reihe in Erinnerung bleiben. Dennoch handelt es sich um einen kurzweiligen, spaßigen und sympathischen Ausflug in das geliebte „Star Wars“-Universum. Mit den richtigen Erwartungen kann man hier durchaus eine gute Zeit haben. Im Heimkino bekommt der Film von mir daher auf jeden Fall noch eine zweite Chance.
7,5/10
Fotocopyright: Disney


