Hollow Man – Unsichtbare Gefahr
Inhalt
Sebastian Caine ist ein brillanter Wissenschaftler, dem es gelungen ist, Tiere zunächst unsichtbar zu machen und anschließend wieder sichtbar werden zu lassen. Seinen Auftraggebern verschweigt er jedoch den entscheidenden Durchbruch und wagt schließlich einen folgenschweren Selbstversuch. Was als wissenschaftliche Sensation beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem gefährlichen Spiel mit Macht, Kontrolle und den dunklen Seiten der menschlichen Natur…
Fazit
Mit Hollow Man präsentierte Kultregisseur Paul Verhoeven im Jahr 2000 seine eigene Interpretation des klassischen Stoffes um den „unsichtbaren Mann“. Das Ergebnis hinterließ damals wie heute einen zwiespältigen Eindruck, bietet aber durchaus einige Qualitäten, die den Film sehenswert machen.
Vor allem technisch war die Produktion ihrer Zeit voraus. Die Effekte rund um das Sichtbar- und Unsichtbarwerden von Menschen und Tieren sehen auch heute noch erstaunlich gelungen aus. Insbesondere die detailreichen Verwandlungssequenzen waren damals ein echtes Highlight und zählen nach wie vor zu den stärksten visuellen Momenten des Films. Zwar haben moderne Produktionen die Messlatte inzwischen deutlich höher gelegt, dennoch können sich die Effekte auch über zwei Jahrzehnte später noch sehen lassen.
Die eigentliche Handlung fällt dagegen deutlich einfacher aus. Der Verlauf ist von Beginn an recht vorhersehbar und folgt weitgehend bekannten Genre-Mustern. Dank der straffen Inszenierung und der kurzen Laufzeit entsteht zwar kaum Langeweile, dennoch bleibt das Gefühl zurück, dass deutlich mehr Potenzial in der Grundidee gesteckt hätte. Gerade von Paul Verhoeven hätte man eine provokantere, bissigere oder zumindest mutigere Auseinandersetzung mit den moralischen Konsequenzen einer solchen Entdeckung erwarten können.
Abseits einer einzelnen, durchaus kontroversen Szene bleibt der Film überraschend zurückhaltend. Die Geschichte entwickelt sich geradlinig und ohne größere Überraschungen, wodurch die eigentlich spannende Thematik nie ihre volle Wirkung entfalten kann.
Darstellerisch gibt es hingegen wenig zu beanstanden. Kevin Bacon überzeugt in der Rolle des zunehmend enthemmten Sebastian Caine und wird von Elisabeth Shue sowie Josh Brolin solide unterstützt. Die Dynamik innerhalb des Ensembles funktioniert gut und die Entwicklung der Figuren erscheint nachvollziehbar, auch wenn sie nur selten von den erwartbaren Pfaden abweicht.
Hollow Man war zwar nie ein wirklich großer Wurf, besitzt aber einen gewissen Unterhaltungswert, der ihn auch heute noch zu einer verlässlichen Wahl für einen unkomplizierten Filmabend macht. Für Verhoevens Verhältnisse wirkt der Streifen überraschend zahm und skandalfrei, punktet dafür aber mit starken Effekten, ordentlichen Darstellern und einer kurzweiligen Inszenierung. Ein spannender Thriller mit interessanter Prämisse, der sein Potenzial nicht vollständig ausschöpft, aber dennoch solide Unterhaltung bietet.
7/10
Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment


