In the Grey
Inhalt
Sophia, Sid und Bronco bilden ein außergewöhnliches Team, das in einer moralischen Grauzone operiert. Mit Manipulation, Einschüchterung und Erpressung zwingen sie selbst die härtesten Geschäftsleute dazu, offene Schulden zu begleichen – und dabei schrecken sie notfalls auch vor Gewalt nicht zurück.
Ihr neuester Auftrag hat jedoch eine ganz andere Dimension: Eine milliardenschwere Forderung soll eingetrieben werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie sich auf der abgelegenen Privatinsel ihres Schuldners nicht nur gegen dessen Sicherheitskräfte behaupten, sondern gleich gegen eine ganze Privatarmee antreten…
Fazit
Filme von Guy Ritchie treffen bei mir normalerweise einen Nerv. Nach dem eher durchwachsenen „Operation Fortune“ hatte ich allerdings das Gefühl, dass der Regisseur etwas von seiner gewohnten Form eingebüßt hatte. Mit „In the Grey“ findet er jedoch über weite Strecken zu seinen alten Stärken zurück und liefert genau jene Mischung aus trockenem Humor, cleveren Dialogen und charismatischen Figuren, die man mit seinem Namen verbindet.
Die Handlung ist im Kern recht simpel gestrickt, verlangt zu Beginn jedoch etwas Aufmerksamkeit, um sämtliche Zusammenhänge richtig einzuordnen. Hat man sich einmal in die Geschichte eingefunden, entfaltet sie ihren Reiz vor allem durch das Zusammenspiel der Figuren und die zahlreichen kleinen Schachzüge, die den eigentlichen Plan vorantreiben. Das Insel-Setting bietet dabei reichlich Raum für Spionage, Täuschungsmanöver und einige herrlich absurde Situationen, die immer wieder für Unterhaltung sorgen.
Besonders die Planungs- und Vorbereitungssequenzen machen großen Spaß. Hier darf das Trio seine Fähigkeiten ausspielen, während der Film immer wieder mit lockeren Sprüchen und gelungenem Situationswitz punktet. Zwar bewegt sich die Geschichte insgesamt auf recht vorhersehbaren Bahnen, dennoch bleibt die Spannung erhalten, da man wissen möchte, ob die minutiös vorbereiteten Aktionen letztlich tatsächlich aufgehen.
Auch inszenatorisch präsentiert sich „In the Grey“ gewohnt souverän. Guy Ritchie setzt auf einen stilvollen Look und ein hohes Erzähltempo, ohne sich in übertriebenen Spielereien zu verlieren. Die Actionsequenzen sind solide umgesetzt, hätten stellenweise aber durchaus etwas spektakulärer oder härter ausfallen dürfen, um einen nachhaltigeren Eindruck zu hinterlassen.
Ein großes Plus ist erneut die Besetzung. Vor allem das Zusammenspiel von Eiza González, Henry Cavill und Jake Gyllenhaal funktioniert hervorragend. Die Chemie zwischen den drei Hauptdarstellern stimmt von der ersten Minute an, wodurch selbst die leicht überzeichneten Figuren glaubwürdig und sympathisch wirken. Gerade ihre Dynamik trägt den Film über kleinere Schwächen hinweg und sorgt dafür, dass man ihnen gerne bis zum Abspann folgt.
Unterm Strich ist „In the Grey“ vielleicht nicht Guy Ritchies stärkster Film, aber ein äußerst unterhaltsamer Vertreter seines typischen Stils. Wer schlagfertige Dialoge, charmante Ganovenfiguren und lockere Action-Unterhaltung schätzt, wird hier bestens bedient. Einige vorhersehbare Entwicklungen und die etwas zurückhaltende Action verhindern eine höhere Wertung, am Spaßfaktor ändert das jedoch wenig.
7,5/10
Fotocopyright: LEONINE


