The One
Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Wenn es nach den Autoren von The One geht, existieren im Universum zahlreiche Parallelwelten, die unserer eigenen teilweise verblüffend ähnlich sind. Einer Theorie zufolge gewinnt das Gegenstück einer Person in einem anderen Universum an Stärke, sobald eines seiner Parallel-Ichs stirbt.
Der ehemalige Polizist Gabriel Yulaw war einst dafür zuständig, unerlaubte Sprünge zwischen den Welten zu verhindern. Doch als eines seiner Parallel-Egos ums Leben kommt und seine eigenen Fähigkeiten dadurch zunehmen, erwacht in ihm ein gefährlicher Ehrgeiz. Fortan verfolgt er das Ziel, alle seine Gegenstücke auszuschalten, um der Einzige zu werden – und nach seiner eigenen Vorstellung gottgleiche Kräfte zu erlangen…
Fazit
The One ist ein Film, bei dem man Logik und Verstand stellenweise besser außen vor lässt. Die Grundidee hätte durchaus das Potenzial für mehr Tiefe geboten, doch zugunsten unkomplizierter Unterhaltung haben die Verantwortlichen bewusst darauf verzichtet. Herausgekommen ist ein schnörkelloser Actionfilm, der dank seiner kompakten Laufzeit überwiegend kurzweilig bleibt und vom Zuschauer keine allzu kritische Auseinandersetzung mit den Schwächen der Handlung verlangt.
Jet Li liefert in dieser US-Produktion eine solide Leistung ab und kann insbesondere in den gelungenen Kampfszenen sein Können unter Beweis stellen. Seine Rolle bietet jedoch zu wenig Raum für eine interessante Charakterentwicklung oder wirklich prägnante Momente. Enttäuschender fällt dagegen Jason Statham aus. Obwohl er normalerweise als charismatischer Actiondarsteller überzeugt, bleibt er hier weitgehend blass und ohne nennenswerte Akzente.
Die Geschichte ist weder besonders neu noch sonderlich originell – was letztlich noch das geringste Problem darstellt. Deutlich schwerer wiegen die zahlreichen Logiklücken, die selbst bei unkritischer Betrachtung immer wieder auffallen. Häufig möchte man den Figuren zurufen, naheliegende Lösungen zu nutzen, schließlich verfügen sie über nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Doch genau solche Ungereimtheiten muss man akzeptieren, wenn man sich auf den Film einlassen möchte. Vieles scheint der allgemeinen Kurzweil und einem möglichst reibungslosen Handlungsverlauf untergeordnet worden zu sein.
Immerhin können die Effekte überzeugen, und insbesondere die actionreichen Auseinandersetzungen sind gelungen inszeniert. Zeitlupensequenzen und harte Zweikämpfe sorgen für Unterhaltung und stellen letztlich das stärkste Argument dar, dem Film seine erzählerischen Schwächen zu verzeihen.
Bei The One muss man einige Kompromisse eingehen. Wer jedoch mit den richtigen Erwartungen an den Film herangeht und seine Ansprüche hinsichtlich Tiefe und Logik etwas zurückschraubt, wird durchaus ordentlich unterhalten. Kein großer Wurf, aber solide Actionkost.
6,5/10
Fotocopyright: Universum Film GmbH


