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Jugend ohne Gott

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Deutschland in naher Zukunft: Die Gesellschaft ist in klar definierte Zonen unterteilt, soziale Unterschiede bestimmen den Alltag und eine Mehrklassengesellschaft gehört längst zur Normalität. Wer an einer der angesehenen Eliteuniversitäten studieren möchte, muss sich gegen zahlreiche Konkurrenten behaupten. Zu diesem Zweck wird eine Gruppe Jugendlicher in einem abgelegenen Wald ausgesetzt, wo sie ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und um ihre Zukunft kämpfen muss…

Fazit

Nach dem vielversprechenden Trailer war die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Am Ende hinterließ der Film jedoch gemischte Gefühle. Einerseits präsentiert er ein äußerst interessantes Zukunftsszenario mit spannenden gesellschaftlichen Ansätzen, andererseits schöpft er das vorhandene Potenzial leider nur teilweise aus.

Darstellerisch gibt es kaum etwas zu kritisieren. Das gesamte Ensemble liefert überzeugende Leistungen ab, wobei insbesondere die jungen Schauspieler positiv hervorstechen und ihren teils deutlich bekannteren Kollegen in nichts nachstehen. Die größte Schwäche liegt vielmehr in der Geschichte selbst. Zwar bietet diese einige starke Ideen und interessante Denkanstöße, verliert sich aber immer wieder in Längen und lässt wichtige Fragen unbeantwortet. Gerade die Hintergründe zur dargestellten Gesellschaft oder das Leben außerhalb des Camps hätten deutlich ausführlicher beleuchtet werden dürfen.

Die Romanvorlage wurde zwar geschickt in ein modernes Umfeld übertragen und greift durchaus aktuelle Themen auf, doch nicht jede erzählerische Entscheidung wirkt vollständig durchdacht. Manche Handlungsstränge bleiben zu oberflächlich, während andere vielversprechende Ansätze nicht konsequent genug weiterverfolgt werden.

Trotz dieser Schwächen weiß „Jugend ohne Gott“ durch seine hochwertige Inszenierung, die starke Besetzung und die interessante Grundidee zu überzeugen. Wer etwas für dystopische Zukunftsvisionen übrig hat, dürfte hier durchaus auf seine Kosten kommen. Das Ergebnis bleibt zwar hinter seinen Möglichkeiten zurück, bietet aber dennoch solide Unterhaltung und einige nachdenkliche Momente. Mit etwas mehr Tiefgang und einer strafferen Erzählweise wäre deutlich mehr drin gewesen.

6/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

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