Filmbesprechungen

Terminator – Die Erlösung

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Die Endzeit ist angebrochen und der Krieg zwischen Mensch und Maschine hat die Erde in ein gigantisches Schlachtfeld verwandelt. John Connor gehört mittlerweile zu den wichtigsten Anführern des Widerstands und versucht verzweifelt, Kyle Reese aufzuspüren. Dieser wird eines Tages in die Vergangenheit reisen, um Sarah Connor zu beschützen und dadurch Johns eigene Existenz überhaupt erst zu ermöglichen.

Doch auch Skynet kennt die Bedeutung von Reese und Connor. Während die Maschinen ihre Angriffe immer weiter intensivieren, setzen sie auf eine neue Generation von Cyborgs, die äußerlich kaum noch von echten Menschen zu unterscheiden sind. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine beginnen zunehmend zu verschwimmen…

Fazit

Nach den eher durchwachsenen Reaktionen auf den dritten Teil ruhten auf „Terminator – Die Erlösung“ große Hoffnungen. Viele Fans wollten endlich den legendären Krieg gegen die Maschinen sehen, der in den Vorgängern immer nur angedeutet wurde. Tatsächlich bringt der Film einige interessante Ideen und liefert erstmals einen umfassenderen Blick auf die postapokalyptische Zukunft. Dennoch hinterließ er bei mir vor allem gemischte Gefühle.

Positiv fällt zunächst die Atmosphäre auf. Die zerstörte Welt wirkt glaubwürdig und transportiert eine bedrückende Endzeitstimmung, die sich deutlich von den bisherigen Filmen unterscheidet. Zwar hatte ich mir das Szenario anhand der Rückblenden aus den ersten beiden Teilen noch etwas düsterer und hoffnungsloser vorgestellt, dennoch funktioniert die visuelle Gestaltung insgesamt sehr gut. Die staubigen Landschaften, zerbombten Ruinen und permanenten Gefahren vermitteln glaubhaft, dass die Menschheit längst am Abgrund steht.

Weniger gelungen empfinde ich dagegen die Erzählweise. Der Film wirft den Zuschauer praktisch mitten ins Geschehen und nimmt sich nur wenig Zeit, die Situation oder seine Figuren näher zu erklären. Dadurch entsteht häufig das Gefühl, lediglich einen Ausschnitt einer größeren Geschichte zu sehen, während wichtige Puzzleteile fehlen. Dieser Eindruck zieht sich durch den gesamten Film und wird durch das Ende noch verstärkt. Statt eines befriedigenden Abschlusses wirkt vieles wie die Vorbereitung auf weitere Fortsetzungen, die letztlich nie in der geplanten Form umgesetzt wurden.

Technisch gibt es dagegen kaum etwas zu beanstanden. Die Actionsequenzen gehören ohne Zweifel zu den großen Stärken des Films. Gewaltige Kampfmaschinen, spektakuläre Verfolgungsjagden und beeindruckende Explosionen sorgen regelmäßig für Schauwerte. Die Computereffekte sind hochwertig umgesetzt und werden von einem wuchtigen Sounddesign unterstützt, das besonders im Heimkino für ordentlich Druck sorgt. Wenn riesige Maschinen durch die Ruinen stapfen oder Skynets Fluggeräte Jagd auf die letzten Überlebenden machen, kommt echtes Terminator-Feeling auf.

Leider kann die Handlung dieses Niveau nicht dauerhaft halten. Sobald die Action in den Hintergrund tritt, werden die Schwächen des Drehbuchs deutlich sichtbar. Viele Figuren bleiben erstaunlich blass und entwickeln kaum Persönlichkeit. Obwohl mit Christian Bale ein namhafter Darsteller verpflichtet wurde, gelingt es dem Film nicht, John Connor als charismatischen Hoffnungsträger zu etablieren. Bale spielt solide, bleibt jedoch überraschend zurückhaltend und vermittelt selten das Gefühl, den zukünftigen Anführer der Menschheit vor sich zu haben.

Generell fehlt es den meisten Charakteren an Tiefe und Identifikationspotenzial. Die emotionalen Momente verpuffen oft wirkungslos und keine Figur erreicht den Kultstatus oder die Präsenz, die frühere Reihenmitglieder auszeichneten. Dadurch wirkt vieles trotz der beeindruckenden Kulisse erstaunlich distanziert und kühl.

Unterm Strich ist „Terminator – Die Erlösung“ ein Film mit viel Potenzial, das leider nur teilweise ausgeschöpft wird. Die Idee, den Krieg gegen die Maschinen endlich in den Mittelpunkt zu stellen, war genau der richtige Ansatz. Auch die starke Optik, die aufwendigen Effekte und einige hervorragend inszenierte Actionszenen sprechen klar für den Film. Gleichzeitig verhindern die schwache Figurenzeichnung, die etwas unausgereifte Erzählstruktur und das unbefriedigende Gesamtbild den ganz großen Wurf.

Als eigenständiger Science-Fiction-Actionfilm funktioniert „Terminator 4“ durchaus und bietet genug Spektakel, um gut zu unterhalten. Als Fortsetzung einer der bedeutendsten Sci-Fi-Reihen überhaupt bleibt er jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die zahlreichen Anspielungen auf frühere Filme und bekannte Sprüche können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Produktion an einer eigenen starken Identität fehlt. Sehenswert für Fans des Universums und aufgrund seiner beeindruckenden Action definitiv einen Blick wert – aber insgesamt nur eine mittelmäßige Fortführung einer einst legendären Reihe.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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