Filmbesprechungen

Taking Lives

Inhalt

Seit Jahren treibt ein Serienmörder sein Unwesen und übernimmt nach jedem Mord die Identität seiner Opfer. Als ein neuer Fall die Ermittler vor ein Rätsel stellt, wird die erfahrene Profilerin Illeana Scott hinzugezogen. Gemeinsam mit der örtlichen Polizei versucht sie, dem Täter auf die Spur zu kommen. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird das Spiel aus Täuschung, Manipulation und falschen Fährten…

Fazit

Mit “Taking Lives” präsentiert sich ein Thriller, der sich unverkennbar an den großen Vertretern des Genres orientiert. Serienkiller, düstere Ermittlungen, eine geheimnisvolle Hauptfigur und zahlreiche Wendungen gehören hier zum festen Programm. Wirklich neue Ideen darf man daher nicht erwarten, dennoch gelingt es dem Film über weite Strecken, sein Publikum bei der Stange zu halten.

Die größte Stärke liegt dabei in der angenehm dichten Atmosphäre. Von Beginn an wird eine unterschwellige Spannung aufgebaut, die sich durch den gesamten Film zieht. Die Ermittlungen sind interessant genug gestaltet, um neugierig auf die Auflösung zu machen, auch wenn einige Entwicklungen recht früh erahnt werden können. Vor allem in der zweiten Hälfte verlässt sich das Drehbuch zunehmend auf Überraschungsmomente, die nicht immer vollständig überzeugen und gelegentlich etwas konstruiert wirken.

Angelina Jolie macht ihre Sache als Profilerin gewohnt souverän und verleiht ihrer Figur die notwendige Präsenz. Unterstützt wird sie von einem insgesamt soliden Cast, der seine Rollen ordentlich ausfüllt, ohne dabei besondere Glanzpunkte zu setzen. Gerade die Dynamik zwischen den Figuren funktioniert jedoch gut genug, um die Handlung voranzutreiben und die Spannung aufrechtzuerhalten.

Problematisch wird es stellenweise bei der Glaubwürdigkeit. Manche Entscheidungen der Charaktere wirken eher dem Drehbuch als der eigentlichen Situation geschuldet und einige Wendungen verlangen vom Zuschauer eine gewisse Bereitschaft, Logiklücken zu akzeptieren. Besonders gegen Ende setzt der Film stark auf den Überraschungseffekt und überschreitet dabei gelegentlich die Grenze zur Überkonstruktion.

Technisch gibt es dagegen wenig zu beanstanden. Die düstere Bildsprache passt hervorragend zum Thema, die Schauplätze erzeugen eine angenehm beklemmende Stimmung und auch der Soundtrack unterstützt die Spannung wirkungsvoll. Zwar erreicht “Taking Lives” nie die Klasse der ganz großen Thriller des Genres, handwerklich bewegt sich die Produktion aber auf einem durchweg ordentlichen Niveau.

Unterm Strich bleibt ein solider Thriller, der zwar viele bekannte Versatzstücke nutzt und nicht jede Wendung glaubhaft ausarbeitet, seine Geschichte aber dennoch spannend genug erzählt, um über die gesamte Laufzeit zu unterhalten. Wer klassische Serienkiller-Thriller mag und keine revolutionären Ideen erwartet, wird hier durchaus auf seine Kosten kommen.

6,5/10

Fotocopyright: Warner

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