Veröffentlicht in

Jack Ryan: Shadow Recruit

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Seitdem Jack Ryan von den Anschlägen des 11. September 2001 erfuhr, stand für ihn fest, dass er seinem Land dienen möchte. Kurzerhand bricht er sein Studium ab und meldet sich zum Militär. Jahre später wird er während eines Einsatzes in Afghanistan schwer verletzt und überlebt nur knapp.

Sein Mut bleibt jedoch nicht unbemerkt. Die Geheimdienste werden auf ihn aufmerksam und verschaffen ihm einen vergleichsweise ruhigen Posten an der Börse. Dort analysiert Jack internationale Finanzströme und deckt mögliche Geldwäschegeschäfte sowie verdächtige Transaktionen auf. Als ihm die Aktivitäten eines russischen Unternehmens zunehmend suspekt erscheinen, reist er selbst nach Moskau, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch kaum angekommen, gerät er bereits ins Visier eines Killerkommandos…

Fazit

Von den oftmals patriotisch geprägten Geschichten des Autors Tom Clancy kann man halten, was man möchte, doch die meisten Verfilmungen seiner Werke standen bislang für solide und kurzweilige Thriller-Unterhaltung. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an „Jack Ryan: Shadow Recruit“ – und leider konnten diese nur teilweise erfüllt werden.

Zwar war aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Hintergrunds von vornherein klar, dass hier keine pausenlose Action zu erwarten ist, doch die eigentliche Problematik liegt woanders. Die Geschichte besitzt durchaus Potenzial, wird jedoch über weite Strecken überraschend behäbig erzählt. Handlungselemente, die in anderen Filmen eher beiläufig abgearbeitet werden, erhalten hier unverhältnismäßig viel Raum und bremsen den Spannungsfluss spürbar aus.

Auch die Dialoge hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Viele Szenen wirken unnötig in die Länge gezogen, während die Motivation des Gegenspielers wenig originell ausfällt und an zahlreiche ähnliche Produktionen erinnert. Gerade in diesem Bereich hätte dem Film etwas mehr Mut zu neuen Ideen gutgetan.

Mit Chris Pine als Jack Ryan wurde zwar ein sympathischer Hauptdarsteller verpflichtet, dennoch wollte die Figur nie so recht zünden. Es fällt schwer, ihm den erfahrenen Agenten vollständig abzunehmen. Auch Kevin Costner bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Insgesamt hat man das Gefühl, dass nahezu alle Beteiligten lediglich ihr gewohntes Pflichtprogramm absolvieren, ohne dabei besondere Akzente zu setzen.

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ ist sicherlich kein schlechter Film. Handwerklich gibt es wenig zu kritisieren, die Inszenierung ist professionell und routiniert. Genau darin liegt jedoch auch das Problem: Der Film bleibt zu jeder Zeit gefällig, entwickelt aber kaum eigene Stärken oder erinnerungswürdige Momente. Der Funke will einfach nicht überspringen und so bleibt am Ende ein weitgehend austauschbarer Agententhriller, der zwar einmalig unterhält, aber kaum nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

5,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Betreiber von hard-boiled-movies.de

Filmfreak und Gamer - Nerd aus Leidenschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert