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Phantasm – Das Böse

Inhalt

Durch Zufall wird ein aufgeweckter Jugendlicher Zeuge merkwürdiger Vorgänge auf dem örtlichen Friedhof. Neugierig geworden, beginnt er auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf eine erschreckende Entdeckung. Offenbar entwendet der Friedhofswärter höchstpersönlich Leichen aus ihren Gräbern, um sie für fragwürdige und höchst unheimliche Experimente zu missbrauchen. Je tiefer der Junge gräbt, desto deutlicher wird, dass hinter den nächtlichen Aktivitäten weit mehr steckt als zunächst angenommen…

Fazit

Einst auf dem Index gelandet, heute rehabilitiert und bereits ab 16 Jahren freigegeben – um „Das Böse“ rankte sich über viele Jahre ein gewisser Mythos. Die gestrige Sichtung zeigte jedoch recht schnell, dass hinter dem berüchtigten Ruf kein besonders schockierender Skandalfilm steckt, sondern vielmehr ein klassischer Horrorstreifen seiner Zeit.

Natürlich merkt man dem Streifen sein Alter mittlerweile deutlich an. Die Inszenierung wirkt stellenweise etwas altbacken, viele Effekte sind längst nicht mehr zeitgemäß und die blutigen Einlagen sorgen heutzutage eher für ein leichtes Schmunzeln als für echte Schockmomente. Dennoch wäre es völlig falsch, den Streifen deshalb als misslungen abzutun.

Vor allem die eigenwillige Atmosphäre wusste zu gefallen. Trotz eines eher schleppenden Auftakts entwickelte der Film früh eine angenehme Sogwirkung und hielt die Aufmerksamkeit erstaunlich konstant aufrecht. Zwar passiert anfangs relativ wenig und auch die Einführung der Figuren nimmt sich viel Zeit, doch die geheimnisvolle Grundstimmung sorgt dafür, dass man neugierig bleibt und wissen möchte, wohin die Reise führt.

Mit dem ersten größeren Auftritt des Gegenspielers gewinnt die Handlung dann spürbar an Fahrt. Die Geschichte wird zunehmend düsterer und präsentiert einige angenehm morbide Ideen, die dem Film seinen besonderen Charakter verleihen. Dabei setzt „Das Böse“ weniger auf hektische Schockeffekte als auf unterschwelligen Grusel und eine stetig wachsende Bedrohung. Gerade diese zurückhaltende Herangehensweise funktioniert dann plötzlich überraschend gut und hebt das Werk von vielen seiner damaligen Genrekollegen ab – die entweder viel mehr Wert auf Trash oder Splatter legten.

Auch wenn der Titel mittlerweile etwas Staub angesetzt hat und manche Momente heute unfreiwillig komisch wirken, bleibt unter dem Strich ein sympathischer Horrorfilm mit toller Atmosphäre und einigen erinnerungswürdigen Momenten. Freunde klassischer Horrorproduktionen dürfen also gerne einen Blick wagen – zumal es noch nie so leicht war, an diesen Streifen in schöner Qualität und zudem in einem gut ausgestatteten Mediabook sehr günstig zu erhalten.

7/10

Fotocopyright: PLAION PICTURES

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