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Double Vision – Fünf Höllen bis zur Unsterblichkeit

Inhalt

Die Polizei von Taiwan steht vor einer Reihe ebenso rätselhafter wie grausamer Todesfälle. Ein Mann wird mitten im Hochsommer tot aufgefunden und scheint auf unerklärliche Weise erfroren zu sein. Die Geliebte eines bekannten Politikers stirbt offenbar durch Verbrennung, obwohl keinerlei Spuren eines Feuers gefunden werden können. Kurz darauf entdeckt man die Leiche eines Priesters, dem auf mysteriöse Weise die Eingeweide entfernt wurden.

Da die Ermittler vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel stehen, wird der amerikanische FBI-Agent Kevin Richter hinzugezogen. Gemeinsam mit einem taiwanesischen Kollegen, mit dem er zunächst alles andere als harmoniert, beginnt er die Spur der bizarren Mordserie zu verfolgen. Die Ermittlungen führen das ungleiche Duo schließlich zu einer geheimnisvollen Sekte, deren Mitglieder ein verstörendes Ziel verfolgen: die Erlangung der Unsterblichkeit…

Fazit

Dass aus Asien nicht nur erstklassige Actionfilme und bewegende Dramen stammen, beweist Double Vision eindrucksvoll. Der taiwanesische Thriller erinnert in vielen Punkten an David Finchers Klassiker Sieben, entwickelt dabei aber genügend eigene Ideen, um nicht wie eine bloße Kopie zu wirken. Die düstere Atmosphäre, die bedrückenden Bilder und die ständig präsente Spannung sorgen von Beginn an für eine fesselnde Stimmung.

Besonders gelungen ist das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren. Das ungleiche Ermittlerduo bringt unterschiedliche Sichtweisen und Charakterzüge mit, was der Handlung zusätzliche Dynamik verleiht. David Morse und Tony Leung Ka-fai harmonieren hervorragend miteinander und tragen den Film mühelos durch die komplexe Geschichte. Gleichzeitig bleibt die Handlung jederzeit interessant und liefert genug Mysterien, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

Auch die Mischung aus Kriminalfilm, Thriller und übernatürlichen Elementen funktioniert überraschend gut. Während die Ermittlungen zunächst noch relativ bodenständig erscheinen, entwickeln sich die Ereignisse zunehmend in eine mystische Richtung. Gerade dieser Aspekt verleiht Double Vision einen eigenen Charakter und hebt ihn von vielen vergleichbaren Genrevertretern ab. Hinzu kommen einige durchaus deftige Effekte, die den düsteren Grundton zusätzlich unterstreichen und für den einen oder anderen unangenehmen Moment sorgen.

Etwas ärgerlich bleibt allerdings die Situation rund um die deutsche DVD-Veröffentlichung. Diese basiert auf einer gekürzten Fassung, wodurch einige Szenen fehlen. Positiv ist immerhin, dass die Schnitte nicht sofort ins Auge springen und der Filmfluss weitgehend erhalten bleibt. Wer die ungekürzte Version oder entsprechende Schnittberichte nicht kennt, wird die Eingriffe vermutlich kaum bemerken. Dennoch wäre eine vollständige Veröffentlichung natürlich wünschenswert gewesen.

Unterm Strich ist Double Vision ein ausgesprochen gelungener asiatischer Thriller, der mit einer dichten Atmosphäre, starken Darstellern und einer spannenden Geschichte überzeugen kann. Wer Filme wie Sieben schätzt und gleichzeitig ein Faible für mystische oder religiöse Themen besitzt, sollte hier definitiv einen Blick riskieren. Zwar erreicht der Film nicht ganz die Klasse seines berühmten Vorbilds, setzt dafür aber eigene Akzente und bietet bis zum Finale packende Unterhaltung.

8/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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