Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Der größte Staudamm Japans gerät in die Gewalt einer schwer bewaffneten Terrorgruppe. Die Verbrecher fordern eine gewaltige Geldsumme und drohen im Falle einer Weigerung mit der Sprengung der Anlage, was eine verheerende Flutkatastrophe für die gesamte Region auslösen würde. Während die Behörden fieberhaft nach einer Lösung suchen, gelingt einem Mitarbeiter des Damms die Flucht vor den Eindringlingen.
Zunächst versucht er lediglich zu überleben und unentdeckt zu bleiben. Doch schon bald erkennt er, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als sich den Terroristen entgegenzustellen. Was als verzweifelter Kampf ums Überleben beginnt, entwickelt sich zu einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass die Motive der Täter weitaus komplexer sind, als es zunächst den Anschein hat…
Fazit
Wenn ein Film für einen Euro im Ramschladen landet, sollte man seine Erwartungen lieber etwas niedriger ansetzen. White Heat war für mich zwar keine große Überraschung, erwies sich aber letztlich als deutlich unterhaltsamer, als der Preis vermuten ließ. Das Rad wird hier sicherlich nicht neu erfunden, doch für einen kurzweiligen Actionabend liefert der Film eine durchaus solide Leistung ab.
Die Geschichte erinnert unweigerlich an die berühmte Stirb langsam-Formel: Ein einzelner Mann stellt sich einer Übermacht entgegen und versucht eine Katastrophe zu verhindern. Dieses Konzept wurde zwar bereits unzählige Male verwendet, funktioniert aber auch hier erstaunlich ordentlich. Besonders positiv fällt auf, dass man nicht sämtliche Karten direkt zu Beginn auf den Tisch legt. Stattdessen baut der Film nach und nach kleinere Wendungen ein, die das Interesse aufrechterhalten und dem Zuschauer zusätzliche Informationen erst im weiteren Verlauf liefern. Gerade deshalb lohnt es sich, den etwas zähen Einstieg durchzuhalten, denn mit zunehmender Laufzeit gewinnt die Handlung spürbar an Fahrt.
Auch bei den Darstellern gibt es wenig Anlass zur Kritik. Niemand liefert eine herausragende Leistung ab, fällt aber ebenso wenig negativ auf. Die Figuren agieren größtenteils nachvollziehbar und verleihen dem Geschehen eine gewisse Glaubwürdigkeit. Besonders angenehm ist dabei, dass der Hauptcharakter nicht zum unverwundbaren Superhelden stilisiert wird, wie es in vielen vergleichbaren Produktionen häufig der Fall ist. Dadurch wirken die Konflikte greifbarer und die Spannung etwas authentischer.
Inszenatorisch bewegt sich White Heat ebenfalls auf einem soliden Niveau. Ein audiovisuelles Feuerwerk sollte man zwar nicht erwarten, doch die Produktion macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Vor allem das Setting rund um den gigantischen Staudamm sorgt für eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Hochhäusern, Fabrikhallen oder Bürokomplexen, die man aus ähnlichen Filmen kennt. Die Action ist solide umgesetzt und lockert die gelegentlichen Längen immer wieder auf.
Unterm Strich ist White Heat sicherlich kein Meisterwerk und wird vermutlich auch niemandes Lieblingsfilm werden. Dennoch liefert der Streifen über weite Strecken spannende Unterhaltung, nutzt sein ungewöhnliches Szenario sinnvoll aus und hält einige gelungene Wendungen bereit. Wer etwas für die klassische Stirb langsam-Formel übrig hat und sich an einem gemächlichen Einstieg nicht stört, bekommt hier einen durchaus sehenswerten Genrevertreter geboten.
7/10
Fotocopyright: M.I.B. – Medienvertrieb in Buchholz
