Inhalt
Für Clark läuft es nicht grade rund im Leben. Seine Frau hat ihn vor die Tür gesetzt, dem Alkohol ist er nicht abgeneigt und sein Möbelgeschäft läuft trotz kurioser Werbekampagnen eher schlecht. Eines Nachts jedoch macht er eine sonderbare Entdeckung. Scheinbar führt eine unsichtbare Tür zu einem riesigen, aber scheinbar verlassenen Bürogebäude und Clark geht auf Erkundungstour…
Fazit
Nachdem ich Obession bereits zu einem der Geheimtipps des Jahres deklarieren möchte, ist “Backrooms” vielleicht einer DER Filme des Jahres überhaupt – und dabei ist der Streifen an sich gar nicht mal so leicht in Worte zu fassen.
Ich bin eigentlich kein Fan von Werken, die am Ende mehr Fragen aufwerfen, als sie eigentlich beantworten – und erst recht kein Fan von Titeln mit Pseudo-dokumentarischen Kameraabschnitten und dennoch funktionierte das Teil einfach grandios.
Bereits nach wenigen Sekunden wurde man in einen unheilvollen Bann gezogen, dem man sich nicht mehr entziehen konnte. Dies lag sowohl an der seltsamen Handlung, aber auch an der geschickten Inszenierung, die immer wieder mit uns und den präsentierten Figuren spielte.
Die Stimmung war stets unheimlich und spannend. Bei keinen anderen Film habe ich stellenweise so den Atem angehalten und mich so auf die Leinwand konzentriert wie hier. Es herrschte eine mörderische Stille im Saal und die Anspannung stieg – was ich auf äußerst positive Weise betonen möchte.
Die Darsteller haben ihre Sache dabei wirklich hervorragend gemacht. Man konnte sich gut in deren Köpfe hineindenken und deren Faszination und Verzweiflung verstehen. Man fühlte sich inmitten der bizarren Bilder genauso hilflos, angezogen, aufgeregt und vom Entdecker-Trieb gepackt, wollte das Setting so schnell gar nicht mehr verlassen – auch wenn es eine gewisse Anspannung mit sich brachte.
Eine richtige Message war am Ende nur schwerlich abzuleiten. Man ließ die Dinge an sich vorüberziehen, kombinierte durchaus einige offenkundige Verbindungen zwischen den Personen und der fremden Welt – konnte sich aber keine wirklich konkrete Antworten auf alle Fragen finden. Es waren hauptsächlich Vermutungen und eigene Interpretationen, was es irgendwie aber nicht schlechter machte.
Dieser Film ist für mich ein echtes Phänomen. Kaum zu glauben, dass mit einem vergleichsweise kleinen Budget ein derart intensives Erlebnis geschaffen wurde. Selten hat mich ein Film so tief in seine Welt hineingezogen und mit seiner beklemmenden Atmosphäre derart gefesselt. Die vielen offenen Fragen empfinde ich dabei keineswegs als Schwäche – vielmehr regen sie die Fantasie an und sorgen dafür, dass mich das Gesehene noch lange über den Abspann hinaus beschäftigt. Ich freue mich schon auf die erneute Sichtung im Heimkino – ein Kauf der Schreibe ist auf jeden Fall gesetzt.
8,5/10
Fotocopyright: Constantin Film / LEONINE
