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Herz aus Stahl

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Der Zweite Weltkrieg nähert sich seinem Ende und die Alliierten rücken unaufhaltsam auf deutsches Gebiet vor. Mitten im erbitterten Vormarsch befindet sich Sergeant Don “Wardaddy” Collier, der gemeinsam mit seiner erfahrenen Panzerbesatzung unermüdlich gegen die deutschen Truppen kämpft. Als ein unerfahrener Rekrut die Einheit verstärkt, wird er schon bald mit den grausamen Realitäten des Krieges konfrontiert. Wardaddy und seine Männer müssen dabei nicht nur gegen den Feind bestehen, sondern auch schwierige moralische Entscheidungen treffen und bis an ihre körperlichen wie seelischen Grenzen gehen…

Fazit

Eine wirklich objektive Betrachtung fällt mir bei Filmen wie Herz aus Stahl grundsätzlich schwer. Das liegt vor allem daran, dass der Film selbst nur bedingt objektiv an sein Thema herangeht und viele Aspekte des Kriegsgeschehens sehr einseitig darstellt.

Die Handlung konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die amerikanische Panzerbesatzung rund um Sergeant Wardaddy. Die Gegenseite bleibt dagegen weitgehend anonym und wird meist nur oberflächlich beleuchtet. Hintergründe, Beweggründe oder differenziertere Charakterzeichnungen sucht man größtenteils vergeblich. Dadurch entsteht zwar eine intensive und atmosphärisch dichte Kriegsdarstellung, gleichzeitig wirkt die Geschichte aber stellenweise überraschend eindimensional.

Hinzu kommt, dass der Film immer wieder mit kleineren Längen zu kämpfen hat. Einige Dialoge ziehen sich unnötig in die Länge und schaffen es nicht, die Spannung dauerhaft aufrechtzuerhalten. Gerade zwischen den actionreichen Szenen verliert die Handlung dadurch etwas an Dynamik.

Auch die schauspielerischen Leistungen hinterließen bei mir einen gemischten Eindruck. Brad Pitt gehört für mich eigentlich zu den wandlungsfähigsten Schauspielern Hollywoods und überzeugt häufig mit außergewöhnlichen Rolleninterpretationen. Hier spielt er seine Figur zwar souverän und glaubwürdig, dennoch blieb mir der emotionale Zugang zu Wardaddy weitgehend verwehrt. Ähnlich verhält es sich mit den übrigen Figuren: Trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickeln sie nur begrenzt Tiefe, sodass eine stärkere Bindung zu ihnen ausbleibt.

Technisch gibt es hingegen wenig zu kritisieren. Die Gefechte sind eindrucksvoll inszeniert, die Atmosphäre ist bedrückend und authentisch, und auch die Ausstattung sowie die Effekte wissen zu überzeugen. Gerade Fans realistischer Kriegsaction kommen hier durchaus auf ihre Kosten.

Insgesamt ist Herz aus Stahl sicherlich kein schlechter Kriegsfilm und bietet einige intensive Momente. Für meinen Geschmack bleibt die Erzählweise jedoch zu einseitig und die Figurenzeichnung zu oberflächlich, wodurch das vorhandene Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft wird. Wer Kriegsfilme mag, sollte dem Film dennoch eine Chance geben, auch wenn er mich persönlich nicht vollständig überzeugen konnte.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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