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Lord of Illusions

Inhalt

Privatdetektiv Harry D’Amour erhält einen Auftrag im sonnigen Los Angeles und kann die Abwechslung nach seinem eher mäßig verlaufenen letzten Fall gut gebrauchen. Was zunächst nach einer Routineermittlung aussieht, entwickelt sich mit fortschreitender Nachforschung zu einem echten Desaster. In Kreisen von Zauberern und Illusionisten wird er schließlich in die Wiederauferstehung eines alten Bösewichts hineingezogen…

Fazit

Horrormeister Clive Barker (u. a. Cabal, Hellraiser) hat schon oft eindrucksvoll abgeliefert und tat dies anno 1995 mit Lord of Illusions erneut – auch wenn ich das Gefühl habe, dass dieser Streifen nie die Aufmerksamkeit erhalten hat, die er eigentlich verdient hätte und bei vielen Kritikern auf zu wenig Gegenliebe gestoßen ist.

Abermals präsentierte uns Barker eine fantastische Geschichte, die er mit seinen eindrucksvollen und unverkennbaren Bildern ausgeschmückt hat. Das Gebotene wirkte zwar nicht unbedingt teuer, dafür aber umso liebevoller, detailverliebter und auf jeden Fall stimmig ausgearbeitet. Vieles erinnerte mich zudem an Lovecraft, was bei mir natürlich für doppelte Freude sorgte.

Die Handlung mag ihre kleineren Ruckler und Logikfehler beinhalten, doch ehrlich gesagt haben mich diese hier kaum gestört. Man konnte den Ereignissen jederzeit problemlos folgen und Kurzweil wurde großgeschrieben. Mir haben das Setting und insbesondere das Thema Zauberei ausgesprochen gut gefallen, obwohl ich mit dieser Thematik eigentlich nur wenig anfangen kann.

Auch die Darsteller haben in meinen Augen eine solide Leistung abgeliefert und genau das richtige Maß an Engagement zum Gelingen des Films beigetragen. Ihr Spiel war hin und wieder etwas überzogen und manchmal auch nicht immer ganz überzeugend, doch genau das empfand ich hier als überraschend passend und sogar ziemlich charmant. Dadurch verlor der Film etwas von seiner Härte, obwohl es – trotz der mittlerweile auf FSK 16 herabgesetzten Freigabe – einige durchaus blutige und harte Szenen zu sehen gibt.

Neben Barkers bekannteren Vertretern gehört auch dieser Titel für mich in eine gut sortierte Horror-Sammlung. Mehr als viele seiner anderen Werke fühlt sich Lord of Illusions wie eine Mischung aus klassischem Detektivfilm und kosmischem Horror à la Lovecraft an. Die dichte Atmosphäre, die ungewöhnliche Thematik und die zahlreichen starken Bilder sorgen dafür, dass der Film auch heute noch hervorragend funktioniert. Sicherlich ist nicht alles perfekt und an manchen Stellen hätte etwas mehr Feinschliff gutgetan, doch insgesamt überwiegen für mich ganz klar die Stärken. Wer Clive Barkers Handschrift mag oder atmosphärischen Horror abseits des Mainstreams sucht, sollte diesem unterschätzten Film definitiv eine Chance geben.

8/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

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