Inhalt
Die Erde ist für die Cousine von Superman zu langweilig und so treibt sich die aufgeweckte Kara Zor-El lieber in zwielichtigen Bars fremder Galaxien herum. Dort trifft sie auf ein kleines Mädchen, das sie aus Rache für den Tod ihrer Familie um Hilfe bittet. Widerwillig nimmt Kara den Auftrag an…
Fazit
Eine schnelle Heimkinoauswertung ist zwar nicht automatisch ein Indikator für einen schlechten Film, doch zuletzt war es bei Masters of the Universe vielleicht schon ein kleiner Hinweis auf nicht ganz erreichte Qualitätsstandards – was das Publikum entsprechend quittierte. Die Neuauflage von Supergirl präsentiert sich zwar ebenfalls als technisch äußerst solides Gesamtpaket, offenbart dafür aber gerade bei Handlung und Figuren deutliche Schwächen.
Optisch gibt es dagegen kaum etwas zu bemängeln. Die Effekte sind erste Sahne und das Setting wirkt durchweg hochwertig inszeniert. Die verschiedenen Schauplätze machen Lust auf mehr und sorgen immer wieder für eindrucksvolle Bilder. Inhaltlich bleibt der Film allerdings überraschend vorsichtig. Statt eigene Akzente zu setzen, arbeitet die Geschichte weitgehend nach bekanntem Muster ihre Checkliste ab und versucht nahezu alles einzubauen, was aktuell gefragt ist – bis hin zu niedlichen kleinen Aliens, die unserer Hauptfigur tatkräftig zur Seite stehen.
Apropos Hauptfigur: Mit Supergirl, gespielt von Milly Alcock, wurde ich leider überhaupt nicht warm. Für mich ist sie schlicht fehlbesetzt. Möglicherweise hat genau das meine Immersion erheblich beeinträchtigt und den Film insgesamt schwächer wirken lassen, als er es objektiv vielleicht ist. Ihre Mimik, ihre Gestik und ihre gesamte Ausstrahlung wollten für mich einfach nicht zum Geschehen passen. Auch ihre Art – wobei ich die Verantwortung hier eher beim Drehbuch sehe – konnte mich nie wirklich überzeugen. Da sagt mir ein smarter Superman deutlich mehr zu.
Der Erzählfluss geht größtenteils in Ordnung. Zwar gibt es zwischendurch kleinere Längen, insgesamt ist auf der Leinwand aber genug geboten. Die Actionszenen sind spektakulär inszeniert, technisch nahezu makellos umgesetzt und werden von einer wuchtigen Soundkulisse begleitet. Leider werden diese Stärken immer wieder von der flachen Handlung und den für mich wenig überzeugenden Figuren ausgebremst. So bleibt am Ende trotz aller Schauwerte lediglich ein durchschnittlicher Eindruck zurück. Unterhaltsam war Supergirl dank seiner gelungenen Action durchaus, den Wunsch nach einer Fortsetzung hat der Film bei mir allerdings nicht geweckt.
6/10
Fotocopyright: Warner
