Inhalt
Gerade erst haben Troja und Sparta bei einem rauschenden Fest den Frieden gefeiert, da droht bereits neues Ungemach. Einer der Söhne Trojas hat die junge Frau des spartanischen Königs entführt und möchte mit ihr ein gemeinsames Leben aufbauen. Natürlich lässt das gehörnte Oberhaupt dies nicht auf sich sitzen und führt seine Streitmacht – inklusive seines besten Kämpfers Achilles – in die Schlacht …
Fazit
Über die Geschichte und deren historische Authentizität lässt sich sicherlich streiten, nicht aber über das handwerklich makellose Ergebnis, das uns Wolfgang Petersen anno 2004 hier abgeliefert hat.
Oftmals wurde die nicht ganz exakte Darstellung der damaligen Ereignisse, aber auch Kostüme, Sprache und Verhaltensweisen kritisiert – was ich schon immer nur bedingt nachvollziehen konnte. Für mich ist dieser Streifen ein klassischer Ami-Blockbuster und dabei sind die Blicke Hollywoods auf historische Ereignisse nun einmal oftmals stark vereinfacht. Vieles wurde zugunsten der leichtgängigen Unterhaltung entsprechend abgeändert.
Petersen gelingt dabei ein sehr guter Spagat zwischen großer Geschichtenerzählung und hoher Kurzweil. Neben hübschen und nicht minder prominent besetzten Darstellern gibt es vor allem jede Menge fürs Auge, sodass man sich jederzeit entspannt zurücklehnen kann. Seien es nun die beeindruckenden Landschaften Griechenlands, die überwältigende Anzahl an Schiffen und Soldaten oder einfach nur die blutigen Schlachtengemälde – optisch wird hier eigentlich durchgehend etwas geboten und die knapp zweieinhalb Stunden vergingen fast wie im Flug.
Brad Pitt glänzt als Achilles und verleiht der Figur die nötige Präsenz und körperliche Ausstrahlung, während Eric Bana, Orlando Bloom, Sean Bean und Diane Kruger ein nicht minder gut aufspielendes Ensemble bilden. Sogar das Urgestein Peter O’Toole wurde mit einer Rolle bedacht und sorgt als König Priamos für einige der emotionaleren Momente.
Natürlich ist „Troja“ kein historisch akkurates Lehrstück und wer sich eine möglichst genaue Umsetzung der griechischen Mythologie erhofft, dürfte an einigen Änderungen seine Freude beziehungsweise seinen Ärger haben. Als großes, bildgewaltiges und unterhaltsames Sandalenepos funktioniert der Film für mich aber auch heute noch ausgesprochen gut. Die gewaltigen Schlachten, die beeindruckenden Kulissen und die namhafte Besetzung machen den Film zu einem klassischen Blockbuster seiner Zeit, bei dem man sich einfach zurücklehnen und die Show genießen kann.
8/10
Fotocopyright: Warner
