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Boyz N the Hood – Jungs im Viertel

Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.

Inhalt

Schon als Kind ist Tre ein aufgeweckter und selbstbewusster Junge, der sich nicht sonderlich gerne etwas sagen lässt und auch vor seinen Lehrern nicht zurückschreckt. Seine Mutter sieht deshalb irgendwann keine andere Möglichkeit, als ihn zu seinem Vater zu schicken, der in einem ärmeren Viertel von Los Angeles lebt. Tre kennt die Gegend bisher nur von gelegentlichen Besuchen, doch nun wächst er hier Tag für Tag auf und bekommt schon früh mit, wie schwierig das Leben in diesem Umfeld sein kann.

Gemeinsam mit seinen Freunden reift Tre zu einem jungen Mann heran. Während einige von ihnen immer weiter in Gewalt und Kriminalität abrutschen, versucht Tre, seinen eigenen und vor allem anständigen Weg zu gehen. Doch in einer Umgebung, in der Waffen, Drogen und Gangkonflikte zum Alltag gehören, ist es nicht gerade einfach, sich aus all dem herauszuhalten. Schon bald geraten Tre und seine Freunde in Situationen, die ihre Freundschaft und ihre Zukunft auf eine harte Probe stellen…

Fazit

Die letzte Sichtung von „Boyz N the Hood“ ist bei mir schon etliche Jahre her, trotzdem ist eine ziemlich positive Erinnerung an den Film im Gedächtnis geblieben. Umso schöner, dass sich dieser Eindruck bei der erneuten Sichtung noch immer rechtfertigt.

Was ich an diesem Streifen besonders schätze, ist sein angenehmer und vor allem sehr natürlicher Verlauf. Behutsam und ruhig, aber zu keiner Zeit langweilig, lässt man sich hier wunderbar in das Szenario hineinziehen. Die Geschichte nimmt sich ausreichend Zeit für ihre Figuren und deren Entwicklung, ohne dabei unnötig in die Länge gezogen zu wirken. Gerade dadurch bekommen die einzelnen Schicksale eine gewisse Authentizität und wirken auf mich jederzeit nachvollziehbar.

Auch die Besetzung trägt einen großen Teil zum positiven Gesamteindruck bei. Die Figuren wurden sympathisch und glaubwürdig angelegt und zudem mit einigen bekannten Namen hervorragend besetzt. Besonders Cuba Gooding Jr. kann als Tre überzeugen und zeigt hier einmal mehr, dass er durchaus ein talentierter Schauspieler ist. Nachdem man ihn später häufiger in eher mittelprächtigen Produktionen gesehen hat, freut man sich umso mehr über seine starke Leistung in diesem älteren Werk. Auch Laurence Fishburne macht als Tre’s Vater einen hervorragenden Job und verleiht seiner Figur die notwendige Tiefe und Glaubwürdigkeit.

„Boyz N the Hood“ setzt erfreulicherweise nicht auf pausenlose Schießereien oder irgendwelche übertriebenen Gangsterklischees. Der Film funktioniert vielmehr über seine Charaktere und die glaubhafte Darstellung des Umfelds. Waffen, Gewalt und Kriminalität gehören zwar selbstverständlich zur Geschichte, werden aber nicht unnötig ausgeschlachtet. Dadurch wirkt das Ganze wesentlich bodenständiger und realistischer, als es bei vielen vergleichbaren Filmen der Fall ist.

Gerade diese realistische Herangehensweise macht den Film auch heute noch interessant. Die Jugendlichen bewegen sich teilweise am Rande der Legalität und treffen Entscheidungen, die entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. Trotzdem werden sie nicht einfach als typische „Bad Boys“ abgestempelt. Man bekommt einen Einblick in ihre Lebensumstände und versteht dadurch besser, wie sich bestimmte Entwicklungen überhaupt ergeben konnten. Der Film urteilt dabei nicht ständig mit erhobenem Zeigefinger, sondern lässt seine Figuren und deren Schicksale weitgehend für sich sprechen.

Auch die gegen Ende etwas stärker aufkommende Action stört den positiven Gesamteindruck nicht. Sie wirkt nicht wie ein plötzlich aufgesetzter Versuch, den Film noch spektakulärer zu machen, sondern fügt sich konsequent in die bisher erzählte Geschichte ein. Dadurch bleibt der Streifen auch in seinen dramatischeren Momenten glaubwürdig.

Technisch gibt es ebenfalls keinen Grund zur Klage. Die ruhigen Kamerafahrten und der Verzicht auf hektische Schnitte sorgen für ein angenehm harmonisches Gesamtbild. Auch die Musik hält sich passend im Hintergrund und drängt sich nicht ständig in den Vordergrund. Gerade bei einem Film dieser Art hätte man problemlos mit jeder Menge szenetypischer Mucke um sich werfen können, was meiner Meinung nach allerdings eher vom eigentlichen Geschehen abgelenkt hätte.

„Boyz N the Hood“ ist mittlerweile irgendwo Kult und trägt diese Bezeichnung vollkommen zurecht. Es handelt sich um eine der besseren Milieustudien, die ein interessantes und stellenweise durchaus hartes Jugendporträt abliefert, ohne dabei übertrieben moralisch zu werden. Die gut aufgelegten Schauspieler, die glaubwürdige Geschichte und die ruhige Inszenierung ergeben ein stimmiges Gesamtbild, das auch nach über 30 Jahren noch funktioniert.

Trotz seines Alters hat der Film kaum etwas von seinem Charme verloren. Wer es gerne etwas ruhiger mag und dafür Wert auf eine gut erzählte Geschichte, glaubwürdige Charaktere und eine realistische Darstellung des Milieus legt, liegt hier genau richtig. Für mich auch bei der erneuten Sichtung ein absolut sehenswerter Klassiker.

7,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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