Inhalt
Ein Mann findet sich plötzlich in einem scheinbar endlosen unterirdischen Gang wieder. Immer wieder läuft er an denselben Wänden, Türen und Werbeschildern vorbei und versucht verzweifelt, den Ausgang zu finden. Doch schon bald bemerkt er, dass hier etwas nicht stimmt: Kleine Veränderungen tauchen auf, die auf den ersten Blick kaum auffallen. Hat sich etwas verändert oder bildet er sich das nur ein?
Um den Ausgang zu erreichen, muss er aufmerksam bleiben und jede noch so kleine Abweichung erkennen. Denn wer eine Anomalie übersieht, landet wieder am Anfang. Was zunächst wie ein einfacher Weg durch einen Bahnhof wirkt, entwickelt sich dadurch immer mehr zu einem nervenaufreibenden Spiel um Aufmerksamkeit, Orientierung und die eigene Wahrnehmung…
Fazit
„Exit 8“ ist mal wieder so ein Film, bei dem man am besten möglichst wenig über die Handlung weiß. Die Grundidee ist herrlich simpel, wird aber erstaunlich effektiv umgesetzt. Ein scheinbar ganz gewöhnlicher unterirdischer Gang wird dabei zum beklemmenden Ort, an dem man plötzlich jedem noch so kleinen Detail misstraut.
Besonders gut funktioniert die Atmosphäre. Der Film braucht keine großen Monster oder übertriebenen Schockeffekte, sondern erzeugt seine Spannung hauptsächlich durch die ständige Unsicherheit. Ist das gerade wirklich anders als zuvor oder hat man sich nur verguckt? Genau dieses permanente Hinterfragen sorgt dafür, dass man irgendwann selbst anfängt, jedes Schild, jede Person und jeden Gegenstand ganz genau unter die Lupe zu nehmen.
Dabei entwickelt „Exit 8“ einen angenehm ungewöhnlichen Spannungsaufbau. Statt einfach von einem Ereignis zum nächsten zu hetzen, wird die Spannung langsam und beinahe schon hypnotisch aufgebaut. Gerade die Wiederholungen sind dabei ein wichtiger Bestandteil des Konzepts und sorgen gleichzeitig für eine gewisse Beklemmung. Man weiß zwar ungefähr, was zu tun ist, aber trotzdem bleibt ständig die Angst, eine Kleinigkeit zu übersehen.
Nicht jede Idee zündet dabei gleichermaßen und stellenweise hätte der Film für meinen Geschmack etwas mehr Abwechslung vertragen können. Auch die sehr reduzierte Geschichte dürfte nicht jedem gefallen. Wer eine klassische Horrorhandlung mit vielen Figuren, Erklärungen und großen Höhepunkten erwartet, wird hier vermutlich eher enttäuscht sein.
Mir hat gerade diese Reduzierung aber ziemlich gut gefallen. „Exit 8“ konzentriert sich auf seine Grundidee und zieht diese konsequent durch. Dazu kommt eine angenehm unheimliche Atmosphäre, die deutlich mehr aus der eigenen Vorstellungskraft als aus offensichtlichen Effekten entsteht.
Unterm Strich ist „Exit 8“ ein kleiner, ungewöhnlicher und vor allem atmosphärischer Mystery-Thriller, der aus einer eigentlich simplen Idee erstaunlich viel herausholt. Nicht alles funktioniert perfekt und der Film dürfte sicherlich nicht jedem gefallen, mich konnte das ungewöhnliche Konzept aber über weite Strecken packen. Wer Filme mag, die den Zuschauer selbst aufmerksam werden lassen und mit der eigenen Wahrnehmung spielen, sollte hier definitiv einen Blick riskieren.
7,5/10
Fotocopyright: PLAION PICTURES
