Inhalt
Vor rund zwei Jahren hat Louise ihr Gedächtnis verloren, sich dann aber mit neuen Partner Joachim ein neues Leben aufgebaut. Als dann eines Tages ein Fremder vor ihrem Café auftaucht und sie bei einem anderen Namen nennt, macht sich große Verunsicherung breit und die Forschung in ihrer Vergangenheit beginnt…
Fazit
Mit „Die Frau ohne Vergangenheit“ präsentiert uns Netflix mal wieder einen gelungenen europäischen Thriller, der durchaus einige Stärken besitzt, gleichzeitig aber auch eine ziemlich gravierende Schwäche mit sich herumschleppt.
Die Inszenierung ist hochwertig ausgefallen und gerade optisch macht der Film einiges her. Die traumhaft schönen Aufnahmen, die gelungenen Landschaftsbilder und die insgesamt sehr stimmige Ausstattung sorgen für eine angenehme Atmosphäre und laden regelrecht zum Versinken ein. Auch die Geschichte beginnt durchaus vielversprechend. Der Gedächtnisverlust, der mysteriöse Fremde und die plötzlich auftauchenden Hinweise auf Louises Vergangenheit sorgen zunächst für genügend Spannung und machen neugierig darauf, was sich hinter der ganzen Sache verbirgt.
Allerdings hat der Film ein kleines Problem: Vieles davon hat man in ähnlicher Form schon einmal gesehen. Wer bei solchen Geschichten etwas genauer hinschaut und sich bereits während des Films eigene Gedanken über den möglichen weiteren Verlauf macht, dürfte relativ früh eine ziemlich gute Vorstellung davon bekommen, wohin die Reise geht. Die letztendliche Auflösung kommt daher nicht unbedingt überraschend und gerade dadurch verpufft ein Teil des aufgebauten Geheimnisses.
Trotzdem bleibt man weiterhin am Ball, denn langweilig wird das Ganze eigentlich nie. Der Film hält einen ordentlich bei Laune, liefert immer wieder neue Hinweise und versteht es, die Geschichte angenehm flüssig voranzutreiben. Auch wenn man dem Geheimnis vielleicht schon etwas früher auf die Spur kommt, möchte man trotzdem wissen, wie die Sache letztendlich aufgelöst wird. Ein kleines „Geschmäckle“ bleibt allerdings bestehen, da die Geschichte ihre großen Überraschungen eben nicht ganz so überraschend präsentiert, wie sie vermutlich gedacht waren.
Bei den Darstellern gibt es dagegen wenig zu meckern. Die Beteiligten machen ihre Sache durchweg ordentlich und agieren glaubwürdig. Vor allem das Zusammenspiel der Figuren funktioniert gut und die Chemie untereinander passt. Dadurch fällt es leicht, die Charaktere über die Laufzeit zu begleiten, auch wenn nicht jede Figur unbedingt mit besonders viel Tiefe ausgestattet wurde.
Auch technisch gibt es kaum Grund zur Kritik. Die Ausstattung wirkt hochwertig, die Kameraarbeit ist schön anzusehen und insbesondere die bereits erwähnten Landschaftsaufnahmen verleihen dem Film einen gewissen europäischen Charme. Hier merkt man durchaus, dass nicht alles nach dem üblichen Netflix-Einheitsbrei aussieht.
Unterm Strich ist „Die Frau ohne Vergangenheit“ somit ein durchaus sehenswerter Thriller geworden. Die Geschichte ist spannend genug, die Darsteller überzeugen und optisch gibt es einiges zu bestaunen. Lediglich die Tatsache, dass sich die Auflösung für aufmerksame Zuschauer relativ früh abzeichnet und man vieles in dieser Form bereits aus anderen Filmen kennt, verhindert eine höhere Wertung. Kein überragender Thriller, aber definitiv solide und unterhaltsame Kost für einen gemütlichen Filmabend.
7/10
Fotocopyright: Netflix
