Inhalt
New York Ende der 80er: Nino Brown steigt gemeinsam mit seinem Partner Gee Money in das lukrative Drogengeschäft ein und erkennt schnell das enorme Potenzial von Crack. Mit brutaler Gewalt und skrupellosen Methoden baut er innerhalb kürzester Zeit ein riesiges Drogenimperium auf und übernimmt dabei sogar einen kompletten Wohnblock als Hauptquartier. Während Nino immer mächtiger wird und die Straßen von Harlem zunehmend unter seiner Kontrolle stehen, nimmt die Polizei den Kampf gegen ihn auf. Die beiden Cops Scotty Appleton und Nick Peretti sollen sich undercover in Browns Organisation einschleusen und versuchen, den Drogenboss von innen heraus zu Fall zu bringen. Unterstützung bekommen sie dabei ausgerechnet von einem ehemaligen Crack-Süchtigen, der selbst noch mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat…
Fazit
„New Jack City“ ist für mich einer dieser klassischen 90er-Gangsterfilme, die einfach eine ganz eigene Atmosphäre mitbringen. Der Film nimmt einen direkt mit in die Straßen von New York und zeichnet ein ziemlich düsteres Bild vom damaligen Drogenmilieu. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, möglichst viele Schießereien und Gangsterklischees abzuspulen, sondern auch um die Auswirkungen der Crack-Epidemie und den sozialen Verfall, den das Geschäft mit sich bringt.
Besonders stark ist natürlich Wesley Snipes als Nino Brown. Er spielt den Drogenboss ausgesprochen charismatisch, arrogant und eiskalt und verleiht der Figur genau diese Mischung aus Selbstsicherheit und Größenwahn, die einen solchen Gangstercharakter ausmacht. Auch Ice-T macht seine Sache als Cop überraschend gut und wirkt in der Rolle angenehm glaubwürdig. Dazu kommen unter anderem Judd Nelson, Mario Van Peebles und ein junger Chris Rock, der als Pookie tatsächlich einen der nachhaltigeren Eindrücke hinterlässt.
Überhaupt lebt der Film stark von seinen Figuren und der rauen Stimmung. Gerade die Szenen rund um Pookie funktionieren richtig gut und zeigen, wie schnell aus einem scheinbar kontrollierbaren Drogenkonsum eine völlige Abwärtsspirale werden kann. Dadurch bekommt der Film neben dem Gangster- und Cop-Plot auch eine deutlich dramatischere Seite.
Ganz frei von Schwächen ist „New Jack City“ allerdings nicht. Gerade im letzten Drittel verliert die Geschichte etwas an Klarheit und wirkt stellenweise ein wenig hastig zusammengeschustert. Auch manche Entwicklungen kommen etwas plötzlich und die eigentliche Handlung folgt im Grunde einem bekannten Muster: Ein Gangster steigt auf, wird immer mächtiger und irgendwann beginnt sein Imperium von innen heraus zu zerfallen. Wirklich überraschen kann das heute kaum noch.
Trotzdem funktioniert der Film auch nach all den Jahren noch erstaunlich gut. Die dreckige 90er-Atmosphäre, der starke Cast, die Musik und vor allem Wesley Snipes als Nino Brown machen einiges aus. Dazu kommt eine angenehm raue Inszenierung, die dem Film genau den richtigen Ton verpasst.
Unterm Strich ist „New Jack City“ für mich kein perfekter Gangsterfilm, aber definitiv ein sehenswerter Klassiker des Genres. Gerade wer auf Hood-, Gangster- und Cop-Filme aus den 90ern steht, sollte den eigentlich gesehen haben. Ein paar Schwächen verhindern für mich die ganz hohe Wertung, insgesamt hat mich der Film aber gut unterhalten und auch inhaltlich mehr zu bieten, als man zunächst vielleicht erwartet.
7/10
Fotocopyright: Warner
