Inhalt
Aufgrund ihrer schweren Krankheit begleitet die junge Ry ihre Mutter auf einer Geschäftsreise nach Mallorca. Während ihre Mutter ihren beruflichen Verpflichtungen nachgeht, möchte Ry die Gelegenheit nutzen, ein paar unbeschwerte Tage am Meer zu verbringen, Abstand von ihrem bisherigen Leben zu gewinnen und vielleicht sogar neuen Lebensmut zu finden. Fatalerweise setzt sie dabei heimlich ihre Medikamente ab und stürzt sich stattdessen Hals über Kopf in ein Liebesabenteuer mit dem Einheimischen Julián…
Fazit
Auf die Frage, wie viele Klischees ein einzelner Film wohl bedienen kann, haben die Macher von “The Last Sunrise” vermutlich ganz laut “Hier!” gerufen. Was uns hier unter dem “Prime Original”-Label präsentiert wird, ist handwerklich sicherlich kein schlechter Streifen, doch bei der Handlung wurde dafür umso tiefer in die Kiste mit den üblichen Verdächtigen gegriffen.
Die Geschichte rund um ein schwerkrankes junges Mädchen, das noch einmal aus seinem bisherigen Leben ausbrechen und die vermeintlich letzten unbeschwerten Momente genießen möchte, ist nun wirklich nichts Neues. Leider schafft es der Film auch nicht, aus dieser bekannten Ausgangslage etwas wirklich Überraschendes zu machen. Stattdessen bewegt sich die Handlung ziemlich genau auf den ausgetretenen Pfaden, die man von solchen Geschichten bereits kennt. Vieles wird dabei so offensichtlich vorbereitet, dass man schon relativ früh ahnt, welche tiefgreifende Entscheidung auf die Hauptprotagonistin zukommen wird.
Auch bei den Figuren hält sich der Film mit Überraschungen eher zurück. Immerhin geben die sympathischen Darsteller ihr Bestes und die Chemie zwischen ihnen stimmt durchaus. Gerade die beiden Hauptfiguren funktionieren als Paar erstaunlich gut und schaffen es, selbst die teilweise ziemlich seichten und schnulzigen Dialoge einigermaßen charmant rüberzubringen. An der insgesamt doch sehr vorhersehbaren Geschichte können aber auch sie nicht viel ändern.
Mein einziges wirkliches Highlight war deshalb die wunderhübsche Inszenierung. “The Last Sunrise” wurde optisch regelrecht auf Hochglanz poliert und gerade die warmen Farben, das strahlende Sonnenlicht und die schönen Landschaftsaufnahmen sorgen schnell für echtes Urlaubsfeeling. Während der Film vor sich hin plätschert, ertappte ich mich jedenfalls mehr als einmal dabei, dass mein Blick eher auf die Fischerboote, das Meer oder die malerischen Landschaften Mallorcas gerichtet war als auf das eigentliche Hauptgeschehen.
Und genau darin liegt letztlich auch die größte Stärke des Films. Er sieht einfach verdammt gut aus und vermittelt zumindest für knapp zwei Stunden das Gefühl, selbst ein wenig Urlaub auf der Insel zu machen. Inhaltlich bleibt dagegen nur wenig hängen. “The Last Sunrise” erfindet das Rad erwartungsgemäß nicht neu und liefert – abgesehen von seinen schönen Bildern und den sympathischen Darstellern – auch sonst nur wenige echte Hingucker.
Wer grundsätzlich etwas für romantische und dramatische Geschichten mit einer ordentlichen Portion Herzschmerz übrig hat, dürfte sich daran vermutlich nicht allzu sehr stören. Wer allerdings auf eine überraschende Geschichte oder etwas mehr Tiefgang gehofft hat, wird hier wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Für mich bleibt deshalb vor allem ein hübsch anzusehender, aber ziemlich vorhersehbarer Streifen, den man nicht unbedingt gesehen haben muss.
5,5/10
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