Inhalt
Noch immer gibt es für Dom und seine mittlerweile um Nachwuchs erweiterte „Familie“ keine wirkliche Ruhe. Der Bruder ihres ehemaligen Rivalen Shaw sinnt auf Rache, eliminiert einen ersten Freund der Truppe und verletzt Cop Hobbs bei einem Anschlag schwer. Gemeinsam mit neuen Verbündeten nimmt Dom schließlich die Jagd auf den ehemaligen Elitesoldaten auf, der ihnen einen Gegner nach dem anderen entgegenschickt…
Fazit
Damals wie heute trägt „Fast & Furious 7“ einen gewissen bitteren Beigeschmack mit sich. Das liegt weniger an den fehlenden Innovationen innerhalb der mittlerweile bekannten Reihe, sondern vor allem am tragischen Verlust von Paul Walker. Der Schauspieler verstarb während der Produktion, weshalb er in einigen Szenen von seinen Brüdern sowie mithilfe aufwendiger Computertechnik ersetzt werden musste. Gerade mit diesem Wissen betrachtet man den Film natürlich mit etwas anderen Augen.
Die Fans der Reihe bekamen neben einem handwerklich erneut einwandfreien und extrem unterhaltsamen Action-Spektakel vor allem einige ungewohnt gefühlvolle Momente geboten. Besonders die Szenen innerhalb der „Familie“ funktionieren erstaunlich gut, wobei vor allem der bewegende Epilog im Gedächtnis bleibt. Was bei anderen Filmen schnell aufgesetzt oder kitschig wirken kann, fügt sich hier überraschend passend in das Gesamtbild ein. Unterstützt durch Rückblenden und die entsprechende musikalische Untermalung entstand dadurch ein Abschluss, der Paul Walker tatsächlich ein würdiges filmisches Denkmal setzte.
Nachdem „The Rock“ mittlerweile einen festen Platz im Ensemble gefunden hatte – auch wenn seine Screentime aufgrund seines vollen Terminkalenders diesmal etwas begrenzter ausfiel –, bekam die Reihe mit Jason Statham einen weiteren coolen Actionstar spendiert. Dieser sah zwar im Grunde aus wie immer und spielte auch gewohnt souverän seine Paraderolle als harter Kerl, passte damit aber bestens in das ohnehin schon ziemlich überdrehte Gesamtbild.
Nicht ganz so rund gelang dagegen der Umgang mit einigen anderen Figuren, die teilweise deutlich zurückgenommen wurden oder sogar komplett verschwanden. Dafür rückten die Ereignisse aus der Vergangenheit noch stärker in den Mittelpunkt. War die Rückkehr von Letty im Vorgänger noch etwas holprig konstruiert, wusste man nun deutlich besser mit den offenen Fäden umzugehen. Besonders die Verknüpfungen zu „Tokyo Drift“, dem dritten Teil der Reihe, waren für Fans eine nette Überraschung und sorgten dafür, dass sich manche bislang lose wirkenden Zusammenhänge plötzlich schlüssiger zusammenfügten.
Ansonsten gibt es natürlich den gewohnt übertriebenen Rest. Optisch gab es erneut wenig zu meckern, die CGI-Effekte bewegten sich noch einmal auf einem höheren Niveau und die Actioneinlagen setzten ebenfalls eine Schippe drauf. Besonders die Sequenzen in Dubai gehören zu den großen Hinguckern des Films und zeigen eindrucksvoll, wie weit sich die Reihe inzwischen von ihren ursprünglichen Wurzeln entfernt hatte. Realismus war hier längst Nebensache – Hauptsache, es kracht ordentlich. Und genau das tut es.
Auch akustisch wurde wieder einiges aufgefahren. Der Sound bringt das Heimkino ordentlich zum Beben, ohne dabei den Subwoofer unnötig zum „Krächzen“ zu bringen. Die längere Spielzeit fällt dabei kaum ins Gewicht, während die knapp bekleideten Mädels inzwischen etwas weniger Raum bekommen und das gesamte Ambiente dadurch tatsächlich ein wenig erwachsener wirkt. Ernst nehmen sollte man das Ganze natürlich trotzdem nicht.
„Fast & Furious 7“ liefert somit eigentlich überall das ab, was man von einem weiteren Teil der Reihe erwartet: spektakuläre Action, bekannte Gesichter, reichlich Pathos und jede Menge völlig übertriebene Stunts. Gleichzeitig bekommt der Film durch den Tod von Paul Walker eine emotionale Ebene, die man bei dieser Reihe so vermutlich nicht erwartet hätte. Vor allem die extrem starke Endsequenz bleibt dabei im Gedächtnis und macht den siebten Teil zu einem ganz besonderen Eintrag innerhalb der Saga.
Fans werden somit auch diesmal nicht enttäuscht und dürfen sich gleichzeitig von einem ihrer Helden verabschieden. Als reines Action-Spektakel funktioniert „Fast & Furious 7“ ohnehin bestens, durch den Abschied von Paul Walker bekommt das Ganze jedoch eine zusätzliche Bedeutung, die weit über die übliche Modellpflege der Reihe hinausgeht.
7,5/10
Fotocopyright: Universal
