Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Der Regierung wurde ein wichtiges Gerät zum Hacken von Kommunikationsnetzwerken gestohlen und die besten Männer hat es dank der Terroristen bereits dahingerafft.
Nun liegt alles in den Händen des ehemaligen xXx-Agenten Xander Cage, der mit seinen unkonventionellen Vorgehensweisen wieder für jede Menge Unterhaltung sorgen soll…
Fazit
Wenn ein Film schon relativ kurz nach seinem Kinostart auf Datenträgern für den Heimgebrauch erscheint, hat das manchmal ein kleines „Geschmäckle“ – und so auch hier. Was mir geboten wurde, war Fremdschämen erster Güte und einen wirklichen Unterhaltungswert habe ich dabei schmerzlich vermisst.
Nach einem langen Arbeitstag ist man als Filmfan oft schon mit einfachen Dingen zufrieden, doch dieses Werk schlug dem Fass endgültig den Boden aus. Über die banale Geschichte kann man noch hinwegsehen, über die dämlichen Dialoge und die klischeehaften Charaktere allerdings nicht. Selten hat bei einem Film so wenig zusammengepasst und selten fiel mir das Durchhalten derart schwer.
Während die „Fast & Furious“-Reihe bei aller Übertreibung zumindest noch einen gewissen Stil bewahrt, geht dieser hier nahezu vollständig verloren. Stattdessen wurde alles Mögliche zusammengewürfelt, ohne dass daraus ein rundes Gesamtbild entsteht. Die früheren Teile waren zwar ebenfalls keine Meisterwerke, hatten aber immerhin eine gewisse Identität und ließen sich noch als halbwegs stimmiges Gesamtpaket verkaufen. Hier wirkt vieles dagegen wie eine Ansammlung möglichst spektakulärer Einfälle, die anschließend irgendwie zu einem Film zusammengesetzt wurden.
Die Figuren sind allesamt schablonenhaft erdacht und selbst für eine Parodie viel zu überzeichnet. Auch gegen die Integration asiatischer Schauspieler habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, doch hier biedert man sich dem offensichtlich begehrten chinesischen Markt schon ziemlich unverhohlen an. Der gesamte Umgang damit wirkt aufgesetzt und stellenweise geradezu verzweifelt.
Seinerzeit hat mir der erste Teil im Kino ganz gut gefallen und auch die direkte Fortsetzung ging noch irgendwo in Ordnung. Beide waren nicht besonders gut, aber eben auch nicht besonders schlecht. „Die Rückkehr des Xander Cage“ ist dagegen ein Film, bei dem ich mich zunehmend gefragt habe, für wen das eigentlich noch gedacht ist. Jede Szene schreit förmlich nach „cool“, „größer“ und „spektakulärer“, während dabei Charme, Timing und eine vernünftige Geschichte auf der Strecke bleiben.
Natürlich darf ein solcher Film unrealistisch und völlig überdreht sein. Genau dafür schaut man ihn schließlich. Aber selbst dann sollte das Ganze noch Spaß machen. Hier hat mich die permanente Selbstinszenierung irgendwann nur noch genervt. Action allein reicht eben nicht, wenn der Rest dermaßen lieblos zusammengeschustert wurde.
Durchwachsene Technik und eine charmante Toni Collette retten noch ein paar Ehrenpunkte auf dem Wertungskonto. Ansonsten bleibt wenig, das positiv im Gedächtnis haften bleibt. Das Ding mag seine Fans haben, aber ich bin hier definitiv raus. Für mich ist das kein launiger Actionspaß, sondern ein ziemlich verzweifelter Versuch, Coolness auf die Leinwand zu bringen.
4/10
Fotocopyright: Paramount Pictures/Leonine
