Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Danny Bryce gehört zu den besten seines Fachs. Als Auftragskiller erledigt er seine Jobs mit gnadenloser Präzision und bildet mit seinen Kollegen ein perfekt eingespieltes Team. Doch nach einem Einsatz, bei dem ein Unbeteiligter ums Leben kommt, zieht Danny überraschend die Reißleine. Geplagt von den Bildern des Geschehenen, kehrt er seinem bisherigen Leben den Rücken und sucht auf dem Land nach Ruhe und einem Neuanfang.
Doch der vermeintlich verdiente Ruhestand währt nicht lange. Knapp ein Jahr später erreicht ihn der Hilferuf eines alten Weggefährten, der bei einem heiklen Auftrag gescheitert ist und nun von seinen Auftraggebern als Geisel festgehalten wird. Danny willigt ein, dessen Freilassung zu ermöglichen, und lässt sich auf einen gefährlichen Deal ein. Erst allmählich wird ihm klar, mit welch mächtigen Gegnern er sich angelegt hat und wie weit er gehen muss, um seinen Freund zu retten…
Fazit
In der Regel haben Filme mit Jason Statham zumindest in Sachen Story nicht unbedingt allzu viel zu bieten. Umso positiver wurde ich von „Killer Elite“ überrascht, denn hier bekommt man nicht einfach nur einen gewöhnlichen Actionstreifen vorgesetzt. Natürlich steht die handfeste Action im Mittelpunkt, doch auch die Handlung kann sich sehen lassen. Die Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruhen soll, ist interessant konstruiert, wartet mit einigen Wendungen auf und hält den Spannungsbogen über weite Strecken aufrecht. Dazu gesellen sich eine namhafte Besetzung und jede Menge knackiger Action, die es ordentlich krachen lässt.
Gerade die Gefechte haben mir ausgesprochen gut gefallen. Die Auseinandersetzungen sind hervorragend choreografiert, werden schnörkellos in Szene gesetzt und kommen angenehm schnell zur Sache. Statt minutenlanger Hochglanzeinlagen gibt es hier handfeste Keilereien, harte Schläge und blutige Konfrontationen. Das wirkt stellenweise beinahe ein wenig altmodisch, macht aber gerade deshalb richtig Laune. Die Action steht nicht unnötig lange still, sondern erfüllt genau ihren Zweck und treibt das Geschehen voran.
Auch die Darstellerriege kann sich sehen lassen. Jason Statham liefert gewohnt souverän ab, während Clive Owen einen passenden Gegenspieler abgibt. Die wiederkehrenden Konfrontationen zwischen den beiden gehören zu den Höhepunkten des Films und sorgen für ordentlich Spannung. Robert De Niro rundet das Ganze mit seiner Präsenz ab, auch wenn seine Rolle nicht unbedingt zu seinen größten Glanzleistungen zählt. Darüber hinaus sorgen die zahlreichen Nebenfiguren für zusätzliche Würze. Das Killerensemble ist abwechslungsreich zusammengestellt, besitzt seine Ecken und Kanten und lässt hinter der professionellen Fassade immer wieder menschliche Abgründe erkennen.
Besonders gelungen finde ich die Balance zwischen Action und Handlung. Die Geschichte wird nicht bloß als notwendiges Beiwerk genutzt, um von einer Prügelei zur nächsten zu gelangen, sondern bietet einen durchaus reizvollen Rahmen für das Geschehen. Man möchte wissen, wie Danny seinen nächsten Schachzug plant, welche Schwierigkeiten dabei auf ihn zukommen und ob er seinen Auftrag tatsächlich zu Ende bringen kann. Das Erzähltempo ist dabei angenehm flott, ohne dass die Handlung durch überhastete Schnitte oder unnötige Hektik an Übersichtlichkeit verliert. Langeweile kommt jedenfalls kaum auf.
Auch technisch gibt es wenig zu beanstanden. Die unterschiedlichen Schauplätze sorgen für Abwechslung, die Ausstattung ist stimmig und der Soundtrack passt sich den jeweiligen Situationen an, ohne sich unangenehm in den Vordergrund zu drängen. Gerade die vergleichsweise ruhige und übersichtliche Inszenierung der Actionszenen weiß zu gefallen. Hier erkennt man noch, was auf der Leinwand passiert, und kann die einzelnen Auseinandersetzungen in vollen Zügen genießen.
Unterm Strich ist „Killer Elite“ für mich ein richtig gelungener Actionthriller, der deutlich mehr zu bieten hat, als ich zunächst erwartet hatte. Eine spannende Geschichte, coole Hauptdarsteller, hervorragend choreografierte Keilereien und ein angenehm flüssiger Erzählrhythmus sorgen für beste Unterhaltung. Sicherlich erfindet der Film das Genre nicht neu, aber das muss er auch gar nicht. Wenn die Action derart gut funktioniert und auch die Handlung bei Laune hält, bin ich vollauf zufrieden. Für Freunde handfester Actionkost ist der Streifen deshalb eine klare Empfehlung und auch im Heimkino macht er ordentlich Laune. Vielleicht nicht der beste Film von Robert De Niro, aber für mich definitiv einer der stärkeren Auftritte von Jason Statham.
8/10
Fotocopyright: LEONINE
