Inhalt
Mark Kimball hat ein klares Ziel vor Augen: Er möchte neuer Bürgermeister von Los Angeles werden und investiert dafür sein gesamtes Vermögen in den Wahlkampf. Doch als es plötzlich zur vermeintlichen Entführung seines Sohnes kommt, gerät nicht nur seine politische Zukunft in Gefahr. Auch finanziell wird die Lage zunehmend brenzlig, sodass Mark auf die Unterstützung einer zwielichtigen Geschäftsfrau angewiesen ist. Doch wem kann er in dieser Situation überhaupt noch trauen?
Fazit
Nach Sichtung des Trailers und den ersten Filmminuten hielten sich meine Erwartungen an „Animals“ zunächst noch in Grenzen. Vieles wirkte recht schablonenhaft und austauschbar, sodass ich mich schon auf einen Thriller nach altbekanntem Muster eingestellt hatte. Doch Ben Affleck hatte offenbar noch ein paar Asse im Ärmel und wusste mich im weiteren Verlauf durchaus zu überraschen.
Der Einstieg fällt zunächst recht nüchtern aus. Erst einmal werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt und ihre jeweiligen Hintergründe beleuchtet. Das geschieht zwar wenig spektakulär, ist aber immerhin ordentlich umgesetzt und zieht sich nicht unnötig in die Länge. So richtig in Fahrt kommt das Geschehen allerdings erst mit dem Bekanntwerden der Entführung und dem Auftritt von Gillian Anderson.
Ab diesem Punkt beginnt Affleck, geschickt mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Plötzlich ist nichts mehr so eindeutig, wie es zunächst schien, und man ertappt sich dabei, jede Figur kritisch zu hinterfragen. Wem kann man noch glauben? Wer verfolgt möglicherweise eigene Interessen? Und was steckt tatsächlich hinter den Ereignissen? Der Film streut geschickt Zweifel, lässt Raum für eigene Theorien und hält die Spannung damit kontinuierlich aufrecht.
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr zieht das Tempo an. Die Spannungskurve steigt spürbar und hält ihren Drive bis zum bitteren Ende. Gegen Schluss überschlagen sich die Ereignisse zwar beinahe ein wenig, doch die verschiedenen Handlungsstränge werden schlüssig zusammengeführt und offene Fragen weitgehend geklärt. Gerade der Kontrast zur vergleichsweise ruhigen ersten Hälfte funktioniert dabei ausgesprochen gut und sorgt für einen packenden Abschluss.
Auch die Darsteller machen ihre Sache durchweg ordentlich. Ben Affleck überzeugt in der Hauptrolle, während Kerry Washington und Steven Yeun ebenfalls gut ins Geschehen passen. Gillian Anderson setzt mit ihrem Auftritt zusätzliche Akzente und verleiht dem Film noch einmal eine ganz eigene Note. Technisch gibt es ebenfalls wenig zu beanstanden. Die Aufnahmen sind gestochen scharf, selbst bei Dunkelheit bleibt die Bildqualität überzeugend, und die farbenfrohen Tagesaufnahmen lassen Los Angeles in einem ansprechenden Licht erstrahlen. Der Atmos-Ton ist bei einem derart ruhigen Thriller zwar nicht unbedingt notwendig, sorgt an den passenden Stellen aber durchaus für eine angenehme Räumlichkeit.
Was zunächst wie ein gewöhnlicher Thriller nach bewährtem Muster beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem packenden Katz-und-Maus-Spiel, das mich zunehmend in seinen Bann gezogen hat. Zahlreiche Wendungen, überzeugende Darsteller und ein gelungenes Erzähltempo machen „Animals“ zu einer positiven Überraschung. Nicht jede Entwicklung kommt völlig unerwartet, und gegen Ende geht es mir stellenweise etwas zu schnell, doch insgesamt hat mich der Film bestens unterhalten. Für mich ein richtig starker Thriller, für den sich das Netflix-Abo durchaus einmal wieder lohnt.
8/10
Fotocopyright: Netflix
