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Akte X – Jenseits der Wahrheit

Inhalt

Nach der Schließung der X-Akten gehen Fox Mulder und Dana Scully längst getrennte berufliche Wege. Doch als das FBI bei der Suche nach einer vermissten Kollegin nicht weiterkommt, werden die beiden ehemaligen Agenten mehr oder weniger freiwillig wieder in einen gemeinsamen Fall verwickelt. Eine heiße Spur führt sie zu einem vorbestraften Priester, der von rätselhaften Visionen geplagt wird und offenbar mehr über das Verschwinden weiß, als zunächst angenommen. Für Mulder und Scully beginnt eine düstere Suche nach der Wahrheit, bei der nicht alles so eindeutig ist, wie es zunächst scheint …

Fazit

Während mir der erste „Akte X“-Film seinerzeit eher wie eine durchschnittliche Doppelfolge der Serie vorkam, schlägt „Jenseits der Wahrheit“ einige Jahre später eine etwas andere Richtung ein. Statt sich ausschließlich auf die vertrauten Zutaten der Reihe zu verlassen, versucht man hier, eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Das Ergebnis fällt zwar durchwachsen aus, bietet aber durchaus interessante Ansätze.

Übernatürliche Elemente dürfen natürlich auch diesmal nicht fehlen, allerdings hält sich der Film mit großen Verschwörungen und außerirdischen Machenschaften weitgehend zurück. Stattdessen präsentiert man uns einen düsteren Thriller, der vergleichsweise bodenständig bleibt und seine Geschichte zu einer nachvollziehbaren Auflösung führt. Gerade die finstere Atmosphäre hat mir dabei gut gefallen, denn die Inszenierung erinnert stellenweise eher an einen knallharten Krimi als an die gewohnte Mystery-Kost der Serie. Im Vergleich zum ersten Kinofilm ist das durchaus ein bemerkenswerter Stilwechsel.

Leider kommt die Handlung nicht immer richtig in Fahrt. Das Geschehen plätschert zwischendurch etwas vor sich hin, und gerade der zwielichtige Priester sorgt nicht unbedingt für Sympathiepunkte. Seine Visionen sind zwar ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, doch die Figur selbst hätte für meinen Geschmack etwas weniger Aufmerksamkeit vertragen können. Ein wenig mehr Tempo und gelegentlich eine zusätzliche Actionszene hätten dem Film sicherlich gutgetan und so manche Länge kaschiert. Immerhin verliert die Geschichte ihren roten Faden nie vollständig, sodass man wissen möchte, wie sich die einzelnen Puzzleteile am Ende zusammenfügen.

Ein echter Pluspunkt ist dagegen das Wiedersehen mit David Duchovny und Gillian Anderson. Mulder und Scully haben auch nach all den Jahren nichts von ihrem Charme verloren und harmonieren nach wie vor hervorragend miteinander. Allerdings hat sich das Verhältnis der beiden durch die Ereignisse innerhalb der Serie verändert, was sich auch im Film bemerkbar macht. Die vertraute Dynamik ist noch vorhanden, wirkt aber etwas anders als in früheren Zeiten.

Damals wie heute habe ich mich über einen weiteren Kinofilm der „Akte X“-Reihe gefreut. Ein großer Wurf ist „Jenseits der Wahrheit“ zwar nicht geworden, doch der veränderte Stil bringt durchaus frischen Wind in die bekannte Welt von Mulder und Scully. Die düstere Atmosphäre und das überzeugende Hauptdarstellerduo können einige Schwächen auffangen, auch wenn die Geschichte stellenweise mehr Schwung vertragen hätte. Für Fans der Serie ist der Film durchaus einen Blick wert, an die stärksten Fälle der beiden Agenten reicht er für mich allerdings nicht heran. Schade auch, dass der noch düstere Director`s Cut uns derzeit noch vorenthalten wird.

6,5/10

Fotocopyright: Walt Disney / LEONINE

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