Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Mike O’Donnell ist am Ende. Er wohnt bei seinem besten Kumpel, die Scheidung von seiner geliebten Frau steht kurz bevor und auch der Kontakt zu seinen Kindern gestaltet sich wenig erfreulich. Beruflich läuft es ebenfalls schon seit Jahren nicht mehr rund. Oft denkt Mike an die alten Zeiten zurück, als er noch ein gefeierter Basketballstar seiner Schulmannschaft war und seine sportlichen Ambitionen schließlich zugunsten seiner Familie aufgab.
Eines Morgens wacht Mike plötzlich im Körper seines 17-jährigen Ichs auf. Noch einmal jung sein und vielleicht doch einiges anders machen – genau das scheint nun möglich. Also drückt er erneut die Schulbank und stellt schnell fest, dass sich zwar vieles verändert hat, sein sportliches Talent aber nach wie vor vorhanden ist. Schon bald findet er sich wieder im Basketballteam der Schule. Zunächst verfolgt Mike noch seine eigenen Vorstellungen, doch allmählich wird ihm klar, worin seine eigentliche Aufgabe besteht. Denn auch seine Kinder besuchen dieselbe Schule. Unter seiner neuen Identität versucht er, ihnen unter die Arme zu greifen und vielleicht sogar den Familiensegen wiederherzustellen…
Fazit
Ohne Frage – „17 Again“ ist schon jetzt einer meiner Überraschungstitel des Jahres! Was eigentlich nur ein simpler Streifen zum Einschlafen nach einem anstrengenden Arbeitstag werden sollte, entpuppte sich als erstklassige Unterhaltung, bei der man gerne hellwach blieb.
Das Konzept mag simpel, austauschbar und wenig originell klingen, doch die Umsetzung ist einfach fantastisch. Sämtliche Elemente sind hervorragend ausbalanciert und ergeben ein absolut stimmiges Gesamtbild, das sich keinerlei Längen leistet. Alle Rollen wurden passend besetzt und erstklassig gespielt. Auch das Charakterdesign ist klasse und selbst die kleinsten Nebenrollen wirken sorgfältig erdacht. Die Chemie stimmt, und die Akteure werfen sich in teils lustigen, teils einfühlsamen Dialogen ausgezeichnet die Bälle zu. Ruhigere Momente harmonieren wunderbar mit den wieder etwas witzigeren Passagen, ohne dass dabei die Gefühle zu kurz kommen. Man lässt den Zuschauer stets mitfiebern und irgendwann sogar die Logik der ganzen Situation vergessen. Gerade die Begegnungen des jungen Mike mit seinen Kindern oder gar seiner eigenen Frau sorgen immer wieder für prickelnde Momente, aus denen sich eine herrliche Situationskomik oder auch eine überraschend einfühlsame Dramaturgie entwickelt. Man hätte es kaum besser lösen und runder inszenieren können. Trotz mancher Vorhersehbarkeit bleibt kein fader Beigeschmack zurück, und auch die mangelnde Komplexität schmälert den Filmspaß zu keiner Zeit.
Obwohl sich auch die „High School Musical“-Filme in meiner Sammlung befinden, würde ich mich nicht unbedingt als größten Fan von Zac Efron bezeichnen. Seine Leistung hier war allerdings zum Niederknien. Der anfangs etwas gewöhnungsbedürftige Look wandelt sich schon bald zum Besseren, und sein großartiges Spiel nimmt seinen Lauf. Gefühle bringt er überzeugend rüber, während die reiferen Kommentare seines jugendlichen Charakters glaubhaft, witzig und herrlich sarkastisch zugleich wirken. Der gute Junge sollte weniger singen und künftig lieber mehr Charakterrollen besetzen – Potenzial ist jedenfalls vorhanden. Natürlich freut man sich auch über die Beteiligung von Matthew Perry („Friends“), der den erwachsenen Mike verkörpert und sich ebenfalls keine Schwächen leistet. Routiniert und selbstbewusst zieht er sein Programm durch und steht seinem jüngeren Pendant in nichts nach.
Genial ist auch die Nebenrolle des besten Kumpels, der sich als gelungene Hommage an erfolgreiche Internetunternehmer präsentiert und seine schrillen Fantasien nach Herzenslust auslebt. Mit ausgefallenen Klamotten und liebevoll ausgestatteten Wohnräumen sorgt er immer wieder für echte Hingucker. Neidische Blicke meinerseits auf seine umfangreiche Filmsouvenir-Sammlung waren da keine Seltenheit. Kurz erwähnt sei auch der liebreizende Anblick von Michelle Trachtenberg, die als Mikes Tochter besticht und sich ausgerechnet in ihr junges Vater-Ich verguckt. Auch dieser Handlungsstrang sorgt für einige amüsante Momente und fügt sich wunderbar in das Gesamtbild ein.
Ungemein sympathisch und rundum stimmig präsentiert sich „17 Again“ als toller Titel, dem ich diese Qualität im Vorfeld gar nicht zugetraut hätte. Die Mischung passt, die Darsteller überzeugen uneingeschränkt und das altbekannte Thema wurde wohl selten zuvor so spritzig umgesetzt. Selbst an kleinste Details hat man gedacht, und auch die Dialogautoren haben hervorragende Arbeit geleistet. Was negative Kritik angeht, bin ich beinahe sprachlos – was nicht gerade oft vorkommt. Mit einem guten Gefühl im Magen vergebe ich deshalb ganz locker 8,5 von 10 Punkten, womit im Vorfeld sicher niemand gerechnet hätte. Denken Sie sich auch manchmal, dass ein Film ruhig noch eine Stunde länger hätte dauern können? Bei „17 Again“ war das bei mir tatsächlich der Fall!
8,5/10
Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)
