Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Brian und seine Freundin Carrie sind etwas abgebrannt. Ihm fehlen neue Impulse in seinem Job und sie kann mit ihren Fotoarbeiten bei den renommierten Agenturen einfach nicht punkten.
Eines Nachts kommt Brian auf die Idee, eine Tour quer durch Amerika zu unternehmen, an berühmten Mordschauplätzen Halt zu machen und darüber ein paar Texte zu verfassen. Seine begabte Freundin soll dazu die passenden Bilder anfertigen und das ungewöhnliche Projekt könnte somit die Karrieren beider ankurbeln.
Da das Geld für den benötigten Sprit nicht ausreicht, suchen sie jemanden, der sich an den anfallenden Kosten beteiligt. Per Anzeige findet sich schnell ein Pärchen, das geistig nicht gerade den besten Eindruck vermittelt, aber immerhin etwas Kohle beisteuern kann. Besonders Carrie merkt recht früh, dass mit ihren Begleitern irgendetwas faul ist, doch Brian schenkt ihren Bedenken zunächst keine große Beachtung. Möglicherweise haben sie einen Mörder auf ihrer verrückten Tour im Gepäck und befinden sich selbst in großer Gefahr…
Fazit
„Kalifornia“ ist einer jener Filme, der schon dutzende Male im Nachtprogramm der Privatsender lief, in meiner Sammlung aber trotzdem immer noch gefehlt hat. Am vergangenen Wochenende konnte die Scheibe endlich günstig eingesackt werden und nach etlichen Jahren gab es eine erneute Sichtung für dieses kleine Review.
Das Aufgebot der Darsteller ist nach wie vor beachtlich und gibt keinen Anlass zur Kritik. Der noch sehr jung wirkende David Duchovny macht neben dem gewohnt souverän auftretenden Brad Pitt eine gute Figur, während besonders Juliette Lewis mit ihrem gewollt naiven Auftritt immer wieder auf sich aufmerksam macht. Allesamt agieren sehr überzeugend und gefallen in ihren teils schrägen und stellenweise unvorhersehbaren Rollen. Brad Pitt zeigt hier eine starke Leistung und präsentiert uns einen einfach gestrickten Kerl, der keinerlei Skrupel kennt und damit immer wieder für Gänsehaut sorgt.
Leider kann die Geschichte nicht ganz mit der prominenten Besetzung mithalten und leistet sich zuweilen kleinere Schwächen. Das an sich durchaus ansprechende Grundprinzip verliert sich gelegentlich in kleineren Längen und bremst dadurch immer wieder die aufkommende Spannung. Mag vielleicht auch daran liegen, dass man das Teil schon einmal gesehen hat, fällt aber trotzdem negativ ins Gewicht. Obwohl die einzelnen Schauplätze ordentlich in Szene gesetzt werden und sich der Spannungsbogen im Laufe der Handlung immer weiter aufbaut, driften manche Dialoge etwas ins Unbedeutende ab. Hier wäre durchaus mehr drin gewesen.
„Kalifornia“ ist zwar kein Streifen mit besonders hohem Wiederschauwert, kann beim ersten Mal aber durchaus überzeugen. Die Besetzung ist über jeden Zweifel erhaben und macht mit ihrem ordentlichen Charakterspiel einiges her. Vor allem Brad Pitt hinterlässt einen bleibenden Eindruck und sorgt dafür, dass der Film trotz seiner kleineren Schwächen sehenswert bleibt. Für Fans der beteiligten Schauspieler ist der Titel ohnehin einen Blick wert, während ich dem Rest eine etwas eingeschränkte Empfehlung aussprechen würde. „Kalifornia“ kann man sich ruhig einmal ansehen, zwingend in der Sammlung stehen muss er allerdings nicht.
6,5/10
Fotocopyright: Capelight Pictures
