Aufgrund aktueller Sichtung wurde dieses Review aus dem Archiv übernommen und hier sauber formatiert. Möglichweise wurden einige Passagen überarbeitet und die Wertung nach aktuellen Maßstäben noch einmal korrigiert.
Inhalt
Die „Sweeney“-Einheit der Londoner Polizei ist gefürchtet und erfolgreich. Mit nicht gerade zimperlichen Methoden gehen die Beamten gegen Verbrecher vor und nehmen dabei auch den einen oder anderen Kollateralschaden in Kauf. Die gute Aufklärungsquote gibt ihnen dabei zumindest teilweise recht.
Während sie gerade einen kniffligen Fall bearbeiten, schaltet sich allerdings die interne Ermittlung ein und bringt die ohnehin schon raubeinigen Elitecops zusätzlich auf die Palme. Besonders Abteilungsleiter Jack Regan kommt mit den Nachforschungen gegen seine Person überhaupt nicht zurecht. Statt sich darum zu kümmern, konzentriert er sich lieber auf einen alten Rivalen, der im Zuge der Ermittlungen plötzlich als möglicher Verdächtiger auftaucht.
Fazit
Optisch erinnert „The Crime“ schon auf den ersten Blick an „Sherlock“ und ähnliche Produktionen. Das liegt nicht nur am Schauplatz London, sondern vor allem an den kühlen, klaren Bildern und dem ganz eigenen visuellen Stil. Technisch bewegt sich der Film damit durchaus auf höherem Niveau und weiß schon einmal auf ganzer Linie zu überzeugen.
Die gefällige Inszenierung wird durch gute Schauspieler und eine durchaus brauchbare Handlung zusätzlich unterstützt. Im Grunde bekommt man zwar weitgehend bewährte Krimikost auf gehobenem Serienniveau geboten, doch die zum Teil exzellenten Darsteller machen das Geschehen trotzdem ungemein sehenswert. Besonders Ray Winstone zeigt sich von seiner besten Seite und trägt den Film über weite Strecken beinahe im Alleingang. Es macht einfach Spaß, seinem Auftritt zuzuschauen, mit ihm zu leiden oder – wie so häufig – über ihn zu schmunzeln. Mit seiner kantigen Art kann man sich schnell anfreunden und nimmt ihm sogar seine fragwürdigen Vorgehensweisen gerne ab.
Die Handlung wird mal hektisch, mal eher gemächlich erzählt. Diese Mischung ist in meinen Augen gut gelungen, denn die ruhigeren Passagen werden nie zu langatmig und die Action ist angenehm dosiert und dann auch ordentlich rasant umgesetzt. Minutenlange Schießereien an bekannten Schauplätzen wecken Erinnerungen an den eigenen Besuch und sorgen ganz nebenbei für weitere Pluspunkte auf dem Wertungskonto. Das Flair ist ohnehin hervorragend eingefangen. London eignet sich eben immer wieder bestens für solche Geschichten.
Manchmal wirkt „The Crime“ allerdings fast wie ein Pilotfilm zu einer möglichen Serie. Zwar ist die Produktion jederzeit hochwertig inszeniert und toll gespielt, trotzdem bleibt ein wenig der Eindruck einer überschaubar budgetierten Serienepisode. Das schmälert den Unterhaltungswert aber nur bedingt. Unterm Strich bekommt man einen kurzweiligen Krimi mit schicker Kulisse, ordentlich dosierter Action und einer herausragenden Hauptfigur in Gestalt von Ray Winstone. Krimifreunde und Liebhaber des typisch britischen Charmes kommen hier jedenfalls auf ihre Kosten und sollten ruhig einmal reinschauen.
7/10
Fotocopyright: Universum Film GmbH
