Daredevil
Inhalt
Bei einem tragischen Unfall verlor Matt Murdock als Kind sein Augenlicht, doch dafür entwickelten sich seine restlichen Sinne alsbald sehr ausgeprägt. Er lernt mit einen neuen Gaben so umzugehen, dass er in seinem
späteren Leben neben seinem Aufritt als Anwalt während der Nacht auf die Jagd nach Verbrechern geht…
Fazit
Für viele Zuschauer gibt es nur einen “Daredevil” – und es ist nicht Ben Affleck. Ich muss gestehen, nur diesen Film zum Thema zu kennen – doch sein eher durchwachsenes Schauspiel auch als größten Kritikpunkt der Produktion anzuerkennen.
Die Handlung selbst funktioniert insgesamt ordentlich und bietet über die gesamte Laufzeit hinweg einen soliden Unterhaltungswert. Auch die Inszenierung erfüllt ihren Zweck und liefert genau das, was man von einer Comicverfilmung der frühen 2000er-Jahre erwarten darf. Mit Affleck als blindem Rächer wurde ich jedoch nie ganz warm. Seine Leistung ist keineswegs schlecht, wirkt aber etwas farblos und lässt die notwendige Ausstrahlung vermissen, um die Figur wirklich tragen zu können. Irgendwie wollte er für mich nie vollständig in diesen Comic-Kosmos passen – ein Eindruck, den ich später auch bei seiner Zeit als Batman teilweise hatte.
Abgesehen von dieser Besetzungsfrage präsentiert sich „Daredevil“ jedoch als grundsolide Comicverfilmung. Der Film arbeitet seine Handlung gewissenhaft ab, orientiert sich offenbar recht nah an der Vorlage und liefert alle wichtigen Bestandteile, die man von einer Ursprungsgeschichte erwarten würde. Besonders originell ist das Ergebnis zwar nicht geworden, allerdings fällt es schwer, dies den Verantwortlichen ernsthaft vorzuwerfen.
Der Verlauf gestaltet sich weitgehend kurzweilig, obwohl der von mir gesehene Directors Cut rund eine halbe Stunde länger ausfällt als die Kinofassung. Die zusätzliche Laufzeit wird sinnvoll genutzt, um den Figuren mehr Raum zur Entfaltung zu geben und ihre Motivationen nachvollziehbarer zu machen. Dabei zeichnet der Film ein recht klassisches Bild von Gut und Böse, ohne sich in moralischen Grauzonen oder künstlich erzeugtem Tiefgang zu verlieren. Gerade dieser geradlinige Ansatz passt letztlich gut zur erzählten Rachegeschichte und sorgt dafür, dass die Handlung stets verständlich und zugänglich bleibt.
Mit Michael Clarke Duncan und Colin Farrell stehen Ben Affleck zudem zwei charismatische Gegenspieler gegenüber, die ihre Rollen mit sichtbarer Freude ausfüllen und dem Film zusätzliche Energie verleihen. Jennifer Garner feiert hier ihren ersten Auftritt als Elektra und legt damit den Grundstein für ihre spätere Solo-Verfilmung. Darüber hinaus sorgen die obligatorischen Gastauftritte von Stan Lee und Kevin Smith für kleine, aber durchaus sympathische Highlights.
Technisch bewegt sich „Daredevil“ ebenfalls auf einem ordentlichen Niveau. Die Effekte mögen aus heutiger Sicht nicht mehr durchgehend überzeugen, besitzen aber einen gewissen Charme. Besonders die etwas rauere und weniger hochglanzpolierte Optik kommt dem Film zugute und versprüht den typischen Charakter vieler Streifen aus den frühen 2000er-Jahren. Ein echtes Highlight bleibt darüber hinaus der Soundtrack, der mit mehreren markanten Songs – allen voran von Evanescence – die Atmosphäre wirkungsvoll unterstützt und bis heute einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.
“Daredevil” mag sicherlich nicht mein Lieblings-Superheld sein, doch die Verfilmung von 2003 bot trotz nicht unbedingt idealer Besetzung einen gewissen Unterhaltungswert und geht für einen entspannten Filmabend in Ordnung. Der Look war ganz nett und auch sonst wurde man ganz solide bei Laune gehalten.
6,5/10
Fotocopyright: Twentieth Century Fox


