Elektra
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Inhalt
Sie ist eine professionelle Auftragskillerin, lebt zurückgezogen und verlässt sich ausschließlich auf sich selbst. Elektra erledigt ihre Aufträge effizient, präzise und stets zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber. Gefühle oder persönliche Bindungen haben in ihrem Leben keinen Platz.
Als sie jedoch den Auftrag erhält, Mark Miller zu töten, gerät ihre sonst so klare Welt ins Wanken. Statt ihre Zielperson auszuschalten, entwickelt sie eine unerwartete Verbindung zu ihm und vor allem zu seiner charismatischen Tochter Abby. Je mehr Zeit sie mit den beiden verbringt, desto stärker beginnt sie, ihre Mission zu hinterfragen. Damit macht sie sich jedoch mächtige Feinde und löst eine gefährliche Verfolgungsjagd aus, bei der schon bald nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht…
Kritik
Es gibt gute Comicverfilmungen, schlechte Comicverfilmungen – und dann gibt es Filme wie „Elektra“, die irgendwo dazwischen feststecken. Der Streifen macht wenig wirklich falsch, schafft es aber ebenso selten, nachhaltig zu begeistern. Die Geschichte bietet zwar eine brauchbare Grundlage, bleibt jedoch über weite Strecken recht vorhersehbar und entwickelt kaum die Dynamik, die man sich von einem eigenständigen Superhelden- beziehungsweise Actionfilm erhoffen würde.
Während andere Comicadaptionen mit spektakulären Ideen, außergewöhnlichen Figuren oder bombastischen Effekten auf sich aufmerksam machen, schlägt „Elektra“ einen vergleichsweise bodenständigen Weg ein. Statt riesiger Explosionen oder übertriebenem Effektgewitter setzt der Film auf Nahkämpfe, Martial-Arts-Einlagen und eine eher ruhige Atmosphäre. Dieser Ansatz ist grundsätzlich durchaus reizvoll und hebt den Film zumindest etwas von anderen Genrevertretern seiner Zeit ab.
Das größte Problem liegt jedoch darin, dass das Geschehen zu keinem Zeitpunkt wirklich mitreißend wird. Trotz einer Laufzeit von nicht einmal 100 Minuten fehlt es dem Film häufig an Tempo und Spannung. Viele Szenen ziehen sich etwas in die Länge, ohne dass dabei genügend interessante Entwicklungen stattfinden würden. Die Actionsequenzen selbst sind zwar ordentlich inszeniert und optisch ansprechend umgesetzt, reichen aber nicht aus, um dem Film eine stärkere Identität zu verleihen oder den insgesamt durchschnittlichen Eindruck entscheidend aufzuwerten.
Auch technisch präsentiert sich „Elektra“ auf einem soliden Niveau. Die Kameraarbeit, die Ausstattung und die visuellen Effekte erfüllen ihren Zweck und wirken keineswegs billig. Gleichzeitig fehlt es der Inszenierung aber an kreativen Ideen oder besonderen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Vieles wirkt routiniert abgearbeitet, als hätte man sich darauf konzentriert, einen funktionierenden Film zu produzieren, ohne dabei größere Risiken einzugehen.
Jennifer Garner ist grundsätzlich eine sympathische und talentierte Schauspielerin, die insbesondere in den Kampfszenen eine überzeugende Figur abgibt. Körperlich bringt sie die Rolle glaubwürdig auf die Leinwand und bewältigt die Actionpassagen souverän. Dennoch hatte ich während des Films häufig das Gefühl, dass sie nicht vollständig mit der Figur verschmilzt. Es fehlt ein wenig an Ausstrahlung und Präsenz, um Elektra zu einer wirklich faszinierenden Hauptfigur zu machen.
Trotz aller Kritik besitzt „Elektra“ einen gewissen Unterhaltungswert. Der Film ist keineswegs schlecht oder ärgerlich misslungen, sondern bewegt sich konstant auf einem durchschnittlichen Niveau. Man wird nie wirklich mitgerissen, gleichzeitig aber auch nie ernsthaft vergrault. Genau darin liegt letztlich seine größte Stärke, aber auch seine größte Schwäche. „Elektra“ ist ein Film, den man sich durchaus anschauen kann, der jedoch kaum nachhaltige Eindrücke hinterlässt und sich nur selten aus der breiten Masse vergleichbarer Produktionen hervorhebt.
5,5/10
Fotocopyright: Universum Film GmbH


